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Keine Rede zum Vergessen

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Merkel im Bundestag - Keine Rede zum Vergessen

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Ein ungewöhnlicher Appell: An den Auftritt von Kanzlerin Merkel im Bundestag heute dürfte man sich noch länger erinnern. Anders als an viele Merkel-Reden davor.‎‎

Abrechnung mit der Politik der Bundesregierung: Gelegenheit dazu hatte die Opposition in der Generaldebatte – und nutzte sie. Auch die Kanzlerin fand deutliche Worte.

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2 min
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Dass sich binnen weniger Minuten etwas verändert hat im Bundestag, spürt man am besten an Christian Lindner. Der FDP-Chef hat in der Generaldebatte die Aufgabe - besser: das Pech, direkt auf Angela Merkel zu antworten. Und Lindner reagiert sofort auf die Veränderung.

Er, der sonst so gern in freier Rede auf Merkel schimpft, nimmt sich zu Beginn völlig zurück. Spricht leise. Und, man höre und staune: Lindner dankt der Kanzlerin. Es war "richtig, dass Sie heute angemessene Worte gefunden haben", sagt Lindner direkt an Merkel gerichtet. Muss man sich Sorgen machen? Ist das noch derselbe Lindner, der da heute spricht?

Zunächst sagte Merkel nichts Überraschendes

Was den FDP-Mann gebremst hat, aber ist für jeden im Saal sofort ersichtlich. Es ist das Ende von Merkels Rede, Sekunden vor seinem Auftritt. Die Bundeskanzlerin hatte begonnen wie so oft bei ihren Auftritten im Bundestag: mit einer langatmigen, ermüdenden Tour d’horizon.

Bundeskanzlerin Merkel hat dazu aufgefordert, im Umgang mit der Corona-Krise weiterhin geduldig zu sein, auch wenn sich alle nach "Nähe und Berührung sehnen". Ihre Rede in ganzer Länge.

Beitragslänge:
37 min
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Ein paar Sätze zur Einheit, ein paar mehr zu Corona. Etwas über den Klimaschutz, etwas über beinahe jede außenpolitische Krise. Einschätzungen, die kaum jemanden überraschen dürften.  

Es wäre eine Rede gewesen, die man Minuten später wieder vergessen hätte. Eine Rede wie viele in ihrer 15-jährigen Amtszeit. Dann kam Merkel zu ihrem Ende.

Wie Merkels Rede am Anfang der Pandemie

Es wurde ein Ende, das an den Anfang der Pandemie in Deutschland erinnerte. An ihre TV-Ansprache vom März dieses Jahres: "Es kommt auf jeden an", hatte sie damals gesagt. Ein Satz, den sie heute am Ende ihrer Rede wiederholt. "Darum bitte ich Sie."

Davor wird Merkel ungewöhnlich eindringlich. Schon in der Sommerpressekonferenz habe ein Journalist sie gefragt, was sie am meisten vermisse, schon damals habe sie geantwortet: die spontanen Begegnungen mit Menschen. "Wir alle möchten das Leben, wie wir es kannten, zurückhaben. Aber wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben."

Mahnende Merkel zu oft erlebt

Die mahnende Merkel hat man in den letzten Wochen und Monaten oft erlebt. Zu oft vielleicht, als dass ihre Worte noch große Wirkung entfalten würden - dachte man.

Doch es gelingt ihr, die Sorge neu zu formulieren. So, dass die Botschaft diesen Tag überleben könnte. "Ich spreche hier, weil ich alles dafür tun will, um einen erneuten landesweiten Shutdown zu verhindern", sagt Merkel also.

Bitte um Mithilfe

Sie weiß, dass die Ablehnung der Maßnahmen wächst. Deshalb bittet sie um Mithilfe. "Wir müssen reden, erklären, wir müssen vermitteln", sagt Merkel. Es ist auch ihr Eingeständnis, dass es ihr allein nicht gelingt. Und es ist die Hoffnung, dass die Überzeugungskraft vieler ausreicht, um Herbst und Winter zu überstehen.

Um Christian Lindner muss man sich übrigens keine Sorgen machen. Aus dem nachdenklichen Lindner wird schon kurz nach Beginn wieder ganz der alte - seine Kritik schon bald wieder grundsätzlicher. Zum Glück.

Dem Autor auf Twitter folgen: @fneuhann

Generaldebatte im Bundestag -
Merkel: "Wir riskieren gerade alles"
 

In ihrer voraussichtlich letzten Generaldebatte als Kanzlerin wird Angela Merkel emotional: Eindringlich verteidigt sie den Pandemie-Haushalt der GroKo.

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