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Minister Müller: "Es ist eine Schande!"

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Flüchtlingslager auf Lesbos - Minister Müller: "Es ist eine Schande!"

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Entwicklungsminister Gerd Müller prangert "schlimmste Zustände" im Flüchtlingslager auf Lesbos an. Die EU müsse sofort handeln, um eine Coronavirus-Katastrophe noch zu verhindern.

Entwicklungsminister Müller beklagt "schlimmste Zustände" im Flüchtlingslager auf Lesbos
Entwicklungsminister Müller warnt zum Weltgesundheitstag vor einer Corona-Katastrophe auf Lesbos.
Quelle: dpa

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eindringlich an die EU appeliert, die unzumutbaren Zustände in den Flüchtlingslagern auf Lesbos zu beenden. Er hatte sich vor Ort selbst ein Bild gemacht und zeichnet ein sehr düsteres Bild.

Die EU muss schnell handeln

"Die EU muss schnell handeln und als Erstes das Versprechen einlösen, die betroffenen Kinder zu evakuieren", sagte Müller im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Aber das Problem sei nicht gelöst, wenn 1.600 Kinder von Deutschland und anderen "willigen" EU-Staaten aufgenommen würden.

Deswegen muss die EU das Lager in kleinere Einheiten umbauen und auf die Standards des UN-Flüchtlingswerks bringen.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

"Bisher haben alle Appelle nicht gefruchtet. Hoffentlich wartet Brüssel nicht, bis es zur Katastrophe kommt", so Müller weiter.

Sehen Sie hier einen Beitrag über das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos:

Das ohnehin schon überfüllte Flüchtlingslager in Moria bietet den perfekten Nährboden für das Koronavirus. Doch statt zu handeln, bleibt die EU uneinig.

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1 min
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Corona-Gefahr auf Lesbos höher als anderswo in Europa

Die Corona-Gefahr für Flüchtlinge sei auf den griechischen Inseln noch größer als anderswo, beklagte der CSU-Politiker. "Die vielleicht schlimmsten Zustände herrschen ausgerechnet mitten in Europa - im Flüchtlingslager auf Lesbos", sagt Müller.

Er habe das Camp selbst besucht und gesehen, wie 20.000 Menschen in einem Lager, das für 3.000 Menschen geplant war, auf engstem Raum zusammengepfercht leben, erklärte der Minister. "Es ist eine Schande! Solche Zustände gibt es in keinem Flüchtlingscamp in Afrika."

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Kaum medizinische Hilfe für Flüchtlinge in syrischen Nachbarländern

Auch Flüchtlinge in den syrischen Nachbarländern seien in größter Gefahr, ergänzte Müller. "Dort ist kaum medizinische Hilfe vorhanden." Der Libanon, der 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen habe, stehe vor dem Staatsbankrott. "Viele Menschen trauen sich aus Angst vor Stigmatisierung nicht in die Krankenhäuser, die ohnehin überlastetet sind."

Maßnahmen wie Abstandhalten oder Händewaschen sind für Millionen Menschen in überfüllten Flüchtlingslagern ohne Wasserversorgung schlicht nicht möglich.
Entwicklungsminister Gerd Müller

In Afrika werde die Pandemie verheerende Schäden anrichten, wenn der Westen nicht sofort helfe, warnte der Entwicklungsminister. Es stehe zu befürchten, "dass unter der Pandemie nicht nur die Gesundheitssysteme, sondern ganze Staaten zusammenbrechen", warnte Müller.

"Die Folgen wären katastrophal: Hungersnöte, Unruhen bis hin zum Bürgerkrieg und Flüchtlingswellen", so der Minister.

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