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Ärzte befürchten Corona-"Katastrophe"

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Flüchtlingslager in Griechenland - Ärzte befürchten Corona-"Katastrophe"

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In griechischen Flüchtlingslagern ist die Ansteckungsgefahr immens. Hilfsorganisationen beklagen ein Versagen Europas angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe.

Marie von Manteuffel von Ärzte ohne Grenzen plädiert für ein schnelles Handeln in den griechischen Flüchtlingslagern: "Die Hochrisikogruppen müssen sofort evakuiert werden".

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Für Trinkwasser stehen in einigen Teilen des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos 1.300 Menschen Schlange. Eine Dusche müssen sich 240 Menschen teilen, eine Toilette etwa 170 Lagerbewohner. Es gibt kaum Seife, geschweige denn Desinfektionsmittel. Dafür Müllberge, Fäkalien und Ratten.

Die Hygiene in griechischen Flüchtlingslagern ist "katastrophal"

Die Hygienezustände in Moria bezeichnen dort tätige Mediziner als "katastrophal". Das Flüchtlingslager sollte maximal 2.840 Asylsuchende aufnehmen, nun halten sich dort aber inzwischen mehr als 20.000 Menschen auf.

Die Mediziner warnen vor den dramatischen Folgen eines Ausbruchs des Coronavirus - in Moria, aber auch in anderen Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln. Auf dem Festland sind bereits erste Covid-19-Infizierte unter Flüchtlingen gemeldet worden.

Im Video: Ein Lager auf dem griechischen Festland wird für 14 Tage abgeriegelt

In einem griechischen Flüchtlingslager nordöstlich von Athen haben sich mindestens 20 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert.

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Die Menschen leiden an Grippe, Fieber, Durchfall

"Seit Wochen sehen wir eine Katastrophe auf die Lager zukommen", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen" in Deutschland. Viele Camp-Bewohner seien schlecht ernährt und vorerkrankt; sie leiden an Grippe, Fieber, Durchfall.

Zehn bis 15 Menschen teilen sich ein Zelt oder eine Wellblechhütte. Die Corona-Ansteckungsgefahr ist immens: Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen fordern die Ärzte ohne Grenzen deshalb seit einem Monat, die Lager zu evakuieren.

Die EU sorgt für Kopfschütteln

Mit jedem Tag des Wartens wächst bei den Helfern das Unverständnis darüber, wie wenig die Europäische Union unternimmt die Notlage in den Griff zu bekommen. "Wir verzweifeln langsam", sagte Westphal vor wenigen Tagen.

Im Video: Proteste auf Lesbos

Die Bürger auf Lesbos fühlen sich alleingelassen und warten auf eine europäische Antwort.

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Derzeit versuchen griechische Behörden, durch strenge Ausgangskontrollen ein Ausbreiten des Coronavirus zu verhindern. Das UN-Flüchtlingshilfswerk gibt zudem mehr Geld aus, um die Hygienesituation in den Lagern zu verbessern.

Deutschland nimmt 50 Minderjährige auf

Ein weiterer kleiner Hoffnungsschimmer: Deutschland will in der kommenden Woche zumindest 50 unbegleitete Minderjährige aus den Lagern aufnehmen. Andere EU-Staaten könnten dem Beispiel folgen. Im März hatten acht EU-Länder versprochen, etwa 1.000 bis 1.500 Kinder aufzunehmen. Die Corona-Pandemie hat die Aktion aber ins Stocken gebracht.

Als "Schande für Europa" empfindet Jean Ziegler, Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats, "flüchtlingsfeindliche EU-Staaten" und die Schwäche Brüssels, für solidarisches Verhalten innerhalb der Gemeinschaft zu sorgen.

Im Video: Was das Coronavirus in Flüchtlingslager anrichtet

Das überfüllte Flüchtlingslager in Moria bietet den perfekten Nährboden für das Coronavirus.

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Ein Arzt und eine Krankenschwester behandeln Covid-19-Patienten

EU-Innenkommissarin Ylva Johannson bezeichnet die Lebensumstände in den griechischen Lagern zwar als "inakzeptabel" und verweist auf EU-Hilfsangebote und einen Notfallplan, mit dem Brüssel Athen unterstütze. Allerdings kritisieren Helfer, dass davon in den Lagern kaum etwas zu spüren sei.

So berichten die Ärzte ohne Grenzen davon, dass griechische Behörden vor dem Lager Moria einen einzigen Container aufgestellt hätten, in dem ein Arzt und eine Krankenschwester arbeiteten, um Corona-infizierte Menschen behandeln zu können.

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