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Chat statt Charme: Grüne tagen digital

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Parteitag zu Corona-Fragen - Chat statt Charme: Grüne tagen digital

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Die Grünen haben ihren kleinen Parteitag zur Corona-Krise per Videochat abgehalten. Ein etwas holpriger Versuch, an alte Höhenflüge anzuknüpfen.

Die Grünen verlangen mehr Klarheit von der Bundesregierung, wann die Corona-Massnahmen gelockert oder verschärft werden. Auf dem virtuellen Parteitag stellt die Partei in der Corona-Krise soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz in den Mittelpunkt.

Beitragslänge:
2 min
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Die Corona-Krise hat schon einige Kollateralschäden verursacht. Auch bei der politischen Partizipation. Um dem etwas entgegenzusetzen, haben die Grünen ein Experiment gewagt. Sie haben ihren kleinen Parteitag im Netz abgehalten. Ein Novum in der deutschen Parteiengeschichte.

Parteitag ohne Charme

Keine große Messehalle, kein Applaus, keine Buhrufe, keine Spannung in der Luft vor wichtigen Abstimmungen. Stattdessen die mittlerweile vielen bekannte aseptische Atmosphäre einer Videokonferenz.

Ganze vier Stunden dürfen oder müssen die Mitglieder der Grünen vor dem heimischen Computer verbringen, um den programmatischen Reden ihrer beiden Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck zu lauschen. Und den gelosten und gesetzten Redebeiträgen, Repliken und Einwänden von rund 100 Delegierten.

Es fängt holprig an. Wer den virtuellen Parteitag der Grünen auf deren eigener Internetseite sucht, wird anfänglich enttäuscht. Nach längerer Suche können Interessierte dann bei Youtube fündig werden. Verpasst hat man nach 45 Minuten noch nichts.

Erster digitaler Parteitag -
Grüne: Milliarden-Programm für Corona-Folgen
 

Mehr Klarheit über die harten Einschränkungen und ein Milliarden-Programm zur Bewältigung der sozialen Folgen - das fordern die Grünen auf ihrem ersten digitalen Parteitag.

Videolänge:
1 min

Wie bei einem klassischen Parteitag beschäftigt sich auch der virtuelle erstmal länglich mit Antragsänderungen. Die Reden der beiden Vorsitzenden, die Beiträge der Delegierten, sie werden engagiert vorgetragen, leiden aber alle an dem fehlenden Charme einer Videokonferenz.

Grüne suchen Anschluss

Tatsächlich ist dieser virtuelle Parteitag auch der Versuch, wieder ins Blickfeld der Wähler zu kommen. Die Grünen mussten in den letzten Wochen einen handfesten Bedeutungsverlust hinnehmen. Vor zwei Monaten waren sie noch dabei, die Union zu überholen. Es stellte sich nicht mehr die Frage, ob die Grünen eine(n) Kanzlerkandidaten*in aufstellen, sondern allenfalls wen.

Dann kam die Pandemie, die Musik spielte und spielt immer noch bei Merkel und den Ministerpräsidenten. Es sind die Zeiten der Exekutive. Die Grünen sind mehr oder minder zum Zuschauen verurteilt, die Umfragewerte rutschen ab, die Partei rangiert teilweise sogar wieder hinter der SPD.

Blick aufs Politbarometer vom 24. April:

Politbarometer 24.04.2020

Die Beschlüsse des Online-Parteitags passen in die Zeit und fordern vor allem eins: den starken Staat. Und das nicht nur bei Gesundheit und anderen Bereichen der Daseinsvorsorge. So fordern die Grünen ein 100 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm, davon 20 Milliarden für Gastronomie, Einzelhandel und Kultur.

Grüne: Staatshilfe nur ohne Boni und Dividende

Unternehmen, die Staatshilfe bekommen, sollen auf Boni und Dividenden verzichten. Außerdem soll in Zeiten der Krise das Arbeitslosengeld II bei Erwachsenen um 100 Euro erhöht werden, bei Kindern um 60 Euro. Ferner verlangen die Grünen ein Corona-Elterngeld für die, die ihre Kinder betreuen müssen.

Grünen-Chef Habeck bezeichnet die Maßnahmen der Regierung als "angemessen". Dennoch diagnostiziert er einen Mangel an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder – und fordert Verbesserungen.

Beitragslänge:
4 min
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Die Grünen werden diesen ersten digitalen Parteitag als Erfolg verbuchen. Das Signal: Wir sind noch da, und wir haben auch und gerade in diesen Krisenzeiten eigene Ideen und Vorschläge. Ein Hit im Netz war der Parteitag allerdings nicht. Bei Youtube jedenfalls waren im Schnitt gerademal 2.800 Zuschauer dabei.

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