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Bessere Schutzmaßnahmen - Wie Grüne Pflegeheim-Regeln lockern wollen

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Besuche in Pflegeheimen sollen wieder möglich sein - das fordern die Grünen. Man müsse auch für die seelische Gesundheit sorgen, sagte Fraktionschefin Göring-Eckardt im ZDF.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat sich im ZDF-Morgenmagazin dafür ausgsprochen, dass auch Pflegebedürftige angesichts der Corona-Pandemie bald aus der Isolation geholt werden müssten. Dafür müsse es Regeln geben.

Göring-Eckardt: Müssen den Hebel umlegen

Man müsse die Hygiene einhalten und man müsse dafür sorgen, dass es Schutzkleidung für die Älteren gebe, sagte die Grünen-Politikerin im ZDF. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass es mit kreativen Maßnahmen, die man von Ort zu Ort treffen kann, auch möglich ist, dass Betreuungspersonen und Pflegende raus können." Dies könne man beispielweise mit "Zeitkorridoren" organisieren.

Die Ansteckungsgefahr bleibe gefährlich, sagte Göring-Eckhardt weiter. Daher werde eine Lockerung nur mit Schutzkleidung gehen. Bei der Bereitstellung habe man allerdings in erster Linie an Krankenhäuser gedacht. "Wenn wir da jetzt nicht den Hebel umlegen und sagen, das muss auch für diejenigen gelten, die dafür sorgen, dass die Menschen auch eine gewisse seelische Gesundheit haben, dann wird es problematisch."

In Frankreich dürfen Familien ihre Angehörigen in Pflegeheimen wieder besuchen:

Grüne fordern Lockerungen mit einem 7-Punkte-Plan

In ihren Ausführungen bezieht sich Göring-Eckardt auf den sogenannten 7-Punkte-Plan, den ihre Partei entwickelt hat, um der Isolation von pflegebedürftigen oder kranken Menschen entgegenzuwirken. Unter anderem sollen "Besuchsverbote in Pflegeeinrichtungen so weit wie möglich verhindert werden", heißt es in dem Papier, das dem ZDF vorliegt.

In dem Plan wird ein Zeitmanagement vorgeschlagen, das Menschen Zeitkorridore für ihren Besuch zuweise. Zudem solle dafür ein Kontingent von Schutzausrüstung bereitgestellt werden. Auch pflegende Angehörige sollten Zugang zu Schutzmasken und Schutzkleidung erhalten, fordert die Partei weiter.

Im Sterbefall solle zudem familiärer und begleiteter Beistand möglich sein. Bewohner von Pflegeeinrichtungen, die sich in Quarantäne befinden, sollen dem Papier zufolge über Tablets für Videotelefonie mit Freunden und Verwandten in Kontakt kommen können.

Mit einem strikten Risikomanagement könne das Übertragungsrisiko stark eingegrenzt und Besuche möglich gemacht werden, heißt es in dem 7-Punkte-Plan. Infektionsschutzbedingte Freiheitsbeschränkungen sollten sich zudem nicht pauschal am Alter oder einer Behinderung orientieren, fordern die Grünen.

Archiv: Seniorenwohnanlagen und Pflegeheime verschärfen die Besuchsbedingungen auch für Angehörige wegen der Coronaviren Pandemie

Pflegeschutzbund - Kontaktsperre "menschliche Grausamkeit" 

Der BIVA-Pflegeschutzbund sieht die Kontaktsperren für Angehörige in Pflegeeinrichtungen kritisch. Vereinsvorstand Manfred Stegger spricht sogar von "menschlicher Grausamkeit".

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