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Pflegebevollmächtigter - "Planbare Operationen zurückstellen"

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Um die Krankenhäuser zu entlasten, fordert der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung planbare Operationen zu verschieben und langfristig qualifiziertes Personal zu fördern.

Geräte zur Verfügung zu stellen reiche nicht, "hinter den Beatmungsgeräten benötigt man auch Pflegekräfte", so Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung.

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Der Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus zeigte sich im ZDF-Morgenmagazin überrascht über Berichte, nach denen es in der Corona-Krise zwar noch viele freie Intensivbetten in Deutschland gebe, aber viele nicht nutzbar seien, weil Pflegepersonal fehle.

Versorgungsverhältnis auf Intensiv ist entscheidend

Grund sei vermutlich die Berechnungsgrundlage, wieviele Intensivpatienten eine Pflegekraft versorgen könne. "Wenn ich sage ich gebe mich damit zufrieden ein Patient wird im 1:1-Verhältnis gepflegt oder aber eine Intensivpflegekraft muss drei Patienten versorgen. Da kriegen sie gleich eine ganz unterschiedliche Versorgungsstruktur." Es habe sich aber herausgestellt, dass bei solchen hochkomplexen Krankheitsbildern eine Versorgung von 1:1 vorhanden sein müsse.

Wir können uns keine Pflegekräfte backen.
Andreas Westerfellhaus

Die Bundesregierung habe zwar Beatmungsgeräte und Betten zur Verfügung gestellt. "Beatmungsgeräte alleine können aber Menschen nicht versorgen."

Westerfellhaus betonte, dass die Intensivpflege eine "hochkomplexe" Ausbildung benötige, nach der dreijährigen Ausbildung zur Pflegekraft folge eine zweijährige Zusatzausbildung zur Intensivpflege.

Präventiv tätig werden, planbare Operationen verschieben

Der Pflegebevollmächtigte sagte, die Situation sei ernst, aber zurzeit noch handelbar. Wichtig sei dabei einerseits, präventiv tätig zu werden, um so wenig wie möglich Aufnahmen auf die Intensivstationen zu generieren. Andererseits müssten die Prioritäten überprüft werden, wie und unter welchen Bedingungen Menschen auf die Intensivstationen kommen, also planbare Operationen zurückzustellen.

Pflegepersonal auf einer Intensivstation mit Covid-19-Patienten in Berlin

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Krankenhäuser rechnen mit einem Rekordhoch an Intensivpatienten in Deutschland in der Corona-Pandemie. Die Pflege fordert, planbare Operationen zu verschieben.

Westerfellhaus forderte vermehrte gesellschaftliche Anstrengungen zur Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften. Das eine sei, Menschen auszubilden. Zusätzlich müssten für sie attraktivere Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Denn viele Menschen wollten Pflegeberufe ergreifen.

Kritik von der Stiftung Patientenschutz

Kritik an den Äußerungen von Westerfellhaus kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Seit Frühjahr seien 12.000 zusätzliche Intensivplätze geschaffen worden, sagte Vorstand Eugen Brysch.

Intensivmediziner Prof. Stefan Kluge im Gespräch

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Das habe hunderte Millionen Euro gekostet. "Die Krankenhäuser sollten für mehr Schwerstkranke gerüstet sein. Doch nicht einmal für den Normalbetrieb ist ausreichend Personal da." Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung hätte das wissen müssen.

Brysch forderte, das Intensivbetten-Register müsse sofort mehr Aussagekraft bekommen. "Freie Betten dürfen nur gemeldet werden, wenn auch Personal vorhanden ist. Beatmungsgeräte pflegen keine Patienten."

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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