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Braun: Corona-App ist "definitiv freiwillig"

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"maybrit illner" - Braun: Corona-App ist "definitiv freiwillig"

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Nächste Woche soll sie an den Start gehen, die Corona-App. Kanzleramtsminister Braun betont bei "maybrit illner": Die Nutzung ist freiwillig.

Kanzleramtschef Helge Braun in der ZDF-Sendung "maybrit illner": Er bestätigt, dass die Nutzung der Corona-App auf freiwilligiger Basis basiert.
Kanzleramtschef Helge Braun bestätigt bei "maybrit illner": Die Nutzung der Corona-App ist freiwillig
Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Die Nutzung der Corona-Warn-App wird nach Angaben von Kanzleramtsminister Helge Braun "definitiv freiwillig sein". In der ZDF-Sendung "maybrit illner" sagte der CDU-Politiker, die Bundesregierung habe mit allen Beteiligten gesprochen, dass die App "an gar keiner Stelle irgendwo zu irgend einer Bedingung gemacht werden" solle.

Ihr einziger Zweck sei es, dem Nutzer bei der Einschätzung seines Ansteckungsrisikos zu helfen. Wer die anonyme Information bekomme, in der Nähe eines infizierten Menschen gewesen zu sein, könne sich an das Gesundheitsamt wenden. Ab da laufe "alles ganz normal wie in der analogen Welt auch", sagte der Minister.

Insofern ist die App kein Heilsbringer, aber sie ist eine Riesenunterstützung für jeden, der sein Risiko einschätzen will.
Kanzleramtschef Helge Braun

Die App soll in der kommenden Woche an den Start gehen.

Berlin um europäisches Warnsystem zu Corona-Hotspots bemüht

Abstandsregeln ersetze sie nicht, mahnte Braun und betonte: Je mehr Menschen die App nutzten, desto besser. Einen Schwellenwert, ab welcher Teilnehmerzahl sie ihren Zweck erfülle, gebe es nicht. Mit Blick auf die bevorstehende Urlaubssaison bemüht sich die Bundesregierung nach Angaben Brauns derzeit um eine Art europäisches Warnsystem zu so genannten Corona-Hotspots.

Vorbild könnte die in Deutschland geltende Regelung sein, bei der Alarm gilt, wenn sich binnen einer Woche mehr als 50 Menschen je 100.000 Einwohnern mit dem Virus infizieren. "Wir müssen uns zwischen den Ländern informieren, wenn irgendwo ein neuer Hotspot entstanden ist in einem Urlaubsgebiet", betonte Braun. "Wer von dort zurückkehrt, da ist dann wichtig, dass die Leute in Quarantäne gehen, damit nicht von Reiserückkehrern eine neue Verteilung in ganz Deutschland ausgeht", betonte der Kanzleramtsminister.

Streeck: Es wird an neuen Testverfahren gearbeitet

Laut Hendrik Streeck, Professor für Virologie und Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, können Kinder gleich oder weniger infektiös sein als Erwachsene. "Am Ende sind Schulöffnungen aber eine politische Entscheidung."

Das Risiko einer Infektion habe weder mit dem Alter noch mit einer Vorerkrankung zu tun. Aktuell werde laut dem Virologen an neuen Testverfahren gearbeitet, die schneller und günstiger sind. Streeck warnte:

Wir werden immer mal wieder lokale Ausbrüche und Hotspots haben.
Hendrik Streeck, Virologe

Die App stelle für ihn jedoch kein "Allheilmittel" dar. Auch erklärte er, dass man noch nicht wisse, ob und wie schnell es einen Impfstoff geben kann. Sicher ist für ihn "Sars-CoV-2" wird bleiben.

Nocun: Mund-Nasen-Schutz selbstverständlich

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie Abstand halten erlebt Katharina Nocun, Bürgerrechtlerin sowie Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin, als eine Selbstverständlichkeit, auch wenn es "natürlich einzelne Personen gibt, die sich nicht daran halten".

Im Falle des Vorhandenseins eines sicheren Impfstoffs würde sich die Bürgerrechtlerin impfen lassen - "auch aus solidarischen Gründen".

Schulleiterin: Kinder sehr diszipliniert

"In der Schule sind die Kinder sehr diszipliniert", erklärt Miriam Pech, Schulleiterin an der Heinz-Brandt-Oberschule in Berlin-Weißensee und Vorsitzende der Vereinigung Berliner Schulleiterinnen und Schulleiter an den Integrierten Sekundarschulen (BISSS).

Wir haben Konzepte, auch für den Fall, dass ein neuer Lockdown bevorsteht.
Miriam Pech, Schulleiterin

Die Schulleiterin würde sich regelmäßige Tests in den Schulen wünschen. "Ich wüsste gar nicht, wie ich in einer vollen Schule die Kontaktverfolgung machen soll", gibt Pech zu.

Pufpaff: Kunstbranche hat keine Lobby

Der Kabarettist, Moderator und Entertainer Sebastian Pufpaff erklärte, dass bei den Künstlern nicht nur die Auftritte weggebrochen sind, sondern sie aktuell ein Berufsverbot erleben. Hinzu komme, dass er keinen Künstler kenne, der die Soforthilfe erhalten habe. "Da fühlt sich der ein oder andere im Stich gelassen", konstatierte Pufpaff.

Schwierig sei darüber hinaus, dass die Kunstbranche, obwohl sie, was die Wertschöpfung anbelangt, direkt hinter der Autoindustrie komme, keine Lobby habe.

Es ist eine gewisse Hilflosigkeit da. Es muss was passieren.
Sebastian Pufpaff, Kabarettist

Zudem müsse bei dem von Helge Braun angesprochenen neuen Programm auch an die Basis der Künstler gedacht werden, die Säle mit 80 bis 200 Menschen füllen, denn "die Fernsehgesichter überleben die Krise".

"maybrit illner“ mit dem Thema "Corona-Leichtsinn – weniger Regeln, mehr Ärger?" vom 11. Juni 2020.

Beitragslänge:
1 min
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