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Talkshow "maybrit illner" - "Nur blöde Wege aus dieser Pandemie"

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Virologin Brinkmann wirbt bei "maybrit illner" um Verständnis für die aktuellen Maßnahmen. Außerdem Thema: die Corona-Kontrollen im Privatbereich – und Denunziantentum.

"Wenn wir nichts tun, droht die Überforderung", sagt Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident vom Saarland. Die Maßnahmen seien angemessen.

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Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat ein "sensibles Vorgehen" bei der Kontrolle von pandemiebedingten Regeln im Privatbereich zugesichert. "Wir werden ganz sicherlich das Recht der Privatsphäre in der eigenen Wohnung, das ja auch verfassungsbewehrt ist, schützen und achten und da auch sensibel vorgehen", sagte Hans am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Wer allerdings "eine große Party wirft bei sich zu Hause", bei der "es bis auf die Straßen schallert", müsse damit rechnen, "dass da auch mal ein Polizeibeamter vorbeikommt und klingelt und fragt, was da los ist". Er traue es den Menschen im Land jedoch zu, dass sie erkennen, wie wichtig es sei, sich an die im Zuge des Shutdowns erlassenen Verbote zu halten.

Hans: Klare Ansage, was verboten ist

Denunziation halte er für falsch, sagte Hans, fügte aber hinzu: "Aber eine klare Ansage, dass es verboten ist, das ist, glaube ich, notwendig an der Stelle." Zuletzt hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt, die Polizei solle die Kontaktbegrenzungen im öffentlichen wie im privaten Raum so durchsetzen, wie sie auch gegen Ruhestörungen vorgehe. Nachbarn sollten entsprechende Hinweise geben und dann käme die Polizei.

Grünen-Chef Robert Habeck sagte, er sei "jetzt besonders beunruhigt" darüber, dass politische Institutionen dazu aufforderten, "sich gegenseitig anzuzeigen". Politik sollte nicht Menschen dazu auffordern, einander auszuspionieren, sondern Vertrauen schaffen. Nur so käme das Land durch die Pandemie. Vertrauen müsse "ein Wir-Gefühl" erzeugen. Er wies auch darauf hin, dass durch Corona "soziale Unwuchten verschärft und exponiert" würden.

Brinkmann: Infektionszahlen runterschrauben

Mit den am Mittwoch beschlossenen massiven Kontaktbeschränkungen kann Deutschland die Corona-Infektionszahlen nach Auffassung der Virologin Melanie Brinkmann wieder drücken. In der ZDF-Sendung "maybrit illner" sagte Brinkmann am Donnerstag:

Ich hab' total großen Optimismus, dass uns das gelingt.
Melanie Brinkmann

Sie hoffe, "dass wir die Infektionszahlen so runterschrauben können, dass es wirklich wieder in unserer Hand ist, Kontakte nachzuverfolgen", so die Infektionsbiologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI).

Das lasse auch hoffen, "dass wir Weihnachten dadurch deutlich unbeschwerter feiern können" als das der Fall wäre, wenn man jetzt nicht gehandelt hätte. Aus infektiologischer Sicht wäre es das Beste, wenn wir alle vier Wochen "auf den Baum" klettern würden, sagte Brinkmann. "Dann ist der Spuk vorbei." Da das aber nicht funktioniere, müssten Alternativen gefunden werden. Es gäbe "nur blöde Wege aus dieser Pandemie heraus". Gefunden werden müsse der, der am wenigsten weh tue. "Und das wird wirklich gerade versucht."

Teichert: Corona ist jetzt ein Flächenbrand

Ute Teichert, Vorsitzende Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), ist sich sicher: "Dadurch, dass die Kontakte reduziert werden, sinkt auch die Zahl der Kontaktpersonen". Und das erleichtere die Arbeit der Gesundheitsämter. Teichert ist Verfechterin der Kontaktpersonennachverfolgung: "Ich glaube, wir brauchen sie". Die Ärztin betonte, dass es aktuell keine einzelnen "Hotspots" mehr seien, sondern sich die Pandemie zu einem "Flächenbrand" entwickelt habe.

Teichert forderte zudem ein Testkonzept, "in dem Tests sinnvoll für Risikogruppen eingesetzt werden", da die Labormaterialien endlich seien. "Jetzt ist der Lockdown da und wir hoffen alle inständig, dass er greift", erklärte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie. Er forderte eine langfristige Strategie für die Pandemie.

Gassen: Disziplin reicht vielleicht nicht aus

Gassen lobte die AHA-Regeln, gab aber zu bedenken, dass für deren konsequente Umsetzung derzeit "vielleicht die Disziplin nicht ausreicht". Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erklärte, dass er nicht an einen Erfolg der Regierungs-Maßnahmen glaube. Er plädierte für ein Ampelsystem, das verschiedene Faktoren wie auch das Alter und die Infektionszahl miteinfließen lasse.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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