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Giffey fordert Aufwertung der Pflegeberufe

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"maybrit illner spezial" - Giffey fordert Aufwertung der Pflegeberufe

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Bundesfamilienministerin Giffey appellierte im "maybrit illner spezial" an die Tarifparteien in der Pflege, die Corona-Krise zu berücksichtigen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat an die Tarifparteien in der Pflege appelliert, bei den laufenden Verhandlungen die Corona-Krise zu berücksichtigen. Angesichts der Lage müssten die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche und die Gewerkschaft Verdi überlegen, was "der richtige Wert" und was "die richtige Entscheidung" seien, sagte Giffey am Sonntag in der ZDF-Sendung "maybrit illner Corona spezial". Abgeschlossen werden solle der Tarifvertrag im Mai. Danach könne und wolle Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Abschluss als allgemeinverbindlich für die ganze Bundesrepublik erklären.

Sehen Sie hier die Sendung in voller Länge:

"maybrit illner" mit einem "Corona spezial" vom Sonntag, den 5. April 2020.

Beitragslänge:
1 min
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Giffey betonte die Notwendigkeit eines landesweit gültigen Tarifs. Derzeit arbeiteten nur 20 Prozent der Beschäftigten in der Pflege zu tariflichen Bedingungen. Einmalzahlungen seien "nett". Das Ziel müsse jedoch eine "strukturelle Veränderung" und Aufwertung der Berufe sein. "Und das geht nur durch eine viel, viel stärkere tarifliche Bindung", sagte die Ministerin.

Infektionen mittels App nachzuverfolgen sei sinnvoll

Grünen-Chef Robert Habeck mahnte, dass "je länger die Phase der Bekämpfung dauert, desto mehr werden wir abwägen müssen, ob wir Gesundheit mit Gesundheit bekämpfen". Es werden laut Habeck weitere Schutzmaßnahmen von Nöten sein, wenn in eine differenzierte Phase der Bekämpfung von Covid-19 eingetreten wird. Er forderte eine andere Strategie, die nicht auf Umkehrisolation beruhe. Die Nachverfolgung von Infektionswegen über eine App hält der Grünen-Politiker für sinnvoll, man dürfe aber die Hygienemaßnahmen nicht außer Acht lassen. Denn: "Wenn eine Infizierung nach Aufhebung von Maßnahmen festgestellt wird, wird die Frage nach der Schuld gestellt werden."

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ist sich sicher: "Alte Menschen brauchen einen besonderen Schutz." Sein Vorschlag: Man solle versuchen, auf freiwilliger Basis Menschen zu finden, die Altenheime bei der Betreuung unterstützen. "Die Alten- und Pflegeheime haben schon länger Personalprobleme und das ist jetzt natürlich noch viel schwieriger geworden", stellte Reinhardt fest. Der Vorteil des Pflegeheims sei, dass die alten Menschen unter sich blieben, aber "das wird im Falle einer Infektion auch plötzlich zum Nachteil". Er forderte, dass ältere Menschen behütet und nicht weggesperrt werden sollten.

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Die Pflegekräfte seien durch das Virus am Anschlag ihrer Leistungsfähigkeit, deshalb forderte die Altenpflegerin: "Wir haben alle eine Verantwortung, Pflege und Politik müssen zusammenarbeiten." Sie prognostizierte, dass keine Zeit mehr zum Verhandeln sei, da "die Pflegekräfte uns davonlaufen". Deshalb müsse Wertschätzung sich auch monetär ausdrücken: "4.000 Euro brutto empfinde ich als ein angemessenes Einstiegsgehalt." Die erfahrene Altenpflegerin erklärte abschließend, dass die Menschen nicht nur an Corona sterben, sondern vor allem auch an schlechter Pflege und "momentan haben wir viel schlechte Pflege".

Altenheim-Leiterin: Jetzt nicht über Löhne verhandeln

Die Leiterin des Hermann-Josef-Altenheims in Erkelenz und Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbands für Altenpflege, Ursula Hönigs, hat aktuell einen infizierten Bewohner: "Wir leben im Kreis Heinsberg bereits seit fünfeinhalb Wochen im Ausnahmezustand." Laut Hönigs ist jetzt nicht die Zeit, um über Löhne und Gehälter zu diskutieren. "Wir sollten uns auf diese hochkomplizierte Situation konzentrieren", forderte die Altenheim-Leiterin. Einem generellen Aufnahmestopp in Altenheimen sieht Ursula Hönigs kritisch, denn "es macht überhaupt keinen Sinn, so etwas pauschal zu postulieren". Hier müssten Einzelfall-Entscheidungen getroffen werden.

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