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USA und Deutschland im Tauziehen um Impfstoffe

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Kampf um Corona-Medikamente - USA und Deutschland im Tauziehen um Impfstoffe

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Mit Lockangeboten versucht die US-Regierung angeblich, Zugriff auf einen deutschen Impfstoffentwickler zu bekommen. Die Bundesregierung steuert dagegen.

Ein Mitarbeiter der Firma CureVac arbeitet am 12.03.2020 an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
Die Firma CureVac arbeitet an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
Quelle: Reuters

Angesichts der weltweiten Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus bahnt sich ein deutsch-amerikanisches Tauziehen um die Tübinger Firma CureVac an. "Die Bundesregierung hat ein hohes Interesse, Wirkstoffe und Impfstoffe in Deutschland und Europa zu produzieren. Die Ressorts der Bundesregierung stehen hierzu im engen Austausch miteinander", teilte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Sonntag mit.

Prüfungen von Übernahmen bei Sicherheitsinteressen möglich

Sie reagierte damit auf einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach die US-Regierung prüft, wie sie Zugriff auf die Firma bekommen kann, die an einem Coronavirus-Impfstoff arbeitet. Dadurch wollten sich die USA den Impfstoff exklusiv sichern.

Der Geschäftsführer der dievini Hopp BioTech Holding, die an dem Unternehmen beteiligt ist, erklärte allerdings, ein Exklusivvertrag mit den USA komme nicht infrage. CureVac selbst teilte mit, man entwickele einen Impfstoff mit dem Ziel, Patienten weltweit zu helfen. Ein US-Beamter bezeichnete den Bericht als "vollkommen übertrieben". Die US-Regierung habe mit mehr als 25 Unternehmen gesprochen, die möglicherweise helfen könnten, einen Impfstoff zu entwickeln. "Wir werden weiter mit jeder Firma sprechen, die vielleicht helfen kann. Und jede Lösung würde mit der Welt geteilt."

Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte sich zu einem möglichen Interesse der USA an CureVac nicht äußern. Sie verwies aber auf das Außenwirtschaftsrecht, wonach die Bundesregierung Übernahmen aus Drittstaaten prüfen kann, "wenn es um nationale oder europäische Sicherheitsinteressen geht".

Lauterbach: Der Kapitalismus hat Grenzen

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Bernd Westphal, forderte, die Bundesregierung müsse einen Verkauf des Unternehmens in die USA verhindern. Notfalls müsse die Firma mit öffentlichem Geld in Deutschland gehalten werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte: "Der exklusive Verkauf eines eventuellen Impfstoffes an die USA muss mit allen Mitteln verhindert werden. Der Kapitalismus hat Grenzen."

Weltweit wird derzeit fieberhaft nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht. CureVac hofft, bis Juni oder Juli einen experimentellen Impfstoff entwickelt zu haben, um dann grünes Licht der Aufsichtsbehörden für Erprobungen mit Menschen zu bekommen. Man sei mit CureVac in Kontakt, bestätigten sowohl Sprecher des Forschungs- als auch des Gesundheitsministeriums. Die "Welt am Sonntag" hatte ohne Nennung von Quellen berichtet, die Bundesregierung versuche das Unternehmen mit finanziellen Angeboten in Deutschland zu halten.

CureVac-Chef traf sich Anfang März mit Donald Trump

Auf ihrer Internet-Seite berichtet CureVac, der Vorstandsvorsitzende Daniel Menichella habe sich Anfang März auf Einladung des Weißen Hauses mit Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence, Mitgliedern der Coronavirus-Task-Force sowie weiteren hochrangigen Pharma- und Biotechmanagern getroffen. Dabei seien Strategien und Möglichkeiten zur schnellen Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes diskutiert worden.

"Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten", sagte Geschäftsführer und Mitbegründer der dievini Hopp BioTech Holding, Christof Hettich, dem "Mannheimer Morgen". Die Holding ist Hauptinvestor an CureVac. SAP-Mitbegründer und Mäzen Dietmar Hopp und der Unternehmer Friedrich von Bohlen gehören ebenfalls zu den Gründern und Geschäftsführern der Holding. Auch Hopp halte entschlossen an dem Unternehmen, den Mitarbeitern und auch dem Hauptstandort in Tübingen fest, sagte Hettich weiter.

Ein Sprecher des Forschungsministerium verwies darauf, dass die Bundesregierung zuletzt die finanzielle Förderung der Entwicklungen stark ausgeweitet habe. So hatte der Haushaltsausschuss gerade 140 Millionen Euro für die internationale Impfinitiative Cepi freigegeben, die sechs Firmen mit der Entwicklung eines Serums gegen das Coronavirus beauftragt hat - darunter CureVac.

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Coronavirus-Illustration.

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Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft
 

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