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Britische Impfstoffstudie - Forscher wollen Gesunde mit Corona infizieren

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Die Corona-Zahlen steigen weltweit - und damit auch der Druck, einen Impfstoff zu finden. Britische Forscher wollen jetzt Gesunde infizieren, um schneller Ergebnisse zu liefern.

Eine Spitze mit Tropfen daran. Symbolbild
Angesichts steigender Infektionszahlen wächst der Druck, einen geeigneten Impfstoff zu finden.
Quelle: Patrick Seeger/dpa

Im Zusammenhang mit der Suche nach einem geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus wollen britische Forscher gesunde Menschen infizieren. Wissenschaftler des Imperial College London erhoffen sich, dass sie dadurch schneller einen Impfstoff gegen das Virus finden. Die Vorbereitungen für den Versuch seien bereits angelaufen, teilten die Forschenden mit.

Wie die Studie ablaufen soll

Beginnen soll die Studie im Januar in einem speziellen Isolierbereich des Royal Free Hospital in London. Die insgesamt 90 Studienteilnehmer sollen zwischen 18 und 30 Jahren alt sein - und würden anschließend ein Jahr lang beobachtet, um Langzeitfolgen auszuschließen. Erste Ergebnisse würden dann im Mai erwartet.

Phase 1:

Ermitteln, wie stark ein Mensch dem Erreger Sars-Cov-2 mindestens ausgesetzt sein muss, um zu erkranken.

Phase 2 und weitere:

Ermitteln, wie Impfstoffkandidaten im Körper wirken, welche Immunantwort sie auslösen und wie Behandlungskonzepte aussehen könnten.

Dafür sollen die Probanden über Nasentropfen mit dem Virus in Kontakt kommen. Die Regierung rechnet mit Ausgaben von 33,6 Millionen Pfund (37,1 Millionen Euro) für die Studie. Sie muss aber zunächst noch genehmigt werden. 

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In Bezug auf das Vorgehen werden vor allem ethische Aspekte diskutiert

Die Studie ist umstritten. Kritiker betonen, das Vorgehen werfe vor allem ethische Fragen auf. Zudem könnte es bis Mai bereits einen oder mehrere zugelassene Impfstoffe geben. 46 Impfstoffkandidaten werden bereits am Menschen erprobt. Bei elf davon sind die Tests weit fortgeschritten. Erste Ergebnisse werden teils noch in diesem Jahr oder zu Beginn des nächsten Jahres erwartet.

Befürworter: Methode ist riskant, aber liefert schnelle Ergebnisse

Einige Experten sind der Auffassung, dass ein einzelner Impfstoff im Kampf gegen die Pandemie nicht ausreiche. Laut Michael Jacobs, Facharzt für Infektionskrankheiten, brauche es eine "ganze Reihe von Maßnahmen", um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

Die Herangehensweise bei der geplanten Impfstoffstudie sei riskant. Geichzeitig verspreche sie aber, schneller Ergebnisse zu liefern als eine Studie, bei der man darauf warte, dass vorbehandelte Probanden zufällig erkrankten, heißt es auch von anderen Befürwortern. Bislang wurde die Methode etwa bei der Suche nach Impfstoffen für Typhus, Cholera und Malaria angewandt.

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