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Was wir von unseren Nachbarn lernen können

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Corona-Krise in Italien - Was wir von unseren Nachbarn lernen können

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Auch, wenn die Kurve langsam abflacht, gilt Italien weiter als Corona-Hotspot. Wie greift die Ausgangssperre? Und: Können wir uns von unseren Nachbarn etwas abgucken?

Italien: Ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut" an einem Tor in Rom.
Ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut" an einem Tor in Rom. Wie erhalten sich die Italiener ihre Zuversicht?
Quelle: EPA

Jeden Tag die gleiche Routine: Frühstück, ein bisschen Sport, Sonne tanken auf dem Balkon, Kochen mit der Familie. Und das seit mehr als 30 Tagen. Bis mindestens Anfang Mai sollen sie noch andauern.

Gianluigi Iorio wohnt eigentlich in Mailand. Anfang März ist er aber in seine Heimat, nach Neapel, zurückgekehrt. Dort wohnt er mit seiner Schwester, seiner Mutter und seiner Oma in einer Wohnung.

Lagerkoller oder Familienfrieden?

Das Leben unter Quarantäne kann auch etwas Gutes haben. So freut sich Gianlugi Iorio, dass er endlich Zeit mit seiner Familie verbringen kann.

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Die Familie hat einen hohen Stellenwert in südeuropäischen Ländern wie Spanien oder Italien. Thomas Bahle vom Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Universität Mannheim weiß: "Das hat zum einen kulturelle Gründe (Stichwort Katholizismus), ist aber heute vor allem darauf zurückzuführen, dass der Sozialstaat viele Risiken nicht absichert, zum Beispiel Pflege oder Jugendarbeitslosigkeit. Die Familie muss also notgedrungen diese Probleme selbst lösen."

Um die Zeit gemeinsam zu überstehen, ist es für Gianlugi Iorio wichtig, dass kein Lagerkoller einsetzt. Dazu müssen alle zusammen stark und positiv bleiben.

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Italiener misstrauen ihrer Regierung

Während bei uns in Deutschland bereits in Woche zwei der Ausgangs- bzw. Kontaktbeschränkungen der Ruf nach Lockerung laut wird, scheinen die Italiener ihre Situation eher zu akzeptieren.

Für den Soziologen liegt dieses Verhalten vor allem in einem Misstrauen gegenüber dem Staat und der Regierung: "Viele Italiener sind wohl der Ansicht, dass die Lage wahrscheinlich noch weitaus schlimmer ist als die Regierung zugibt. Es ist also Misstrauen, dass zur Regelbefolgung führt."

Obwohl die Zahl der Corona-Infizierten und der resultierenden Todesfälle in Italien hoch ist, erweist sich die strenge Ausgangssperre offenbar als effektiv.

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Aber ist der Italiener mit seiner Lebensart auch weniger anfällig für schlechte Laune in den eigenen vier Wänden? Und: welche Rolle spielt Kulinarik in diesem Zusammenhang? Neapel gilt als Heimat, als Geburtsstätte der Pizza. Sie gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Kein Wunder, dass ausgerechnet hier ein neuer Social-Media Trend entstanden ist:

Trotz Krise steht bei Gianluigi Iorio am Wochenende Pizzabacken auf dem Plan. Und weil gegenseitiges Kosten nicht möglich ist, duelliert man sich mit Freunden um die schönste Optik.

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Das gemeinsame Essen steht bei den meisten Südeuropäern schon immer im Vordergrund. Während der Corona-Krise hat dies aber nochmal neue Dimensionen bekommen, erzählt der Neapolitaner.

Wie kann man gemeinsam die Zeit vertreiben, um Lagerkoller vorzubeugen? Zum Beispiel mit einem Kochkurs.

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Optimismus und Dolce Vita als Vorbild

Not macht erfinderisch. Und Optimismus gute Laune. Gerade in Zeiten wie diesen. "Woher der Optimismus der Italiener kommt? Nun, ich denke, dass die Erfahrungen aus mehreren historischen Krisen hier eine zentrale Rolle spielen. Die italienische Gesellschaft, Kultur und Lebensart ist fest verankert und hat die wechselvolle politische und wirtschaftliche Geschichte des Landes sowie die vielen Naturkatastrophen stets überlebt. Die Zuversicht ist also (hoffentlich) berechtigt", findet Thomas Bahle.

Eine kleine Portion Optimismus, gepaart mit dem italienischen Lebensgefühl. Es scheint, dass die Italiener ihre derzeitige Situation vor allem als Chance sehen, Zeit mit der Familie zu verbringen. Vielleicht können wir uns das ja wirklich abgucken.

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