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Klare Pandemiepläne - Spahn zu Coronavirus: "Wir sind gut vorbereitet"

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Erste Fälle in Europa. Mehrere Verdachtsfälle in Deutschland. Doch Gesundheitsminister Spahn zeigt sich entspannt: Man sei auf das Coronavirus "gut vorbereitet".

China, Peking: Ein Fahrgast mit Mundschutz sitzt in einem fast leeren U-Bahnzug.
China, Peking: Ein Fahrgast mit Mundschutz sitzt in einem fast leeren U-Bahnzug.
Quelle: DPA

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland für den Fall eines Auftretens des neuen Coronavirus hierzulande gut gewappnet:

Grundsätzlich sind wir wachsam, wir nehmen die Dinge sehr ernst, wir sind aber auch gut vorbereitet.
(Gesundheitsminister Spahn)

Pandemie- und Umgangspläne sorgten für Klarheit, was im Fall der Fälle an den Flughäfen und an den Klinken zu tun sei.

Auch Experten sehen Deutschland gut auf das Coronavirus vorbereitet: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die Gefahr durch das neuartige Coronavirus in Deutschland derzeit nach wie vor für "sehr gering". Zugleich betonte Wieler im ZDF-Morgenmagazin mit Blick auf zahlreiche Fälle in China und Einzelfälle in anderen Ländern, Deutschland sei "absolut gut vorbereitet". Auch weitere Gesundheitsexperten sehen die Bundesrepublik gut gerüstet gegen mögliche Erkrankungsfälle.

Wieler sagte, es sei vor allem wichtig, dass mögliche Erkrankungen sehr früh erkannt würden. Die Gesundheitsämter seien auch durch Übungen gut vorbereitet. Auch die deutschen Flughäfen, über die das Virus nach Deutschland eingeschleppt werden könnte, seien "sehr gut gewappnet".

Minister Spahn erläuterte die Maßnahmen: Passagiere aus China würden durch mehrsprachige Flyer informiert. Dabei gehe es vor allem darum, dass sich Passagiere mit Symptomen aus den entsprechenden Regionen "sehr zügig" zu erkennen geben und einen Arzt aufsuchen, so dass schnell Diagnostik und Therapie starten könne. "In einem nächsten Schritt würden die Kontaktpersonen identifiziert, die die betreffende Person in Deutschland, in Europa gehabt hat", so Spahn weiter. "Diese Kontaktpersonen würden informiert, aufgesucht und beraten und gegebenenfalls behandelt werden."

Kontrollen am Flughafen Frankfurt laufen

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums ergänzte, sie könne nicht ausschließen, dass es auch Kontrollen in Form von Screenings an den Flughäfen geben werde. Derzeit rate die Weltgesundheitsorganisation von Screenings aber ab.

Am Flughafen Frankfurt werden nach Information des Sozialministeriums Hessen aus den Risikogebieten in China einreisende Passagiere mit Fieber untersucht. Auf der Reise Erkrankte werden bereits im Flugzeug isoliert und untersucht. Bei Verdacht auf Coronavirus-Infektion käme ein Patient ins Krankenhaus, und die Mitreisenden würden informiert. Weitere Maßnahmen seien bei begründetem Krankheitsverdacht vorgesehen.

Spahn: Masern deutlich ansteckender

Zur "Einordnung" betonte Spahn, dass der Krankheitsverlauf beim Coronavirus milder sei als etwa bei einer Grippe. "An einer Grippe, wenn sie schwer verläuft, sterben in Deutschland bis zu 20.000 Menschen im Jahr." Auf die Frage, ob in Deutschland wie in China auch die Abschottung ganzer Städte möglich sei, führte Spahn das Beispiel von Masern an, die deutlich ansteckender seien als das Coronavirus:

Das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten und andere nationale Behörden seien in ständigem Austausch, mit den Behörden der Bundesländer, national und international. Der Minister versicherte:

Jeder hat seine genau zugewiesene Aufgabe. Im Fall der Fälle weiß jeder, wer verantwortlich ist und was er zu tun hat.
Gesundheitsminister Spahn

Aus der Sars-Epidemie 2002/2003 habe man dazugelernt.

Die chinesische Regierung teilte unterdessen mit, mitgeteilt, dass die Zahl der Toten auf inzwischen 81 gestiegen sei. Die Zahl der landesweit registrieren Krankheitsfälle stieg um mehr als 700 auf knapp 2.750 an. Hinzu kommen rund 6.000 Verdachtsfälle.

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Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Andere Länder wie Frankreich und die USA haben solche Rückholaktionen bereits in die Wege geleitet.

In der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina, dem Ausgangsort der Epidemie, lebten etwa 90 Deutsche, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Das seien "Staatsbürger, die dort leben, arbeiten, studieren, verheiratet sind". Das Auswärtige Amt stehe mit den Deutschen dort seit Tagen regelmäßig in Kontakt. "Wir haben keine Hinweise im Moment darauf, dass Deutsche betroffen sind von der Krankheit", sagte sie.

Seit 11 Uhr tage im Auswärtigen Amt ein Krisenstab, der sich mit der Reaktion auf die Krankheit befasse, sagte die Sprecherin. Alle Optionen würden intensiv geprüft. "Und wir prüfen auch intensiv die Option einer Evakuierung. Wir haben ein Konsularteam der Botschaft, was auf dem Weg nach Wuhan ist, um sich ein Bild selbst zu machen. Das sollte heute gegen Abend dort eintreffen."

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