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Schulen: Karliczek mahnt Vorsicht an

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Regelbetrieb - Schulen: Karliczek mahnt Vorsicht an

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Während Länder wie NRW in Sachen Schulöffnung voranpreschen, mahnt Bildungsministerin Karliczek zu "allergrößter Vorsicht". Sie verweist auch auf die Studie des Virologen Drosten.

Stufenweise hat der Schulunterricht in den Bundesländern wieder begonnen. Nordrhein-Westfalen möchte nun sogar zurück zum Regelbetrieb.

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek warnt ihre Länderkollegen vor einem überhasteten Wiedereinstieg in den normalen Schulbetrieb. "Solange wir noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 haben, muss auch an den Schulen weiter allergrößte Vorsicht herrschen, um strukturierten Unterricht anbieten zu können", sagte die CDU-Politikerin dem "Spiegel":

Es muss weiter alles getan werden, damit die Schulen nicht zu Infektionsherden werden.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, CDU

Die Ministerin bezog sich dabei auf neue Erkenntnisse des Virologen Christian Drosten. Die in dieser Woche aktualisierte Analyse des Teams um den Charite-Professor bestätige "Hinweise auf eine erhebliche Virenlast bei infizierten Kindern", sagte sie. "Das müssen wir beachten. Die Schulen sollten weiter unbedingt auf den Gesundheitsschutz achten, damit dort verlässlicher Präsenzunterricht angeboten werden kann - selbst wenn dies im Wechsel zu einem digitalen Unterricht geschieht."

Bundesministerin bremst Länderkollegen

Karliczek greift damit auch in Gespräche der Kultusministerkonferenz ein, die derzeit an einem Konzept für das nächste Schuljahr arbeitet. Einige Landesbildungsminister drängen darauf, so rasch wie möglich zu einem regulären Schulbetrieb zurückzukehren. Karliczek mahnt, das Infektionsgeschehen müsse "weiter strikt beobachtet" werden.

NRW-Familienminister Joachim Stamp erklärt zum vorgesehenen Regelbetrieb bei Grundschulen ab Mitte Juni, man wolle die zwei Wochen nutzen, „um zu sehen, wo hat es individuelle Versäumnisse gegeben“. Es gehe um Bildungschancen für Kinder.

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Nordrhein-Westfalen kündigte unterdessen an, dass ab dem 15. Juni wieder ein täglicher Regelbetrieb an den Grundschulen startet. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte nach dieser Entscheidung vor einer zweiten Infektionswelle. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er:

Auch Grundschüler können ansteckend sein.
Karl Lauterbach, SPD

Giffey befürwortet Normalbetrieb

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würde es befürworten, Schulen nach den Ferien in den Normalbetrieb zurückkehren. Im rbb sagte die SPD-Politikerin, Voraussetzung sei, dass das Infektionsgeschehen so bleibe, wie es derzeit ist: "Und da ist es natürlich nötig, dass das Personal auch zur Verfügung steht und das heißt, man muss auch den Gesundheitsschutz des Personals in den Blick nehmen."

Aerosole - winzige, unsichtbare Partikel. Wie gefährlich sind sie? Wie groß ist ihr Anteil an der Verbreitung der Coronaviren? Ein großangelegter Versuch will Klarheit bringen.

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Zugleich betonte sie, dass Abstandsregeln realistischerweise bei einem Normalbetrieb nicht einzuhalten seien. Giffey sagte weiter, sie finde es richtig, dass die Bundesländer zurzeit weitere Schritte der Öffnung gehen.

Das ist natürlich im Interesse der Kinder. Kinder brauchen Kinder.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)

FDP-Fraktionsvize Katja Suding drang auf einen schnellen Schulstart: "Seit Wochen sind Schülerinnen und Schüler aus ihrem sozialen Lernumfeld gerissen, seit Wochen nimmt die Bildungsministerin das wachsende Bildungsdefizit Tausender Schüler nur schulterzuckend zur Kenntnis." Suding weiter:

Eltern sind am Rande ihrer Kräfte und völlig verzweifelt.
Katja Suding, FDP

Die Parteichefin der Linken, Katja Kipping, lehnte indes einen baldigen Regelbetrieb ab. Für den Unterricht seien Änderungen nötig, sagte sie dem "Spiegel". Die Gefahr des Virus sei unverändert groß. "Ältere oder vorerkrankte Lehrer muss man im Zweifel freistellen", so Kipping. Sie forderte kostenlose Corona-Tests für Lehrer. Der Unterricht müsse zudem stärker auf Schulhöfe oder Parks verlagert werden:

Die meisten Klassenzimmer sind zu klein, um den Mindestabstand zu halten. Hier ist Kreativität gefragt.
Katja Kipping, LInke

Das Coronavirus stellt Schulen vor eine besondere Herausforderung. Besonders die Aerosol-Belastung in den Klassenzimmern ist ein Problem. Der Lehrerverband fordert neue Regelungen.

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