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"Es war sehr schwierig zum Anfang"

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Bernhard Kern - "Es war sehr schwierig zum Anfang"

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Als im Berchtesgadener Land der weitgehende Shutdown kam, waren die Anschuldigungen "heftig", sagt Landrat Bernhard Kern. Am Ende habe sich die Maßnahme aber gelohnt.

Der Landrat des stark von Corona-Infektionsfällen betroffenen Landkreises Berchtesgadener Land, Bernhard Kern, sagt, die „Anschuldigungen waren heftig“, nachdem dort ein weitgehender Shutdown in Kraft trat. Letzten Endes habe er sich aber gelohnt.

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Bernhard Kern hat mit seinem Landkreis Berchtesgadener Land schon einen strengen Corona-Lockdown durchgemacht. Zwar waren die Anschuldigungen groß, doch am Ende habe sich die Einschränkung gelohnt, sagt er im heute journal. Sehen Sie oben das gesamte Interview im Video.

Claus Kleber: Bei uns in Deutschland reden viele Leute von Lockdown, wo nur ein paar Kontaktbeschränkungen sind. Sie hatten einen wirklichen Lockdown. Kitas zu, Schulen zu, Menschen durften nur noch mit triftigem Grund auf die Straße. Touristen mussten abreisen. Wie war das für den Landrat?

Bernhard Kern: Ja, es war sehr heftig zur Anfangszeit am 20. Oktober, wo die Allgemeinverfügung letztlich erlassen werden musste, für diesen Landkreis Berchtesgadener Land, verordnet durch den Freistaat Bayern.

Kleber: Und wie haben Sie das zu spüren bekommen, wie schwierig das war?

Kern: Es war sehr schwierig zum Anfang. Die Anschuldigungen waren sehr, sehr heftig. Wir haben über 300 E-Mails im Landratsamt bekommen, die wir alle beantwortet haben. Viele Anfragen, viele Telefonate. In Facebook und den neuen Medien ist viel gelaufen, und es ist fast schon ein bisschen unterirdisch gewesen, die Anschuldigungen gegen das Landratsamt und vor allen Dingen gegen mich als Landrat im Berchtesgadener Land.

Während sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Berchtesgadener Land nach mehrwöchigen drastischen Einschränkungen halbiert haben, sind im Nachbarlandkreis Traunstein die Zahlen so hoch wie nie. Was kann man dort vom Nachbarlandkreis lernen?

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Kleber: Sie mussten trotzdem durchhalten. Und dann gingen die Zahlen erst mal weiter nach oben.

Kern: Ja, am 15. und 16. Oktober in etwa waren wir noch auf null. Wir sind dann relativ schnell auf 252 am 20. Oktober angestiegen. Wir hatten am 28. und 29. einmal einen Inzidenzwert von über 300 und haben dann eine Lockerung verspürt. Heute sind wir so weit, dass wir knapp unter 140 bei dem 7-Tage-Inzidenzwert im Berchtesgadener Land sind.

Kleber: Nun ist das Ziel 50 aber immer noch weit entfernt. Und Sie haben jetzt fast vier Wochen Lockdown gehabt.

Kern: Ja, es ist so, dass natürlich 50 oder 100 sehr wünschenswert wären. Die Bürgerinnen und Bürger aus dem Berchtesgadener Land müssen sich an die Regularien halten und wir alle müssen schauen, dass wir die Regeln einhalten, Mund-Nasen-Schutz, Hygiene-Regelungen, sodass wir noch weiter nach unten kommen. Wir sind guten Mutes.

Ich als Landrat bin guten Mutes, dass wir das einigermaßen schaffen werden.

Allerdings: Um uns herum sind die Inzidenzwerte doch sehr, sehr hoch - im Land Salzburg, im Landkreis Traunstein.

Kleber: Nun haben sie fast vier Wochen hinter sich. Im gesamten Land gibt es die Kontakt-Beschränkungen schon seit zwei Wochen. Und die Menschen werden ungeduldig. Was ist der Rat aus Berchtesgaden?

Kern: Ja, die Menschen werden natürlich ungeduldig. Zum einen sind sie ungeduldig geworden, als die Allgemeinverfügung erlassen werden musste und zum anderen ab dem 2. November, wo die Verfügung des Freistaates Bayern letztlich losgegangen ist - übergangslos. Und die Menschen im Berchtesgadener Land müssen sich bitte an die Regularien halten. Dass wir zum einen einmal die Inzidenz-Zahlen halten, die Infektionen zurückgehen und wir letztlich noch weiter nach unten kommen. Wir wollen einen gesunden Landkreis Berchtesgadener Land und die Inzidenzwerte einfach nochmal deutlich senken.

Kleber: Können Sie sagen, was bei Ihnen bisher geholfen hat und was vielleicht unnötige Beschränkung waren?

Kern: Ja. Unnötige Beschränkungen in der Allgemeinverfügung kann man nicht feststellen. Das ist natürlich sehr heftig.

Wenn man die Schulen, die Kitas schließen muss, ist man natürlich auch dem Angriff ausgesetzt. Aber letzten Endes hat sie sich gelohnt.

Jetzt, ab dem 2. November, sind die Schulen und Kitas wieder geöffnet. Allerdings merkt man schon, dass in den einzelnen Klassen oder in einer Kita mal ein Ausbruch stattfinden kann. Aber der ist klein, der ist überschaubar. Dann schaut man, dass wir die Kontaktpersonen ermitteln, letztlich die Positiven herausnimmt und dann wieder in dem regulären Unterricht und in der Kita wieder die Gruppenstärke herstellt.

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