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Nervös in der Krise - Armin Laschet verspielt Vertrauen

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Als dynamischer Krisenmanager will er bei seinen Wählern punkten - als zunehmend nervöser Politiker kommt er in der Corona-Krise rüber. Armin Laschet setzt Vertrauen aufs Spiel.

Kommentar: Dorthe Ferber zu Armin Laschet
Dorthe Ferber kommentiert: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verspielt gerade jede Menge Vertrauen.
Quelle: ZDF/dpa

Laschet, der Lockerer, das ist das Markenzeichen des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten in der Corona-Krise. Ab in die Offensive als dynamischer Krisenmanager, der sich ganz nebenher für das Kanzleramt empfiehlt. Aber Laschet landet in der Defensive und agiert zunehmend nervös.

Am vergangenen Samstag hätte die CDU eigentlich ihren neuen Parteivorsitzenden gewählt. Armin Laschet hatte gute Chancen. Aber bekanntlich kam es anders und so legte Laschet am Wochenende statt einer Parteitagsrede einen denkwürdigen Talkshowauftritt hin. Wenn Virologen alle paar Tage die Meinung ändern, werde es auch für die Politik schwierig, wetterte er und offenbarte damit ein gefährliches Wissenschaftsverständnis.

Laschets gefährliches Wissenschaftsverständnis

Für Laschet scheint Wissenschaft bestenfalls etwas zu sein, das Politik nutzen kann, um vorhandene Überzeugungen zu unterfüttern. Konkret gezeigt hatte er das schon vor Ostern mit einer hastigen Vorstellung der so genannten "Heinsberg"-Studie, die seine Lockerungsforderungen mit Zahlen untermauern sollte.

Es wurde aber dann nicht viel mit Lockern und prompt tat Laschet öffentlich kund, dass Virologen ihm nicht sagen, welche Entscheidungen er zu treffen habe. Eine Haltung, die nahe an "Jetzt ist aber auch mal gut" und bei einer Pandemie geradezu fahrlässig ist.

Denn Laschet erschüttert Vertrauen in Wissenschaft, die fragend und forschend versucht, eine neue Infektionskrankheit zu verstehen. Und Politik wird bei der Bewältigung dieser Krise weiter auf Wissenschaft angewiesen sein - eine Erkenntnis, die Laschet im Gegensatz zur Kanzlerin abgeht.

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Belastetes Vertrauensverhältnis im eigenen Land

Zurück zum Talkshow-Auftritt: Da zeigt der aufgebrachte Ministerpräsident bei kritischen Nachfragen zur Schulöffnung auf die Kommunen, die seien nun erstaunlich schlecht vorbereitet. Eigene Verantwortung als Landesvater - Fehlanzeige.

Der Gegenwind aus den Kommunen folgt auf dem Fuße und zwar parteiübergreifend, vom NRW-Städtetag bis hin zum Essener CDU-Bürgermeister. Das Vertrauensverhältnis werde belastet, heißt es, Laschets Äußerungen ein Affront gegen alle, die vor Ort tagtäglich gegen die Krise kämpfen.

Laschet fordert "verantwortungsvolle Normalität"

Es ist ein zunehmend nervöser Armin Laschet, der für seine Exit-Strategie wirbt. Im Netz kursieren längst Witze mit dem Hashtag "Laschet fordert". Dabei hat der Ministerpräsident gute Gründe für den Weg zurück in die "verantwortungsvolle Normalität". In Nordrhein-Westfalen gibt es strukturschwache Regionen und Großstädte mit hohem Armutsrisiko, Laschets Einsatz gegen Arbeitslosigkeit und für Kindeswohl ist da berechtigt.

Armin Laschet am 12. April im heute-journal-Interview:

Nur versucht Armin Laschet auf denkbar unglückliche Weise, seine Ziele zu erreichen. Mit verrutschter Gesichtsmaske, Ungeduld und aufgeregtem Auftritt verspielt er Vertrauen - das ist aber gerade in der Krise ein wichtiges Gut.

Dorthe Ferber ist Leiterin des ZDF-Landesstudios Nordrhein-Westfalen

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