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Kommentar zur Corona-Krise - Die normale Politik kam zum Stillstand

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Vor drei Monaten kam Deutschland aufgrund der Corona-Krise zum Stillstand. Auch im politischen Berlin war dies spürbar, so ZDF-Korrespondent Theo Koll.

"Wir erleben mehr Staat, mehr Schulden, auch mehr Flexibilität, als wir je für möglich gehalten hätten", kommentiert ZDF-Hauptstadtstudio-Leiter Theo Koll.

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Genau vor drei Monaten, um 18:32 Uhr verkündete der Regierungssprecher, dass die Bundeskanzlerin ab sofort in Corona-Quarantäne ginge – ihr Arzt sei infiziert und sie könne sich angesteckt haben. Es war das Symbol der Situation: Die normale Politik kam zum Stillstand – alle Konzentration galt der Pandemiebekämpfung.

"Potential zu einer umfassenden Zeitenwende"

Die Groko stellte weitgehend ihren inner-koalitionären Kampf ein, die Kanzlerin mutierte von abwesend-wirkender Restlaufzeit zur täglich beliebter werdenden Krisenkoordinatorin. Der unionsinterne Wettbewerb um den Parteivorsitz wurde in den Lockdown geschickt, einzig die Kontrahenten um die Kanzlerkandidatur, Laschet und Söder, schafften es auch weiterhin diese zweite politische Ebene zu bespielen.

Auch wenn nach und nach wieder vieles in alte Muster zurückfallen dürfte – ich glaube, die Corona-Krise hat das Potential zu einer umfassenden Zeitenwende. Nie zuvor ist in Friedenszeiten so drastisch in gesellschaftliches Miteinander eingegriffen worden, wir erleben mehr Staat, mehr Schulden, auch mehr Flexibilität, als wir je für möglich gehalten hätten.

"Vollbremsung" für die Globalisierung

Die Globalisierung hat erst einmal eine Vollbremsung hingelegt - und das haben auch populistische Staatenlenker, deren schlechte Regierungskunst überdeutlich bloßgestellt wurde, in Großbritannien, in Brasilien und den USA.

Europa reagierte anfangs mit nationaler Abschottung. Aber erschrocken über die eigenen Reflexe und die schweren Pandemiefolgen führt es am Ende zu einem fundamental anderen Ausgaben- und Solidaritätskurs. So viel Zukunft ist lange nicht mehr so schnell entschieden worden…

Theo Koll ist Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin.

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