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Laumann: "Das ist eine Alarmsituation"

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Corona-Ausbruch bei Tönnies - Laumann: "Das ist eine Alarmsituation"

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657 Infizierte, Schulen dicht: Der Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies sorgt für Kritik. Die Zustände in Schlachthöfen müssen beendet werden, sagt Minister Laumann im ZDF.

NRW-Gesundheitsminister Laumann im ZDF heute journal über den Corona-Ausbruch bei Tönnies.

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Mit 657 Infizierten gibt es wieder einen folgenreichen Corona-Ausbruch in einer deutschen Fleischfabrik. Die Produktion im Tönnies-Fleischkonzern im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurde vorübergehend eingestellt, der Kreis Gütersloh schließt Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien und stellt gut 7.000 Menschen unter Quarantäne.

Mit den Maßnahmen solle verhindert werden, dass sich das Virus in der Bevölkerung im Kreis Gütersloh ausbreite, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Einen allgemeinen Lockdown im Kreisgebiet wird es aktuell nicht geben, wie die Kreisverwaltung mitteilte.

Laumann: "Bedingungen können so nicht bleiben"

"Wir haben mit dem Fall in Rheda-Wiedenbrück einen wirklich großen Ausbruch'", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im ZDF heute journal. "Wenn von 1.000 Testungen mehr als zwei Drittel positiv sind, dann ist das schon eine Alarmsituation." Man setze nun alles daran, dass es bei einem lokalen Ausbruch bleibe, so Laumann.

Er sei sich sicher, dass die Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen auch mit den Wohn- und Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie zu tun habe. "Die Bedingungen, wie wir in Deutschland zur Zeit Schlachthöfe betreiben, können so nicht bleiben." Damit müsse Schluss sein - "Schluss wird nur sein, wenn diejenigen, denen Schlachthöfe gehören, eine Generalhaftung für Werkvertragsarbeitnehmer haben". Der Bundestag müsse die gesetzlichen Regelungen zur Fleischindustrie nun im Eildurchgang beschließen, forderte Laumann im ZDF.

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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mahnte indes zu Wachsamkeit. Das Beispiel zeige, "wie schnell" sich ein Virus verbreite, "wenn Abstände nicht eingehalten werden, wenn Unterkünfte nicht in Ordnung sind, und es warnt uns, immer nochmal ein zweites Mal hinzuschauen".

Konzern entschuldigt sich für Corona-Ausbruch

Der Tönnies-Konzern, Deutschlands Marktführer bei der Schlachtung von Schweinen, entschuldigte sich für den massiven Ausbruch. Das Unternehmen arbeite eng mit dem Krisenstab und den Behörden zusammen, sagte der Leiter der Tönnies-Unternehmenskommunikation, André Vielstädte. Bei den positiv Getesteten handle es sich um Mitarbeiter unterschiedlicher Nationalitäten sowie "direkt oder indirekt" angestellte Beschäftigte, die in unterschiedlichen Wohnsituationen lebten.

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Als mutmaßliche Gründe für die zahlreichen Infektionen nannte das Unternehmen die Rückkehr von Arbeitern nach Heimaturlauben sowie die Kühlung in Bereichen der Firma. Gekühlte Räume beförderten offenbar das Übertragen des Virus auf viele Personen, so Tönnies-Vertreter Gereon Schulze Althoff.

Politiker kritisieren Zustände in Fleisch-Industrie

Angesichts des erneuten Corona-Ausbruchs kritisierten auch Politiker von Grünen und SPD erneut die Zustände in der Fleischindustrie. "Wo bleiben die großspurig angekündigten gesetzlichen Regelungen für den besseren Schutz der Beschäftigten, bessere Wohnbedingungen, mehr Hygiene und effektivere flächendeckende Kontrollen?", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter.

Die Gesundheit der Beschäftigten wird für die Profite der Fleischbarone aufs Spiel gesetzt",
Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter

Die SPD-Fraktionsvize Katja Mast nannte es "schlimm, dass es jetzt schon wieder einen so massiven Ausbruch gibt". "Es geht um hart arbeitende Menschen, oft aus ärmeren Teilen Europas, die häufig in Sammelunterkünften untergebracht sind." Es dürfe nicht sein, "dass lokale Lockerungen durch die Pandemieherde in der Fleischindustrie wieder gefährdet werden".

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