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Lockerungen geplant - Der Macher Laschet ist ausgebremst

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Ostern war die Zeit von Armin Laschet: Der NRW-Ministerpräsident präsentierte Studienergebnisse und plädierte für den Exit. Jetzt ist er ausgebremst und erntet einen Shitstorm.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erntete zuletzt einen Shitstorm.
Quelle: dpa

Am Gründonnerstag begann Armin Laschets "Lockerungs-Kampagne": Er ließ den Virologen Hendrik Streeck erste Ergebnisse seiner Heinsberg-Studie präsentieren, die Lockerungsforderungen des NRW-Ministerpräsidenten sollten ein wissenschaftliches Fundament bekommen.

Die Vorgehensweise ist für Wissenschaftler absolut unüblich, normalerweise werden Forschungsergebnisse vorab Fachkollegen zur Beurteilung vorgelegt. Diese Kollegen, auch Virologe Christian Drosten, bezogen also ihr Wissen nur aus der Pressekonferenz und reagierten prompt mit kritischen Nachfragen. Das schmälerte die Glaubwürdigkeit der Heinsberg-Studie deutlich.

Die PR für die Studie machte es nicht besser

Noch kritischer wurde es, als bekannt wurde, dass die Social Media-Agentur "Storymachine" die Wissenschaftler unterstützt, mit Bildern und Videos der Forscher auf Twitter und Facebook. Ein ebenfalls unübliches PR-Tamtam, das die wissenschaftliche Studie noch stärker in Frage stellte.

"Storymachine" wurde übrigens von Michael Mronz mitgegründet - der Mann wirbt ansonsten mit Armin Laschet für den Olympiastandort NRW. "Storymachine" beteuerte eilig, dass man ganz allein dem Virologen Streeck die Öffentlichkeitsarbeit angeboten habe.

Laschet, der Lockerer gegen Söder, den Bremser

Der Ministerpräsident selbst ließ nicht ab von seiner Exit-Mission. Denn Laschet, der Lockerer, sah in diesen Forderungen wohl auch die Möglichkeit zur Abgrenzung von Söder, dem Bremser.

Seit Beginn der Krise konkurrieren die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Bayern um das bessere Krisenmanagement, um die bessere Ausgangsposition im Rennen um das Kanzleramt.

Der Expertenrat in NRW preschte vor

Also drängte Laschet weiter, ließ seinen eigenen NRW-Expertenrat noch einen Tag vor der Nationalen Akademie der Wissenschaften einen Ausstiegsfahrplan veröffentlichen.

Und seine Bildungsministerin verkündete schon vor der Sitzung mit Kanzlerin und Ministerpräsidenten, dass die Schulen an Rhein und Ruhr in der kommenden Woche wieder öffnen werden. Daraus wurde dann aber nichts.

Laschet wird ausgebremst und erntet einen Shitstorm

Denn bekanntlich kam alles anders: Die Kanzlerin bremste Laschets Lockerungen aus, auch die schnelle Schulöffnung. Laschet konnte gerade noch gesichtswahrend versichern, dass in NRW Schulen wenigstens für ein paar Schüler der Abschlussklassen geöffnet werden.

Äußerungen, die ihm sofort einen Shitstorm von Schülern und Jungwählern einbrachte. Laschets "Lockerungs-Kampagne" endet vorerst mit viel Kritik und reichlich Spott - da habe sich wohl einer mit akuter Geltungssucht infiziert.

Dorthe Ferber leitet das ZDF-Landesstudio in Nordrhein-Westfalen.

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