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Schulschließungen: "Schaden für Kinder enorm"

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Laschet bei "dunja hayali" - Schulschließungen: "Schaden für Kinder enorm"

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NRW-Ministerpräsident Laschet: Schulschließungen sind einfach, der Schaden für Kinder enorm, sagte er bei "dunja hayali". Linken-Chefin Kipping ist für ein zweigleisiges Konzept.

Leichtsinn, Urlaubsrückkehrer, Schulbeginn - die Angst vor einer neuen Infektionswelle wächst.

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60 min
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Für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist die Maskenpflicht an Schulen nicht diskutierbar, da in seinem Bundesland die Zahl der Corona-Infizierten wieder ansteige. Schule sei wichtig, denn "Schulschließungen sind einfach durchzusetzen, aber der daraus resultierende Schaden für die Kinder ist enorm", betonte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "dunja hayali". Zudem sei der kostenlose Zugang zu digitalen Lernmitteln wie iPads für Kinder aus allen sozialen Gesellschaftsschichten essenziell, da sonst die "Schere zwischen Arm und Reich bei der Bildung noch größer wird".

In Bezug auf die aktuellen Entwicklungen gab Laschet zu bedenken, dass Reiserückkehrer nicht aufgrund eines negativen Corona-Tests denken sollten, dass sie nicht infiziert seien:

Ein Test reicht nicht für alle Zeit aus.
Armin Laschet

Dass die Menschen sich Sorgen machen, sei für ihn verständlich, denn durch die Pandemie sei es zu Grundrechts-Einschränkungen gekommen, "wie sie die Bundesrepublik seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr erlebt hat". Gleichzeitig betonte Laschet, dass der Lockdown richtig war.

Kipping für Ausweitung von Test-Kapazitäten

Laut Katja Kipping, Vorsitzende der Linken und Mitglied des Bundestags, ist es an der Zeit, dass die Politik liefere: "Wir müssen die Test-Kapazitäten ausweiten und gerade die Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen kostenlos getestet werden." Auch sei es ihrer Ansicht nach wichtig, bei Schülern zweigleisig zu fahren: Präsenzunterricht sowie digitale Lehre auf elektronischen Geräten.

So fallen Kinder, die zu Hause keine Förderung erfahren, nicht ab.
Katja Kipping

In Bezug auf die Demonstrationen gegen die aktuellen Einschränkungen forderte die Linken-Politikerin eine stärkere Abgrenzung nach rechts: "Viele sagen 'ich bin nicht rechts', aber sie machen sich durch ihre Teilnahme an solchen Veranstaltungen mit den Rechten, die teilweise Mitorganisatoren sind, und deren Sache gemein."

Schwesig: Schulbetrieb ist eine Großveranstaltung

"Die Öffnung von Kitas und Schulen hat absolute Priorität", stellte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), klar. Gerade Familien hätten viel unter der Pandemie gelitten und bräuchten jetzt Unterstützung.

Schwesig betonte aber auch, dass in ihrem Bundesland das Infektionsgeschehen am niedrigsten sei und aufgrund der Schulöffnungen von weiteren Lockerungen Abstand genommen werde.

Mein Sohn beispielsweise besucht eine Schule mit 750 Kindern, das sind Ausmaße einer Großveranstaltung, deshalb sind Sicherheitsvorkehrungen unumgänglich.
Manuela Schwesig

Erstmals seit Mai gibt es über 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages in Deutschland. Droht eine zweite Welle?

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11 min
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Ärztin sieht Deutschland nicht gut vorbereitet auf zweite Welle

"Wir sind nicht gut vorbereitet", lautet das Fazit für Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Zwar habe Deutschland die Krise bislang gut gemeistert, es fehle aber an Lösungswegen, da man sich zu lange in einer falschen Sicherheit gewogen habe.

"Es ist August und die Zahlen steigen, obwohl wir dachten, dass die zweite Welle erst im Herbst kommt", gab Teichert zu bedenken. Zudem sei das öffentliche Gesundheitswesen über viele Jahre kaputtgespart und die Zusagen der Politik noch nicht eingelöst worden, was die Arbeit erschwere.

Psychologe: Verschwörungstheoretiker nur kleine Gruppe

Der Mainzer Sozialpsychologe Professor Roland Imhoff forscht zu Verschwörungstheorien und erklärte, dass es in der Weltsicht dieser Menschen keine Zufälle gebe: "Es gibt nur Gut oder Böse." Deshalb sei deren Wut leicht nachvollziehbar, denn das Weltbild basiere vor allem auf Ungerechtigkeit: "Wenige Mächtige ziehen die Fäden und alle anderen leiden darunter."

Es sei daher wichtig, so Imhoff, Schuldige zu benennen, um ein Ziel für die Wut zu definieren. Jedoch handle es sich bei den Verschwörungstheoretikern um eine verschwindend kleine Gruppe, die von den Medien eine zu große Bedeutung beigemessen bekomme.  

Ein Computermodell des Coronavirus

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