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Gar nicht mehr so locker

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Kommentar zu Armin Laschet - Gar nicht mehr so locker

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Bedrohung betonen und zugleich relativieren - es ist Armin Laschets Kommunikation seit Beginn der Corona-Krise in Heinsberg. Und sie funktioniert noch immer nicht.

Kommentar: Dorthe Ferber zu Tönnies
Kommentar: ZDF-Studioleiterin Dorthe Ferber zu Laschets Rolle rückwärts im Fall Tönnies
Quelle: ZDF/dpa

Er wollte als Erster zur neuen Normalität, nun ist er als Erster zurück in strengen Kontaktsperren: Armin Laschet hat in der Corona-Krise einfach keinen Lauf. Der oberste Lockerer macht im Fall Tönnies jetzt die Rolle rückwärts, Bürger aus den betroffenen Kreisen bangen um ihren Urlaub und es gibt offene Fragen: Kann Armin Laschet wirklich Krise? Und könnte er wirklich Kanzler?

Laschets Kommunikation funktioniert noch immer nicht

"Kontaktbeschränkungen wie im März" verkündet Armin Laschet im Kreis Gütersloh, seinem Gesundheitsminister überlässt er kurz drauf die Verkündung für den Kreis Warendorf. Es ist die Notbremse auf Raten, nach tagelangem Zögern. Die Zahl der infizierten Tönnies-Mitarbeiter ist immer weiter gestiegen, auf inzwischen mehr als 1.600 Menschen.

Von einem lokal begrenzten Infektionsgeschehen hatte Laschet zunächst gesprochen, den sogenannten "Lockdown" wollte er aber zugleich nicht ausschließen. Bedrohung betonen und zugleich relativieren - es ist Laschets Kommunikation seit Beginn der Corona-Krise in Heinsberg. Und sie funktioniert noch immer nicht.

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Aus Bayern hieß es nach Laschets Äußerungen erst mal, man verstehe nicht, warum es keine Ausreisebeschränkung für die Menschen aus den betroffenen Kreisen gebe. Eine gezielte Spitze aus dem Süden, wo Markus Söder mit striktem Corona-Kurs höchste Popularitätswerte einfährt.

Verrutsche Maske, fahriger Talkshow-Auftritt - Laschet patzt

Armin Laschets Beliebtheit hingegen schwindet in der Krise, sein tastender Politikstil kommt schwer an. Zuhören, abwägen, moderieren - in der Krise ist das vielen Bürgern oft zu wenig klare Botschaft.

Zudem patzt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident regelmäßig bei öffentlichen Auftritten: Die Gesichtsmaske verrutscht, der Talkshow-Auftritt fahrig, die Äußerung zu Vertragsarbeitern aus Rumänien und Bulgarien unüberlegt. Das alles schafft wenig Vertrauen in einer Situation, in der Vertrauen ein wichtiges Gut ist.

Söder macht gerade eigentlich kaum was falsch

Der Politikprofi Laschet legt erstaunlich wenig Wert auf Bilder und Botschaften: Er sei so, wie er sei, entgegnet er seinen Kritikern, Inszenierungen möge er nicht. Nur steht Armin Laschet im Kanzlerkandidaten-Fernduell mit Markus Söder. Und der inszeniert sich perfekt, als kantiger Macher mit der Bayern-Maske stets ordentlich im Gesicht.

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Der künftige CDU-Chef habe auch Anspruch auf das Kanzleramt, hatte Laschet jüngst noch mal per Interview betont. Aus Bayern wird entgegnet, die Krise zeige, wem die Deutschen in schwierigen Zeiten vertrauen. Sie wissen dort: Sollte es vom Kreis Gütersloh aus zu einer zweiten Corona-Welle kommen, wären die Kanzler-Ambitionen des Krisenmanagers Laschet wohl endgültig vorbei.

Dorthe Ferber leitet das ZDF-Landesstudio NRW.

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