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Die Laumann-Aussage im Check

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Umgang mit Test-Ergebnissen - Die Laumann-Aussage im Check

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"Lassen Sie sich einfach testen", rät NRW-Gesundheitsminister Laumann den Menschen in den Corona-Hotspots. Doch Tests können negativ sein, obwohl man infiziert ist.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Laumann erklärt zu den neuen Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf: Er möchte „Ruhe reinbringen“, es seien 3500 Adressen zu überwachen. Man könne derzeit „nicht garantieren, ob alle ermittelt sind.“

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Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), rät Menschen in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf, sich "einfach testen" zu lassen. Das koste nichts und "in zwei Tagen wissen Sie, ob Sie infiziert sind oder nicht", sagte er am Dienstagabend im heute journal.

Wenn sie (die Tests) negativ sind, sind Sie überall herzlich willkommen.
Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister

Doch Laumanns Darstellung, ein Negativtest sei eine Art Freifahrtschein, ist bedenklich. Denn ein negativer Corona-Test heißt nicht automatisch, dass man nicht infiziert ist. Laumann spielt auf den PCR-Test an, dabei wird ein Abstrich gemacht und untersucht, ob sich das Virus in dem Moment der Entnahme nachweisen lässt.

Gründe für falsch negative Ergebnisse

Ein PCR-Test kann falsch negativ sein, wenn die Probe schlecht genommen ist. Es gibt im Rachen optimale Stellen, doch die würden nicht immer erwischt, weiß Andreas Gerritzen, Leiter des Medizinischen Labors Bremen: "Der Abstrich kann, durch den Mund kommend, an der Rachenhinterwand erfolgen. Das ruft bei vielen einen Würgereflex hervor und ist entsprechend unangenehm."

Besser sei ein Abstrich im Nasen-Rachen-Raum. "Dabei schiebt man den Tupfer an der Nasenscheidewand entlang durch die Nasenhöhle, bis man an die Rachenhinterwand stößt." Beide Verfahren sollte Fachpersonal durchführen. Dazu der Labor-Chef:

Wenn die Abstriche selbst durchgeführt werden und ein Negativergebnis produzieren, sinkt die Aussagekraft.
Epidemiologe Andreas Gerritzen

Doch selbst wenn der Abstrich korrekt gemacht wird und das Ergebnis negativ ist, kann man infiziert sein - denn es kommt auch auf den Zeitpunkt der Entnahme an. "Wenn man kurz nach einer Corona-Infektion eine Probe entnimmt, hat der Körper das Virus zum Teil noch nicht ausreichend reproduziert und es ist somit bei einem Test nicht nachweisbar", erklärt Gerritzen. "Der PCR-Test ist immer nur eine Momentaufnahme" warnt auch eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Beschäftigten in der Fleischfabrik von Tönnies ist auf 1.553 gestiegen. Das sind rund 22 Prozent der insgesamt rund 6.650 Arbeiter.

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Wann ein zweiter Test infrage kommt

Wenn man sich krank fühlt, gar corona-spezifische Symptome zeigt, aber ein negatives Labor-Ergebnis erhält, sollte man sich erneut testen lassen, rät das Robert Koch-Institut. Auch gelten, unabhängig vom Testergebnis, weiterhin die Hygieneregeln und das Abstandsgebot.

Im Landkreis Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies gegeben. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern hatten ein Beherbergungsverbot für Touristen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf in Nordrhein-Westfalen verhängt, auch Niedersachsen plant ein Verbot. Bayern hatte zudem angekündigt, Menschen mit negativen Tests von dem Verbot auszunehmen. Auf der Insel Usedom waren Urlauber aus dem Kreis Gütersloh schon am Montag aufgefordert worden, Mecklenburg-Vorpommern wieder zu verlassen.

Fazit: Laumanns Aufruf, dass sich viele Menschen testen lassen sollen, entspricht der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach deutlich mehr getestet werden solle. Doch ein negativer PCR-Test kann auch falsch sein. Wer Corona-Symptome zeigt, sollte sich dann erneut testen lassen.

Inzwischen gibt es nur noch lokale Corona-Ausbrüche. Deshalb haben die Gesundheitsminister über den Umgang mit Reisenden aus solchen Corona-Hotspots beraten – ohne einheitliches Ergebnis.

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