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Unsicheres Gefühl im Unterricht - Lehrer fordern mehr Schutz vor Corona

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Die Corona-Infektionszahlen steigen und mit ihnen die Zahl der Schüler in Quarantäne. Viele Lehrer fühlen sich nicht ausreichend geschützt. Die Schulen sollen aber offen bleiben.

Mehr als 300.000 Schüler*innen und bis zu 30.000 Lehrer*innen sind laut Deutschem Lehrerverband mittlerweile in Quarantäne. Eines von vielen Problemen: Für die Quarantäne-Entscheidung einer Schule sind diverse Gesundheitsämter verantwortlich.

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Die Schulen müssen offen bleiben - darauf hatte sich Ende Oktober die Kultusministerkonferenz (KMK) verständigt. Kinder und Jugendliche seien keine Treiber der Pandemie, Schulen vergleichsweise sichere Orte.

"Die Infektionszahlen in den Schulen bewegen sich derzeit bundesweit im Promillebereich und damit auf einem vergleichsweise geringen Niveau", heißt es in der Beschlussfassung der KMK vom 23. Oktober.

Hessens Schulminister Lorz betont, in Hessen könnten über 95 Prozent der Schüler weiter zur Schule gehen könnten.

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Mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne

Heute teilt der Deutsche Lehrerverband mit: Schätzungsweise mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler sind derzeit in Quarantäne. Hinzu kommen bis zu 30.000 Lehrkräfte.

Die Zahlen basieren laut dem Verband auf Daten aus mehreren Bundesländern, die entsprechend hochgerechnet wurden.

Kritik an zu laschen Corona-Maßnahmen

300.000 Schülerinnen und Schüler - das entspricht knapp drei Prozent aller Schüler in Deutschland. Nicht alle von ihnen sind tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert. Doch die Quarantänen hätten immer mehr Schulschließungen zur Folge, sagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Die Corona-Maßnahmen in den Schulen, die für mehr Schutz vor Infektionen sorgen sollen, gehen ihm nicht weit genug.

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Lehrer sehen sich nicht genug geschützt

Das findet auch die Förderschul- und Gymnasiallehrerin M. Betz.

Ich denke, dass momentan billigend in Kauf genommen wird, dass die Infektionen in Schulen nach oben schießen.
M. Betz, Lehrerin

"Natürlich, so Betz weiter, "ist es unsere Hauptaufgabe, Wissen zu vermitteln und Kinder in ihrer sozialen Entwicklung zu unterstützen. Aber ich habe im Augenblick leider das Gefühl, wir sollen unsere Schüler in erster Linie nur betreuen, damit Eltern arbeiten können. Darüber bin ich sehr enttäuscht und unzufrieden".

Sie hätte sich ausreichenden Schutz gewünscht

Sie würde sich dann schon wünschen, auf jeden Fall ausreichend geschützt zu werden von ihrem Arbeitgeber.

Das sei aber nicht der Fall: "Ich hätte eigentlich gedacht, dass man Schnelltests in den Schulen integriert, dass wir alle eine FFP2-Maske gestellt bekommen, dass Luftreinigungssysteme installiert werden."

Anja Karliczek plädiert für die Einführung einer Maskenpflicht an allen Schulen. Angesichts steigender Corona-Fallzahlen sei das Maskentragen auch für Grundschüler zumutbar.

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Maske im Unterricht vielerorts Pflicht

In mehreren Bundesländern gilt an weiterführenden Schulen wegen der gestiegenen Infektionszahlen derzeit auch im Unterricht eine Maskenpflicht, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Wenn nun ein Schüler positiv getestet wird, muss der zwar in Quarantäne, die übrige Klasse in vielen Fällen jedoch nicht.

"Die Gesundheitsämter haben Regeln, nach denen sie die Quarantäne verhängen und die hängen von den Umständen im Einzelfall ab", sagt Stefanie Hubig (SPD), Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, gegenüber dem ZDF.

Wenn in einer Klasse konsequent Masken getragen werden, ist das eine andere Situation, als wenn niemand Maske trägt.
Stefanie Hubig, Vorsitzende KMK, im ZDF

Es seien jetzt Maßnahmen ergriffen worden mit dem zweiten Lockdown, damit Schulen und Kitas offen bleiben könnten: "Wir müssen sehen, ob diese Maßnahmen greifen." Man habe alles daran gesetzt, die Schulen nicht schließen zu müssen - deshalb gebe es auch "massive Einschränkungen in der Gesellschaft".

Klar ist aber auch, wir lassen uns beraten und werden das Infektionsgeschehen weiter genau beobachten und dann auch weitere Entscheidungen treffen.
Stefanie Hubig, Vorsitzende KMK, im ZDF

Lehrerin M. Betz findet es dennoch beunruhigend, wenn bei einem Infektionsfall nicht die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt wird: "Da habe ich schon ein bisschen Bauchweh, wenn ich daran denke."

Noch immer Probleme beim Homeschooling

Die Kultusminister wollen daran festhalten, dass die Schulen so weit wie möglich geöffnet bleiben. Nicht zuletzt deshalb, weil das Thema Homeschooling noch immer viele vor Herausforderungen stellt.

"Die Schulen haben in den letzten Monaten stark nachgerüstet. Sie sind auch in den Unterrichtskonzepten weit vorangekommen. Viele Lehrkäfte haben sich fortgebildet. Aber es ist auch klar, dass es nicht überall gleichermaßen funktioniert, weil die technische Ausstattung noch unterschiedlich ist", erläutert KMK-Vorsitzende Hubig.

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Betz: Geld für Wirtschaft, aber nicht für Schulen

Viele offene Baustellen, von denen Lehrerin Betz gerade in der jetzigen Situation die der fehlenden Luftreinigungsanlagen in den Schulen besonders ärgert. Denn durch solche Anlagen würde sie sich im Unterricht sicherer fühlen.

Für die Lufthansa und andere Wirtschaftsunternehmen würden Milliarden an Hilfen bereitgestellt, sagt sie, aber für Luftreinigungsanlagen in den Schulen sei kein Geld da.

Das finde ich schade zu sehen und es macht mich auch traurig, dass wir das nicht wert sind.
M. Betz, Lehrerin

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