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Corona-Krise verschärft Not - Welthungerhilfe warnt vor Katastrophe

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Die aktuelle Pandemie könnte dazu führen, dass sich die Zahl der von Hunger Bedrohten auf 260 Millionen verdoppelt. Experten mahnen, vielen Ländern stehe das Schlimmste noch bevor.

Ein afrikanischer Junge trägt ein Kleinkind auf seinem Rücken. Die Welthungerhilfe erwartet eine Hungerkatastrophe in Afrika.
Experten befürchten eine beispiellose Hungerkatastrophe unter den Ärmsten der Welt.
Quelle: obs/sos-kinderdoerfer weltweit/michela morosini

Die Welthungerhilfe hat vor dramatischen Folgen des weltweiten Shutdowns für die ärmsten Länder der Welt gewarnt. "Bleibt die internationale Staatengemeinschaft untätig, besteht die große Gefahr, dass das verhängnisvolle Zusammenspiel aus Corona-Pandemie, bewaffneten Konflikten und Klimawandel zu einer Hungerkatastrophe größten Ausmaßes führt", sagte die Präsidentin der Hilfsorganisation, Marlehn Thieme, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Die wegen der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen verschlimmern überall die schwierige Ernährungslage und wirken wie ein Beschleuniger der Krise", betonte sie.

Viele Menschen, die in Afrika das Corona-Virus überleben, werden später an Hunger sterben.
Marlehn Thieme

"In den Ländern des Südens steht uns das Schlimmste noch bevor", sagte Thieme. Die UNO erwarte, dass sich die Zahl der akut vom Hunger bedrohten Menschen in diesem Jahr auf 260 Millionen Menschen verdoppele.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Heuschreckenplage die Hungerkrise in Afrika verschärft:

Neues Geld ist nötig

Da viele Menschen Selbstversorger seien und jeden Tag arbeiten müssten, um über die Runden zu kommen, sei jeder Tag ohne Beschäftigung existenzbedrohend. Nötig sei die Hilfe des Westens. "Wir brauchen milliardenschwere Sofortprogramme, um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern und die humanitäre Hilfe zu sichern", forderte sie. Dabei werde es nicht reichen, nur Gelder in den Entwicklungsetats umzuschichten. Es werde auch neues Geld nötig sein.

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Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) habe zu Recht gerade drei Milliarden Euro zusätzlich für seinen Haushalt gefordert. Eine sofortige Entschuldung der ärmeren Länder beurteilte Thieme allerdings skeptisch. "Da bin ich immer vorsichtig. Eine Entschuldung macht nur Sinn, wenn sichergestellt werden kann, dass die betroffenen Staaten die eingesparten Mittel auch tatsächlich für die Belange ihrer Bevölkerung ausgeben und das Geld nicht in dunklen Kanälen versickert. Das muss sehr gut vorbereitet sein", betonte sie.

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