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Bundesweite Regelung fehlt

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Diskussion um Maskenpflicht - Bundesweite Regelung fehlt

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Immer mehr Länder setzen auf eine Maskenpflicht - heute beraten weitere Länder darüber. Dabei wird der Ruf nach einer gemeinsamen Linie lauter.

Abiturienten am Gymnasium Dresden Klotzsche tragen einen Mundschutz am 20.04.2020
Könnte die Schutzmaske bald überall in Deutschland zum Alltag gehören?
Quelle: dpa

Zur Eindämmung des Coronavirus setzen immer mehr Bundesländer auf eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Eine bundesweit einheitliche Linie gibt es bislang nicht: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich vergangene Woche nur darauf verständigt, das Tragen von "Alltagsmasken" in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel "dringend zu empfehlen".

Grüne wollen einheitliche Maskenpflicht

Die Grünen fordern nun "eine klare, gemeinsame Linie" von Bund und Ländern: "Ich halte ein Gebot für einen Mund-Nasenschutz im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften für richtig", sagte Parteichefin Annalena Baerbock: "Es muss klar sein, da, wo man, wie im ÖPNV, direkt auf Menschen trifft, muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden."

Mehr Argumente für eine Maskenpflicht im Video:

Die Medizin-Ethikerin Alena Buyx begrüßt das Tragen von Mundschutzmasken. "Die Maske erlaubt, dass wir uns bei Kontaktsperre und Distanzvorgaben freier bewegen können".

Beitragslänge:
4 min
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Bundesärztekammerpräsident ist skeptisch

Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt reagiert eher zurückhaltend auf eine Maskenpflicht. Er sei kein "ausgesprochener Verfechter". "Die Maske wird feucht und kneift. Der Träger fasst sich dann unter Umständen häufiger ins Gesicht," sagte er der "Passauer Neuen Presse". Professionelle Masken, die zuverlässig zu einer Infektionsreduktion führten, seien indes nicht ausreichend für die gesamte Bevölkerung vorhanden.

Wie man den Mundschutz richtig anwendet, wird im Video erklärt:

Was beim Schutz von Mund und Nase zu beachten ist.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Wo eine Maskenpflicht gilt

Die Sachsen waren die ersten, dort gilt schon seit Montag eine Maskenpflicht für Geschäfte und den Nahverkehr.

Thüringen will ab Freitag nachziehen, Bayern kommende Woche. In Mecklenburg-Vorpommern sind Masken ab kommendem Montag Pflicht, aber nur im Nahverkehr.

In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt deutet sich ebenfalls eine Maskenpflicht für Einzelhandel und ÖPNV an, in beiden Ländern berät heute die Landesregierung darüber. Der Berliner Senat spricht ebenfalls über das Thema - wobei es hier in der Koalition zuvor noch unterschiedliche Positionen gab.

Keine bundesweite Pflicht

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sagte am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen", man habe sich bei der Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten an Empfehlungen des Robert Koch-Instituts orientiert.

Solche einfachen Masken - die keine medizinischen Schutzmasken sind - könnten demnach bei richtiger Anwendung einen Zusatznutzen bringen. Deshalb seien sie gerade in geschlossenen Räumen zu empfehlen, sagte Braun. "Aber von einer Verpflichtung war da keine Rede."

Die Angst vor der zweiten Welle

Letztlich geht es beim Thema Maskenpflicht auch um die Frage, wie trotz der ersten Lockerungen ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen verhindert werden kann.

Der Berliner Virologe Christian Drosten warnte am Montag im NDR-Podcast: Wenn die sogenannte Reproduktionszahl nach Lockerung der Maßnahmen wieder über 1 kommen sollte - also ein Infizierter wieder mehr als einen anderen Menschen ansteckt -, könne die Epidemietätigkeit in nicht erwarteter Wucht wieder losgehen.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag angesichts von Diskussionen über weitere Lockerungen eindringlich dazu aufgerufen, bei der Einhaltung der Regeln nicht nachzulassen. "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen", sagte die CDU-Politikerin. In einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums ärgerte sie sich über "Öffnungsdiskussionsorgien" in einigen Ländern.

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