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Überall fehlen Atemschutzmasken

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Corona-Krise - Überall fehlen Atemschutzmasken

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Alle Bundesländer haben jetzt wegen Corona eine Maskenpflicht beschlossen. Dabei besteht ein Engpass bei der Beschaffung solcher Masken - der wird wohl noch ein Jahr lang dauern.

Planlos in der Maskenpflicht

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Fachleute aus Verbänden, Industrie sowie aus der Medizin werfen der Bundesregierung anhaltende Versäumnisse bei der Sicherstellung der Versorgungslage mit Schutzausrüstungen vor.

Virologe Kekulé für zentrale Koordination von Masken-Sicherstellung

"Ich würde mir eigentlich eine bundeseinheitliche zentrale Koordination hier wünschen, die wirklich den Bedarf feststellt und dann dafür sorgt, dass wir die Masken auch bekommen", sagt der Virologe Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg, der sich für den Einsatz von Gesichtsmasken in der Corona-Krise stark macht:

"Atemschutzmasken schützen auf jeden Fall andere Personen und uns selbst zu einem gewissen Grad auch", so der Virologe und Epidemiologe Prof. Alexander Kekulé. Er befürwortet eine umfassende Maskenpflicht.

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7 min
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Die weltweite Versorgungsnot verursache inzwischen einen international blühenden Schwarzmarkt für Schutzausrüstungen, heißt es aus dem Fachhandel. Angeboten würden große Mengen an Atemschutzmasken und Schutzanzüge mit gefälschten Zertifizierungen.  

Versorgungsnot lässt Schwarzmarkt um Atemschutzmasken blühen

Das bestätigt auch die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins, Anke Rüdinger: "Wir bekommen momentan im Stundentakt Faxe oder E-Mails mit Angeboten, wo die Zertifikate doch sehr zweifelhaft sind und denen man nicht vertrauen kann. Angebote, wo die Preise so exorbitant hoch waren, dass ich sage, die möchte ich nicht."

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Die aktuelle Notlage wäre vermeidbar gewesen, wenn die Politik frühzeitig reagiert hätte, meint der Maschinenbauunternehmer Bernd Reifenhäuser. Er gehört zu den Weltmarktführern für Produktionsanlagen zur Herstellung von sogenanntem "Meltblown-Vlies", dem Grundstoff für Atemschutzmasken.

Atemschutzmasken-Produktion mehr als 90 Prozent nach China verlagert

In den vergangenen 15 Jahren habe sich die weltweite Produktion von Atemschutzmasken zu "mehr als 90 Prozent" nach China verlagert. Diese Abhängigkeit zeige sich gerade jetzt, weil China infolge des Corona-Ausbruchs seine Exporte deutlich reduziert habe. "Wir sollten uns als Nation oder Europa überlegen, von welchen globalen Lieferketten wir nicht abhängig sein wollen. Vor allem für den medizinischen Bereich ist das in der Vergangenheit nicht beachtet worden”, betont Reifenhäuser.

Der Industrievertreter begrüßt zwar, dass die Bundesregierung jetzt mit insgesamt 40 Millionen Euro Investitionen in Produktionsanlagen für Schutzmasken fördert, doch deutsche Hersteller brauchten dann auch "langfristige Abnahmegarantien", um die Millionen-Investitionen refinanzieren zu können.

Mehr als zwei Milliarden Schutzmasken für Schulen benötigt

Laut Reifenhäuser bildeten sich gerade Kooperationen von Industrieunternehmen, die eine Selbstversorgung mit Atemschutzmasken in Deutschland sicherstellen wollen. Bis die Produktionskapazität zur Versorgung der Gesamtbevölkerung aufgebaut sei, dauere es voraussichtlich aber noch bis Frühjahr 2021.

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Bei Maskenpflicht: zwölf Milliarden Einweg-Masken benötigt

Sollte es zu einer bundesweiten Maskenpflicht kommen, werden bis Jahresende laut Bundeswirtschaftsministerium zwölf Milliarden Einweg-Masken benötigt.

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