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Ärzte und Wissenschaftler - "Lockdown weder zielführend noch umsetzbar"

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Bund und Länder beraten noch über Corona-Maßnahmen - Ärzte und Wissenschaftler aber fordern statt eines Lockdowns zielgerichtetere Strategien - etwa mehr Schutz für Risikogruppen.

Maskenpflicht und Gitter vor geschlossenen Geschäften am 21.10.2020
Ge- statt Verbote: Ärzte und Wissenschaftler sorgen sich um Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen
Quelle: picture alliance

Ärzte und Wissenschaftler haben sich gegen ein breites Herunterfahren des Alltagslebens zur Corona-Eindämmung ausgesprochen. Stattdessen werben sie für größere Bemühungen um Akzeptanz. "Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen.

Man könne nicht das ganze Land "Wochen und Monate in eine Art künstliches Koma" versetzen, auch angesichts bleibender Schäden für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Nötig seien zielgerichtete Maßnahmen zur Eindämmung. Essenziell für ein Gelingen sei die Kooperation der Bevölkerung etwa bei Regeln zu Abstand und Masken.

Streeck: Schutz der Risikogruppe kommt zu kurz

Virologe Hendrik Streeck steht in Gangelt
"Mehr Schutz für Risikogruppen"- Virologe Streeck
Quelle: dpa/Federico Gambarini

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck kritisierte, "dass der Schutz der Risikogruppe zu kurz kommt". Vorkehrungen und Tests in Pflegeheimen und Kliniken seien nicht systematisch genug. Zudem müsse auch für Menschen der Risikogruppen, die zu Hause leben, Schutz etabliert werden - etwa Masken und Tests, um Besuch bekommen zu können.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit betonte, die Schutzregeln mit Abstand, Hygiene, Masken und Corona-Warn-App seien eigentlich ausreichend - müssten aber konsequent umgesetzt werden. Darüber müsse besser aufgeklärt werden, etwa auch bei Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen. Es sei richtig, Risikokontakte zu reduzieren. Viele fänden aber zu Hause statt, weniger etwa in Hotels.

Bundeskanzlerin Merkel berät heute erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen.

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Gassen gegen "apokalyptische Bedrohungsszenarien"

KBV-Chef Gassen sagte, es sei falsch, "nur mit düsterer Miene apokalyptische Bedrohungsszenarien aufzuzeichnen". Die Kunst sei aber, keinesfalls zu verharmlosen. Um die Bevölkerung zur Mitarbeit anzuhalten, sollte man "auf Gebote setzen und nicht überwiegend auf Verbote". In einem Positionspapier, das nach KBV-Angaben mehrere weitere Ärzteverbände unterstützen, wird auch ein bundeseinheitliches Ampelsystem für eine transparente Darstellung des Infektionsgeschehens angeregt. Sie sollte nicht nur auf der Zahl der Corona-Neuinfektionen beruhen.

Gefordert wird zudem eine Abkehr von der umfassenden individuellen Nachverfolgung persönlicher Kontakte von Infizierten, die in vielen Gesundheitsämtern ohnehin nicht mehr gelinge. Vielmehr solle eine Priorität auf Fälle mit Bezug zu medizinischen und pflegerischen Einrichtungen oder Veranstaltungen mit vielen Infizierten liegen.

ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann erklärt jedoch vor der Bund-Länder-Beratung: "Eine Einigung wäre eine große Überraschung".

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Geschlossenes Restaurant in Berlin am 11.10.2020

Lockdown - Die neuen Corona-Regeln von Bund und Ländern 

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Bund und Länder einen Teil-Lockdown beschlossen. Er gilt ab Montag, 2. November, bis Monatsende - vorerst. Hier die Pläne im Überblick.

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