ZDFheute

Die Nervosität steigt

Sie sind hier:

Steigende Infektionszahlen - Die Nervosität steigt

Datum:

Um die 1.000 neue Corona-Infizierte pro Tag. Die Nervosität steigt, ob reagiert werden muss. Minister Spahn will Familienfeiern beschränken. Ob die Länder mitmachen, ist offen.

Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland wieder. Eine größere Gefahrenquelle seien Feiern, warnt Gesundheitsminister Spahn im ZDF. Zudem haben Bayerns Behörden noch immer nicht alle Reiserückkehrer ermittelt, deren Corona-Tests positiv waren.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Familienfeiern künftig vielleicht mit weniger Gästen, aber der CDU-Parteitag mit 1001 Delegierten soll im Dezember stattfinden: Zwischen diesen beiden Extremen läuft die Diskussion an diesem Montag, ob auf die steigenden Infektionszahlen reagiert werden muss. Härtere Maßnahmen oder sind die bisherigen ausreichend?

Sorgen, aber beherrschbar?

Die Lage ist besorgniserregend, aber beherrschbar - das ist die Linie der Bundesregierung. Die Kanzlerin soll sich im CDU-Präsidium so geäußert haben. Zumindest dort war man sich laut Generalsekretär Paul Ziemiak einig, "dass weitere Öffnungen zurzeit nicht angemessen sind". Die Situation müsse sehr genau beobachtet werden. Es solle vermieden werden, "dass ganz andere Maßnahmen notwendig werden", sagt Ziemiak.

Ein zweiter Shutdown? Während Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor zu viel "Alarmismus" warnt, scheint Niedersachsen das alles zu vage. Dort werden die geplanten Lockerungen, die für den 1. September vorgesehen waren, um "mindestens" zwei Wochen verschoben. "Wir sind derzeit in einer labilen Situation", sagt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu Antenne Niedersachen.

Spahn will weniger Gäste bei privaten Feiern

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt: Nicht nur die Reiserückkehrer seien ein Problem. "Wir haben ein Ausbruchsgeschehen in Deutschland", sagt er. Derzeit gebe es keinen Landkreis ohne Neuinfizierte, die dazu immer jünger werden. "Besorgniserregend ist die Dynamik, wenn wir es nicht schaffen, die Zahlen jetzt zu stabilisieren", sagt er. Er will nun mit den Gesundheitsministern der Länder sprechen, ob die Höchstzahlen für Feiern gesenkt werden müssten.

Party, Hochzeit mit 150 Gästen? Ab dem zweiten oder dritten Bier werde das Abstandhalten schwierig, auch bei Feiern von Älteren.

Das Virus verbreitet sich besonders schnell, wenn wir gesellig werden.
Jens Spahn

Nun müsse man "gemeinsam schauen", welche Veranstaltungen noch stattfinden könnten. Schule, Kita, Einzelhandel hätten Priorität und müssten offen bleiben, sagt Spahn.

Lauterbach: Partys eher das Problem

Die Bestimmungen für private Feiern in den Ländern sind derzeit völlig unterschiedlich. In Baden-Württemberg dürfen 100 Menschen zusammenkommen. In Hamburg dagegen nur 25, in Berlin und Brandenburg gibt es keine Beschränkung.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. "Die Zahl der Teilnehmer bei Feiern sollte reduziert werden", so Lauterbach.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Für SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sind aber weniger die privaten Feiern das Problem, als vielmehr Partys auf öffentlichen Plätzen, das Zusammenstehen, zum Teil betrunken und ohne Abstand, vor Restaurants. "Feiern sind ein besonders großes Problem", sagt Lauterbach. Sie könnten nicht verboten, sollten aber sicherer werden. Für ihn heißt das: weniger Teilnehmer und nur "wirklich Notwendiges zu feiern".

Linke: Regierung hat aufs "Nichtstun" gesetzt

Die Opposition sieht noch ganz andere Probleme. "Ärgerlich" sei es, sagt Linken-Parteichefin Katja Kipping, dass die Bundesregierung es während des Sommers versäumt habe, sich auf die Situation in den Schulen und auf die Reiserückkehrer gut vorzubereiten. Die Koalition habe stattdessen "aufs Nichtstun gesetzt", sagt Kipping. Sie warnt zudem vor schlechter Stimmung gegen Reisende. Statt höheren Strafen solle man lieber die Tests garantieren und Maskenautomaten an Bus- und Bahnhaltestellen aufstellen.

Ein Drittel aller Betroffenen bei Corona-Neuinfektionen hat sich im Ausland angesteckt. In Deutschland gibt es wieder flächendeckend Infektionsfälle. Auch Jüngere sind betroffen, das Durchschnittsalter der Infizierten sinkt deutlich.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock fordert eine nationale Strategie, wie mit den höheren Infektionszahlen und Testungen umgegangen werden soll. Es bestehe die Gefahr, dass die Regierung "weiter vor sich hinwurtschelt" und die politischen Fehler bei den Gesundheitsämtern ablade, so Baerbock.

Es fehlt eine klare Strategie zwischen Bund und Ländern.
Annalena Baerbock

Bund und Länder jedoch, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert, "stehen in einem ständigen Austausch". Gespräche werde es geben, ankündigen können er aber an diesem Montag – keins.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Kommentar: Wulf Schmiese zu den neunen Corona-Maßnahmen

Kommentar zu Corona-Maßnahmen -
Gewagter Sprung ins Nichts
 

Der Winter wird hart. Hunderttausende könnten ihren Job verlieren, ihre Lebensgrundlage. Zu hoffen ist, dass …

von Wulf Schmiese
Videolänge:
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.