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Wie sinnvoll sind die neuen Corona-Maßnahmen?

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ZDFheute-Check - Wie sinnvoll sind die neuen Corona-Maßnahmen?

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Beherbergungsverbot, Ausgangssperre, Alkoholverbot - Wie sinnvoll sind die neuen Corona-Maßnahmen wirklich? Im ZDFheute live gibt Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Antworten.

An den verschärften Corona-Maßnahmen gibt es weiter Kritik. Wie sinnvoll sind sie? Ein Check mit dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit.

Beitragslänge:
34 min
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Zwischen Bund und Ländern wird heftig über die neuen Corona-Maßnahmen gestritten, aber auch zwischen den Ländern. Fünf Maßnahmen im ZDFheute Check:

1. Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten

Wer in einem innerdeutschen Risikogebiet lebt und in Deutschland verreisen möchte, könnte unter Umständen kein Hotelzimmer bekommen. Das sieht das umstrittene Beherbergungsverbot vor. Bringt das was? Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht das kritisch: "Das Problem entsteht nicht durch das Reisen, sondern durch das, was man tut, wenn man verreist ist."

Veranstaltungen müssten reduziert werden, Hygienekonzepte umgesetzt werden, so der Virologe. "Die Reise an sich ist doch nicht gefährlich, das leuchtet doch jedem ein. Das ist absurd." Außerdem würde die zusätzliche Testbelastung ein Problem, wenn alle, die reisen wollten, sich testen lassen würden.

Das führt das Ganze auf die Spitze der Absurdität. Warum soll man etwas dagegen tun, wenn ein Hotel ein tolles Hygienekonzept umsetzt.
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

Lesen Sie hier, welche Risikogebiete es gibt und wo Verschärfungen drohen:

Diesen Regionen droht erneut der Lockdown

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Corona-Obergrenze: Wo Verschärfungen drohen
 

Ob Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, hängt von der Zahl der Neuinfektionen ab. Eine aktuelle Karte zeigt, ob die Obergrenze in Ihrer Region eingehalten wird.

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2. Sperrstunden

Auf der einen Seite schädige man durch Sperrstunden die Bars und Restaurants - auch zum Leid derer, die ein tolles Hygienekonzept ausgearbeitet haben. "Verbote sind für die Politik einfach, aber die Konsequenz ist gerade, dass Verbote irgendwann schwierig werden, sie sich nicht jahrelang durchhalten lassen", meint Schmidt-Chanasit.

"Ich glaube, jedem ist klar, je kleiner die Gruppe ist, desto geringer das Risiko, dass ein Infizierter viele Menschen ansteckt", so der Virologe weiter. Begrenzungen seien sinnvoll und es sei wichtig, im Notfall die Bundeswehr oder private Dienstleister zur Hilfe bei der Kontaktnachverfolgung miteinzubeziehen.

3. Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen

Hier solle man sich nochmal daran erinnern, was die AHA-Regeln bedeuten. Abstand, Hygiene und Alltagsmaske in den Situationen, in denen Abstand nicht möglich sei. Natürlich können Tröpfchen auch draußen fliegen und ein Risiko erzeugen.

Masken machen dann auch draußen Sinn, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

Die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt bleiben, nur ein Vorbeigehen von Passanten berge kein erhöhtes Risiko. Auf Weihnachtsmärkten müsste die Anzahl der Besucher begrenzt werden, fordert Schmidt-Chanasit.

4. Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Test selbst bezahlen und fünf Tage in Quarantäne - das sind die neuen Maßnahmen für Reiserückkehrer. Es sei gut, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für die Kosten der Tests selbst aufkommen müssen, findet der Wissenschaftler. Schwierig sei es jedoch, dass die Rückkehrer fünf Tage in Quarantäne müssten.

Hier wäre es sinnvoll gewesen auf dem bestehenden Modell aufzubauen. "Wer absichtlich in ein Risikogebiet fährt, muss diesen Test dann verpflichtend bezahlen", sagt Schmidt-Chanasit. Der Reisestil sei entscheidend:

Derjenige, der in Mallorca am Strand oder im Ferienhaus gelegen hat, hat natürlich kein größeres Risiko als jemand, der in Berlin jeden Tag in die Bar gegangen ist oder in die Disco.
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

5. Desinfektion von Oberflächen

"Nach allem, was wir wissen, spielen Schmierinfektionen bei der Übertragung eine untergeordnete Rolle", sagt der Virologe. Es könne nicht komplett ausgeschlossen werden, aber die Wahrscheinlichkeit sei äußerst gering. Flächendeckendes Desinfizieren sei also nicht sinnvoll.

Forschern zufolge kann das Coronavirus auf Oberflächen bis zu 28 Tage überleben. Die Rolle von Schmierinfektionen ist bisher nicht erforscht.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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