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Virologe erwartet starken Anstieg der Infektionen

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"maybrit illner" zu Coronavirus - Virologe erwartet starken Anstieg der Infektionen

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Der Virologe Drosten rechnet mit einem starken Anstieg der Coronavirus-Infektionen in Deutschland. Einreisekontrollen seien wenig sinnvoll, sagte der Experte bei "maybrit illner".

"maybrit illner“ mit dem Thema „Coronavirus ohne Grenzen – wie gut ist Deutschland vorbereitet?“ vom 27. Februar 2020, um 22:15 Uhr im ZDF.

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Deutschland muss nach Erkenntnissen des Virologen Christian Drosten mit einem starken Anstieg der Corona-Infektionen rechnen. "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden", sagte der Institutsdirektor Virologie der Berliner Charité in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

In der "nächsten Zukunft" werde sich das Aufspüren von Infektionsketten "stärker im eigenen Land" abspielen als "in Anbindung an eine Reisegeschichte". Insgesamt werde Deutschland in Europa eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen sein, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist", prognostizierte der Experte.

Drosten: Einreisekontrollen nicht sehr hilfreich

Einreisekontrollen hält Drosten für nicht sehr hilfreich. "Wir werden einfach zahlenmäßig in allernächster Zeit sehen, dass die Übertragungen im eigenen Land die Einschleppung deutlich überwiegen werden und dass es sich einfach nicht lohnt, da sein Geld und seine Energie zu investieren."

Christian Drosten bei "maybrit illner"

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Nachdrücklich nahm Drosten die politisch Verantwortlichen im Land in Schutz. Die derzeit gefahrene Behördenstrategie sei richtig. Es sei "Unsinn" zu fragen, ob Deutschland auf die Pandemie vorbereitet sei. "Eine Pandemie ist eine zeitweise auftretende Ausnahmesituation, in der alle zusammenarbeiten und improvisieren müssen", sagte Drosten. Dazu gehöre "das sinnvolle Investieren der wenigen Kräfte", die zur Verfügung stehen.

Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte, dass das Risiko einer Infektion insgesamt gestiegen ist und man die Balance wahren müsse. "Im Zweifel lieber einen Test mehr, als einen Test zu wenig", fügte Spahn hinzu. Sowohl der Bund als auch die Länder verfügen über Pandemiepläne: "Wir müssen uns nur noch  mehr auf die neue Lage vorbereiten".

Jens Spahn bei "maybrit illner"

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Mediziner Wimmer: Versorgung bei Lungenerkrankungen gut

Laut dem Mediziner Johannes Wimmer ist das Virus bereits in der Fläche, und der erste Todesfall werde vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Die Koreaner machen es gut, weil sie an die Vernunft der Menschen appellieren und nicht alles dichtmachen", erklärte Wimmer.

Laut dem Mediziner ist die Versorgung in Deutschland bei Lungenkrankheiten sehr gut, aber ausbaufähig. In Bezug auf einen Mundschutz stellte Wimmer klar, dass er nur dem Erkrankten hilft, seine Viren nicht weiterzugeben, aber keine Präventionsmaßnahme ist. "Wenn ich mir die Hände wasche, bin ich schon einmal auf der sicheren Seite", fügte der Mediziner hinzu. Und freiwillig zu Hause zu bleiben, sei der älteste Schutz der Welt.  

Ärztekammer-Präsident fordert mehr Corona-Tests

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, betonte, dass nach jetzigem Stand Menschen Überträger des Virus sein können, obwohl sie selbst noch keine Symptome zeigen. "Wir haben festgelegt, dass mehr Tests stattfinden müssen", sagte Reinhardt und fügte hinzu, dass "die Krankenkassen zugestimmt haben, das zu bezahlen". Auch stellte der Präsident der Bundesärztekammer klar, dass man die Betroffenen isolieren müsse, aber dafür keine Schleusenzimmer wie beispielsweise bei Ebola benötige. 

Weltkarte mit angegebenen Corona-Fällen

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann erklärte, dass ihr Bundesland auf konkrete Corona-Fälle und ein noch dynamischeres Geschehen vorbereitet ist. Sie betonte, dass es bei der Zuständigkeit sowie der Einhaltung der Meldewege "viel Informationen braucht, auch bei Ärzten und in Krankenhäusern." Laut Reimann könne Quarantäne helfen, aber primäres Ziel müsse die Isolation einzelner Fälle sein: "Das Infektionsschutzgesetz gibt uns breite Möglichkeiten – von häuslicher Quarantäne bis zu einzelnen Abriegelungen." Sie verwies jedoch auf die Wahrung der Verhältnismäßigkeit.

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