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Tschentscher: Bundestag nicht aushebeln

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"maybrit illner" - Tschentscher: Bundestag nicht aushebeln

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Hamburgs Bürgermeister Tschentscher warnt bei "maybrit illner" vor Dramatisierung der Corona-Lage. FDP-Chef Lindner mahnt, dass alle "ein hohes Maß an Selbstverantwortung" tragen.

Peter Tschtenscher bei "maybrit illner"

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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat in der ZDF-Sendung "maybrit illner" Vorwürfe zurückgewiesen, die Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder zur Corona-Pandemie ersetzten derzeit die Parlamente.

Die Ministerpräsidenten-Konferenz sei "nicht entdeckt worden", weil der Bundestag ausgehebelt oder ein neues Gremium geschaffen werden sollte, so Tschentscher. Vielmehr habe es "ein Riesenbedürfnis nach Koordination" gegeben. Einer der Hauptvorwürfe sei, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie "zu vielfältig" schienen.

Tschentscher: Brauchen gemeinsamen Nenner

Der Anspruch der Ministerpräsidenten-Konferenz sei es immer gewesen, "einen gemeinsamen Nenner, ein gemeinsames Signal und auch gemeinsame Standards" zu entwickeln, betonte der Hamburger Regierungschef.

In der aktuellen Lage warnte Tschentscher vor Dramatisierung, sagte aber auch:

Ich bin besorgt über diesen sehr starken Anstieg der Infektionszahlen.
Peter Tschentscher, Bürgermeister Hamburg

Christian Lindner bei "maybrit illner"

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Lindner: Arbeitgeber muss Homeoffice ermöglichen

FDP-Chef Christian Lindner forderte die Arbeitgeber auf, Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, wenn sie dies wünschen.

Die Menschen in Deutschland trügen jetzt ein hohes Maß an Selbstverantwortung und müssten entscheiden, welches Restrisiko sie zu tragen bereit seien. Und weiter:

Ich habe volles Verständnis, wenn jemand sagt, ich ziehe mich aus dem öffentlichen Leben zurück, weil, ich möchte dieses Risiko für mich nicht eingehen.

Außerdem fordert Lindner "Dieses Verständnis müssen wir aufbringen. Zum Beispiel als Arbeitgeber, wenn Menschen sich in das Homeoffice jetzt zurückziehen wollen."

Marinić: Krise wird zum Normalzustand

In der zweiten Welle müssen man laut Jagoda Marinić, Schriftstellerin, Theaterautorin und Kolumnistin verstehen, dass die Krise ein "gewisser Normalzustand" werde. Sie setze dabei auf ein effektives Krisenmanagement:

Zehn Prozent verstehen die Krise, 80 Prozent orientieren sich an denen, die es verstehen und zehn Prozent ziehen einfach nicht mit.

Sie forderte, die Expertise der Virologen noch stärker öffentlich zu machen. Auch hofft Marinić, dass durch das gemeinsame Ziel der Pandemie-Bekämpfung eine Rückkehr zum solidarischen europäischen Gedanken passiert.

Jagoda Marinić bei "maybrit illner"

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2 min
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Corona-Maßnahmen: Menschen müssen überzeugt werden

"Wir erleben um uns herum, dass Länder, die sich einen Lockdown noch viel weniger leisten können als wir, es trotzdem tun", konstatierte Georg Mascolo, Journalist, Leiter Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".

Er kritisierte die Bemühungen Prävention durch Repression durchsetzen zu wollen, vielmehr müsse man einen Weg finden, dass sich die Menschen aus Überzeugung an die Regelungen halten. Er gab zu bedenken, dass der "wahre Charaktertest sein wird, wenn wir über einen Impfstoff verfügen: wie lässt man ihn dann möglichst vielen Menschen zukommen".

Corona-Impfstoff als Charaktertest?

Laut Susanne Herold, Professorin für Infektionskrankheiten der Lunge an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Abteilungsleiterin des Schwerpunkts Infektiologie des Universitätsklinikums in Gießen, sei Deutschland während der ersten Corona-Welle wie in Schockstarre gewesen.

Aktuell sind wir in der Phase der Pandemiemüdigkeit, dabei müssen wir eigentlich so wie damals agieren.
Susanne Herold, Professorin

In Kliniken mache das konsequente Tragen von Schutzkleidung eine Ansteckung des Personals nahezu unmöglich, betonte die Professorin. Derzeit wisse man nicht, wie wichtig die Antikörper nach einer Infektion seien.

Sie forderte mehr Forschung zu Remdesivir und seiner Verabreichung. Weiterhin werden "präzisere und bessere Wirkstoffe" benötigt. Herold könne sich auch eine "Kombination aus verschiedenen Impfstoffen" vorstellen, die protektiv sind.

Susanne Herold bei "maybrit illner"

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Oschmann: Spekulation über Wirksamkeit von Impfstoff unseriös

Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Wissenschafts - und Technologiekonzerns Merck, erklärte, dass das Unternehmen derzeit 50 Projekte unterstützt und er auf mehrere Impfstoffe hofft. "Zu spekulieren, wie wirksam ein einzelner Impfstoff sein wird, wäre unseriös", erklärte Oschmann.

Sehen Sie hier die ganze Sendung von "maybrit illner":

"maybrit illner“ mit dem Thema "Risikogebiet Deutschland – schaffen wir die Corona-Wende?" vom 22. Oktober 2020, um 22:55 Uhr im ZDF.

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58 min
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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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von Robert Meyer
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