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Kommentar zu Merkel-Satz - "Wir schaffen das" - geht nicht nochmal

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Fünf Jahre nach Merkels berühmtestem Satz gibt es Parallelen zur heutigen Corona-Krise. Durch dieselben Fehler könnte die Stimmung kippen.

Auf den ersten Blick hat "Wir schaffen das" nichts mit Corona zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Ein Kommentar von heute-journal-Redaktionsleiter Wulf Schmiese.

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Auf den ersten Blick hat "Wir schaffen das" nichts mit Corona zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Beides, die sogenannte Flüchtlingskrise, wie sie 2015 genannt - und auch empfunden - wurde, und die Pandemie von 2020, sind Ereignisse, die zügiges Handeln des Staates erfordern - eben weil es um das Leben von Menschen geht.

Anordnungen und Auflagen passen vielen nicht

In den Satz, den Bundeskanzlerin Merkel heute vor fünf Jahren sprach, ist viel hineininterpretiert worden. Zu viel, denn es war ein banaler Satz, der doch nur ausdrücken sollte: Deutschland, das kriegen wir schon hin! Zweckoptimismus, Mutmachen, Zusammenhalt fordern - hätte sie das Gegenteil davon gesagt, das wäre ihr vorzuwerfen gewesen. Der Fehler aber war: Ängste, Sorgen und andere Ansichten wurden rechts liegen gelassen. Wegen akuter Krisenbewältigung.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise hat Bundeskanzlerin Merkel den Satz gesagt: "Wir schaffen das!" Genau fünf Jahre ist das her. Ein Satz mit vielen politischen und gesellschaftlichen Folgen.

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Wieder geht es um akute Krisenbewältigung. Der Staat handelt mit Anordnungen und Auflagen, die vielen nicht passen. Damals mussten die Geflüchteten schnell verteilt werden. Heute hat die Eindämmung des Virus höchste Priorität. Es gibt Menschen, es gibt sogar etliche Regierungen, die halten beides für grundfalsch und für übertrieben.

Jede Maßnahme gut erklären

Die Regierung Merkel aber ist gerade wegen ihres rigorosen Handelns in der Corona-Krise wieder so populär geworden, wie sie bis 2015 war. Die Mehrheit steht hinter ihr - noch. Doch eine Minderheit wird lauter. Angestachelt von Extremisten, von Rechtsradikalen, die vom "Unrechtsstaat" faseln und die Republik stürzen wollen. Wie 2015.

Damit die Stimmung nicht kippt, wie damals, muss von nun an jede Maßnahme erklärt und gut begründet werden, müssen Folgen abgewogen und mögliche Gefahren diskutiert werden. Ein schlichtes: "Wir schaffen das" hat 2015 nicht gereicht - und wird diesmal erst recht nicht reichen.

Wulf Schmiese ist Redaktionsleiter des heute journals.

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