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Mehr Müll in Städten seit Corona - Mit Pizzakarton-Pfand gegen die Vermüllung?

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To-Go-Verpackungen, Pizzakartons, Kaffeebecher - seit Corona werden die Müllberge in öffentlichen Grünanlagen größer und größer. Nun bringen Kommunen eine Pfandregelung ins Spiel.

Archiv: Pizzakartons stapeln sich neben einem Mülleimer am 09.05.2020 in Köln
Mehr Müll durch Corona - Städte ächzen unter Pizzakarton-Flut
Quelle: Imago

Öffentliche Parks werden seit der Corona-Pandemie intensiver genutzt. Besonders beliebt für unterwegs: Pizza. Meist wird sie in sperrigen Kartons transportiert, die dann oft sämtliche Mülleimer in den Grünanlagen verstopfen oder sich zusammen mit anderem Verpackungsmüll bei den Abfallbehältern stapeln.

Mehr Müll in öffentlichen Parks durch Corona

Viele Kommunen schlagen Alarm, denn für die Entsorgung von Verpackungsmüll aus Abfalleimern und Umwelt müssen sie jährlich Millionenbeträge aufwenden.

Infografik: Plastik und Zigarettenstummel in der Umwelt
Infografik: Plastik und Zigarettenstummel in der Umwelt

Die Pizzakarton-Flut sei "zu einem Symbol für den Anstieg beim Müllaufkommen in der Corona-Zeit geworden", teilt die Stadt Nürnberg mit. In den innerstädtischen Grünanlagen habe es in der Pandemie eine deutliche Zunahme an Verpackungsmüll gegeben. Kann eine Pfandregelung helfen?

Kommunen fordern Pfandpflicht für Pizzakartons

Auf kommunaler Ebene wird die Forderung nach einer Pfandpflicht für Pizzakartons und andere To-go-Verpackungen laut. Dies verspreche eine klare Entlastung bei der Reinigung öffentlicher Plätze, heißt es von der Stadt Nürnberg.

Hier sollte es eine einheitliche Regelung für alle Städte und Kommunen geben.
Christian Vogel, Dritter Bürgermeister Nürnberg (SPD)

Eine Änderung des Verpackungsgesetzes und die Ausweitung einer Pfandpflicht über Flaschen hinaus wäre Sache des Bundes.

Umweltministerin fordert Mehrwegsysteme

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte kürzlich betont, die Hersteller stärker zur Kasse bitten zu wollen bei der Sammlung und Verwertung der Abfälle.

Zustimmung kommt etwa vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und vom Deutschen Städtetag.

Die Verpackungsindustrie kontert: achtloses Wegwerfen müsse verhindert, nicht finanziert werden.

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Allerdings reicht die Kostenumverteilung Schulze zufolge zum Umweltschutz nicht aus. Auch das reine Ersetzen von Plastik- durch Pappverpackungen sei nicht zielführend: "Die Alternative muss Mehrweg sein", forderte auch die Ministerin.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert konkret eine verbindliche Mehrwegquote.

Ministerium: Pfandpflicht für Pizzakartons nicht sinnvoll

Aus Sicht des Bundesumweltministeriums ist jedoch eine Pfandpflicht für Pizzakartons und Co. nicht sinnvoll. Besonders in der Corona-Pandemie gebe es durch die oft starken Verschmutzungen der Behälter hygienische Einwände, sagt ein Ministeriumssprecher.

Antonio Furnari betreibt eine Pizzeria in Greven in Nordrhein-Westfalen. Er hält eine Pfandregelung für hygienisch bedenklich. "Es ist weniger appetitlich, da es ja doch immer Essensrückstände in den Kartons gibt." Auch für das Geschäft sei ein Pizzakarton-Pfand schlecht, befürchtet Furnari:

Ich bin der Meinung, dass eine Pfandregelung weniger Kunden bescheren würde.
Gastronom Antonio Furnari

Das Mitnahme- und Liefergeschäft sei vor allem ein Bequemlichkeitsfaktor.

Biologisch abbaubare Pizzakartons

Ökologische Vorstöße beobachte man in der Pizza-Branche trotz Pfand-Skepsis mit Interesse, sagt Furnari. Eine Firma für Serviettenherstellung habe beispielsweise kürzlich einen biologisch abbaubaren Pizzakarton entwickelt - noch seien derartige Verpackungsmaterialien aber für die Gastronomen einfach zu teuer.

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