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Corona-Pandemie - Müller befürchtet Eskalation in Afrika

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Das Coronavirus breitet sich auch in Afrika aus. Entwicklungsminister Müller befürchtet eine Verschlimmerung der Konflikte und neue Flüchtlingsströme.

Entwicklungsminister Gerd Müller. Archivbild
"Ich mag mir nicht vorstellen, was geschieht, wenn in Nordafrika oder im Nahen Osten Staaten unter dem Druck der Krisenfolgen zusammenbrechen", sagt Entwicklungsminister Gerd Müller zur Coronavirus-Krise. (Archivbild)
Quelle: Marius Becker/dpa

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller befürchtet, dass die Corona-Pandemie in Afrika zum Ausbruch neuer Gewalt und zu neuen Flüchtlingsbewegungen führt. "Die Lage ist dramatisch, denn mit einer Verzögerung von zwei Monaten kommt das Virus jetzt in den Entwicklungs- und Schwellenländern an", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Ich habe große Sorgen, dass es in fragilen Staaten zum Ausbruch von Unruhen kommt, auch zu Bürgerkriegen", betonte er.

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Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Krise träfen Afrika mit voller Wucht: "Millionen Menschen haben in Entwicklungsländern schon ihre Arbeit verloren, verfügen über keinerlei Absicherung und Einkommen", sagte Müller. "Es kommt bereits zu Unruhen. Terroristische Gruppen verüben verstärkt Anschläge, mit dem Ziel Regierungen zu stürzen", betonte er.

Chaos bis hin zum Bürgerkrieg und Flüchtlingswellen wären die Folge. Dies alles betrifft auch uns.
Gerd Müller

Deswegen müsse die internationale Gemeinschaft alles unternehmen, um den Zusammenbruch einzelner Staaten zu verhindern.

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Die Region müsse stabilisiert werden

"Ich mag mir nicht vorstellen, was geschieht, wenn in Nordafrika oder im Nahen Osten Staaten unter dem Druck der Krisenfolgen zusammenbrechen, das könnte unglaubliche Flüchtlingsströme auslösen." Die internationale Staatengemeinschaft müsse alles tun, um die Region zu stabilisieren. "Ansonsten brechen nicht nur Krankenhäuser, sondern die gesamte öffentliche Ordnung und ganze Staaten zusammen."

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"Es gibt auf dem afrikanischen Kontinent im Vergleich zu Deutschland und Europa, bis auf wenige Ausnahmen, nahezu keine intensivmedizinischen Einrichtungen", warnte Müller. Das Entwicklungsministerium konzentriere sich ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf, die Gesundheitssysteme in den Ländern systematisch zu stärken.

Konflikte in Afrika sind weiter eskaliert

UN-Generalsekretär António Guterres hatte zu Beginn vergangener Woche zu einer weltweiten Waffenruhe wegen der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Am Freitag beklagte Guterres, einige Konflikte seien sogar weiter eskaliert. "In vielen der kritischsten Situationen haben wir kein Nachlassen der Kämpfe gesehen und einige Konflikte haben sich sogar intensiviert", sagte er.

Er nehme damit unter anderem auf den Konflikt in Afghanistan Bezug. Konfliktparteien von elf Ländern hätten aber positiv auf seinen Aufruf reagiert, sagte Guterres weiter: Dabei handele es sich um Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Kolumbien, Libyen, Myanmar, die Philippinen, Südsudan, Sudan, Syrien, die Ukraine und den Jemen.

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