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Corona-Krise "Weckruf für mehr Naturschutz"

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Umweltministerin Schulze - Corona-Krise "Weckruf für mehr Naturschutz"

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Umweltministerin Schulze fordert, aus der Corona-Pandemie Lehren für mehr Naturschutz zu ziehen. Durch Zerstörung von Lebensräumen wachse die Gefahr von Seuchen.

Svenja Schulze am 16.03.2020 in Berlin
Naturschutz sei ein "wichtiger Schlüssel", um Epidemien vorzubeugen, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze heute in Berlin.
Quelle: dpa

Um dem Ausbruch neuer und gefährlicher Krankheiten vorzubeugen, dringt Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf den weltweiten Schutz der Natur. Die Corona-Pandemie sei "ein echter Weckruf", sagte die SPD-Politikerin in Berlin.

Wenn Ökosysteme zerstört würden, teilten sich die überlebenden Arten die kleiner werdenden Lebensräume mit dem Menschen - diese "unnatürliche Nähe" zwischen Wildtieren und Menschen begünstige das Überspringen von Viren.

Es sei bekannt, dass rund 70 Prozent der heute bekannten Erreger ursprünglich aus dem Tierreich stammten, führte Schulze aus. Dies gelte etwa für HIV, Sars und Ebola sowie die Vogelgrippe.

Schulze: Unser Lebensstil zerstört Natur

"Wenn aber unterschiedliche Tierarten und Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, kann das sehr gefährlich werden." Dies gelte auch für Wildtiermärkte. Beim aktuellen Coronavirus wird vermutet, dass es auf einem Wildtiermarkt in China erstmals auf Menschen übersprang.

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Naturschutz sei in vielen Regionen der Welt ein "wichtiger Schlüssel", um Epidemien vorzubeugen, sagte Schulze. Dabei verwies sie auch auf die deutsche Verantwortung. "Unser Lebensstil trägt ganz maßgeblich dazu bei", dass Natur zerstört wird. Konkret nannte sie die wichtigsten deutschen Agrar-Importe wie Soja oder Palmöl, die 13 Prozent der Fläche Deutschlands in anderen Ländern brauchten. Dafür würden in großem Stil Regenwälder vernichtet.

Virologin: Intaktes Ökosystem schützt vor Epidemien

Die Virologin Sandra Junglen von der Berliner Charité sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, zur Herkunft des Coronavirus gebe es noch keine genauen Daten. Es deute aber viel daraufhin, dass es ursprünglich von Fledermäusen komme.

Generell gelte, dass in einem intakten Ökosystem jede Art ihren Platz habe. Gerate es aus dem Gleichgewicht, etwa weil Wälder für die Landwirtschaft gerodet werden, steige das Risiko für die Übertragung von Erregern auf Menschen.

Umweltforscher: Müssen Natur anders behandeln

Ministerin Schulze schlug vor, dass der Weltbiodiversitätsrat das Wissen zu diesen Fragen sammeln und der Politik zur Verfügung stellen solle.

Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, der eine führende Rolle in dem Rat hat, sagte, für Biologen sei eine Pandemie wie derzeit nicht überraschend. "Es wird auch weitergehen, wenn wir nicht irgendwie umsteuern." Vorsorge sei wichtig. "Sprich: Uns selber zu impfen, indem wir einfach diese Natur anders behandeln."

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