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Lauterbach: "Schneller testen, mehr testen"

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Weiter mehr Neuinfektionen - Lauterbach: "Schneller testen, mehr testen"

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In Deutschland gibt es derzeit 1.449 registrierte Corona-Neuinfektionen, das ist erneut ein leichter Anstieg. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach befürchtet eine "zweite Welle".

Coronatest für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Köln/Bonn
Urlaubsrückkehrer werden verstärkt auf das Coronavirus getestet.
Quelle: epa

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1.449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen.

Mehr als 9.000 Tote nach Corona-Infektion

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0 Uhr).

Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

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Seit Ende Juli wieder mehr Neuansteckungen

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnte im ZDF-Morgenmagazin: "Ich glaube, dass wir am Beginn einer zweiten Welle sind." Die Pandemie sei nicht vorbei, die Menschen verhielten sich aber unvorsichtiger.

Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zum Anstieg der Corona-Zahlen.

Beitragslänge:
5 min
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Lauterbach fordert schnellere Corona-Tests

Um einer zweiten Welle zuvorzukommen und einen weiteren Lockdown zu verhindern, empfiehlt Lauterbach andere Testverfahren.

Wir müssen schneller testen, mehr testen und aus meiner Sicht auch mit anderen Tests arbeiten. Tests, die etwas billiger sind, vielleicht nicht ganz so gut, aber gut genug und das Ergebnis sehr viel schneller bringen.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wünscht sich Lauterbach mehr Führung durch die Bundesregierung. In der ersten Welle der Pandemie habe der Bund gemeinsame Absprachen mit den Ländern getroffen, sagte Lauterbach. Man habe eine "eine klare Strategie" gehabt, die sich der Bevölkerung erklären ließ. "Daran hapert es ein bisschen in der jetzigen Zeit."

Was der R-Wert bedeutet

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.8., 0 Uhr, bei 1,06. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. "Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind", hieß es.

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Videolänge:
15 min
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