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Ausgangsbeschränkungen - Österreich verhängt Lockdown

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Ein weiterer Lockdown wie im Frühjahr sei unvorstellbar, hieß es bis vor Kurzem aus Österreichs Regierung. Nun zieht Wien doch die Reißleine.

Österreichs Kanzler Kurz auf dem Weg zu Bundespräsident van der Bellen
Kanzler Kurz vor Bekanntgabe der Corona-Auflagen
Quelle: dpa

Die österreichische Regierung hat angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen massive Einschnitte zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Ähnlich wie in Deutschland wird ab Dienstag ein Teil-Lockdown verhängt, der vor allem die Kontakte stark beschränken soll, wie Kanzler Sebastian Kurz am Samstag nach Beratungen mit den Landeschefs bekannt gab. Ansonsten drohe eine Überlastung des Gesundheitssystems.

Gastronomie sowie Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen müssen demnach bis Ende des Monats schließen. Veranstaltungen werden abgesagt und touristische Nächtigungen untersagt. Kurz warnte:

Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es zu einer Überlastung der intensivmedizinischen Kapazitäten kommen.

111 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab es in Deutschland innerhalb einer Woche. Der Wert in Österreich: fast dreimal so hoch. Auch dort setzt man daher auf strengere Regeln.

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Österreich habe in der letzten Woche eine massive Beschleunigung der Infektionszahlen erlebt. Die Regierung habe daher ein Paket geschnürt, um mit harten Maßnahmen gegenzusteuern, so der konservative Politiker. Anders als beim ersten Lockdown im März bleiben Industrie, Wirtschaft, Handel, persönliche Dienstleistungen sowie Schulen und Kindergärten geöffnet. Nur die Schüler der Oberstufen und der Universitätsbetrieb werden auf Online-Unterricht umgestellt.

Um private Treffen einzuschränken, dürfen nur noch zwei Haushalte einander treffen. Zudem werden Ausgangssperren von 20.00 Uhr bis 06.00 Uhr verhängt. Der private Wohnraum darf in diesem Zeitraum nur für fünf Ausnahmen verlassen werden.

Überlastung der Intensivbett-Kapazitäten droht

In Österreich wurden zuletzt über 5.300 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Höhepunkt der ersten Welle im März waren es 1.050 Corona-Fälle. Derzeit befinden sich 1.867 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 265 der Erkrankten auf Intensivstationen. Österreichweit sind über 1.100 Personen an den Folgen des Virus verstorben.

Die aktuellen Infektionszahlen liegen nur knapp unter dem von der Regierung genannten kritischen Schwellenwert. Bei einer Zahl von rund 6.000 Neuinfektionen pro Tag, drohe in den Krankenhäusern eine Überlastung der Intensivbetten. Das wurde bedeuten, dass nicht nur geplante Operationen verschoben werden müssten, sondern Ärzte im Extremfall auch darüber entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht. "Das werden wir nicht zulassen", sagte Kurz.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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