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Neue Antikörper-Studie : Was kann eine passive Corona-Impfung bringen?

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Forschende wollen eine passive Corona-Impfung entwickeln. Sie könnte sofortigen Schutz bieten, doch dieser würde nicht sehr lange anhalten. Ein Überblick.

Eine Forscherin testet Blutproben auf Corona-Antikörper, Stuttgart, 18.06.2020.
Corona-Antikörper im Blut: Grundlage für die Entwicklung eines passiven Impfstoffs
Quelle: dpa

Antikörper sind wichtige Bausteine des Immunsystems. Sie helfen dem Körper dabei, Fremdstoffe unschädlich zu machen, darunter auch Viren.

Forschende der Berliner Charité und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben in einer Studie eine Reihe hochwirksamer Antikörper gegen das Coronavirus identifiziert. Mit drei von ihnen wollen sie nun eine passive Impfung entwickeln, die einen sofortigen Schutz gegen das Coronavirus bieten könnte. Die Studie ist im Fachmagazin Cell erschienen.

Die Forschenden haben aus dem Blut von Menschen, die die Virus-Erkrankung durchgemacht haben, fast 600 verschiedene Corona-Antikörper isoliert. Diese spritzten sie Hamstern - laut Charité und DZNE sind die Tiere ähnlich anfällig wie Menschen für die Covid-19-Erkrankung. Drei Antikörper stellten sich als "besonders vielversprechend" heraus, so Harald Prüß, einer der Studien-Autoren und Forschungsgruppenleiter am DZNE.

Was ist der Unterschied zwischen passiver und aktiver Impfung?

Wenn über Kandidaten für einen Corona-Impfstoff berichtet wird, ist damit meist die aktive Impfung gemeint. Diese hat eine andere Wirkungsweise als ein passiver Impfstoff. Bei einer aktiven Impfung werden abgetötete Viren oder bestimmte Virus-Bestandteile gespritzt. Das löst eine Immunreaktion aus, der Körper bildet dann selbst Antikörper. Bei der passiven Impfung werden dagegen fertige Antikörper injiziert, die zuvor im Labor hergestellt wurden.

Der Vorteil bei der passiven Impfung ist, dass der Schutz sehr schnell eintritt. Der Nachteil, dass er vergleichsweise kurz anhält. Nach der aktiven Impfung folgt dagegen in der Regel eine längere Immunität, sie ist daher nachhaltiger.

Die Antikörper aus der passiven Impfung sind von der ersten Sekunde an im Körper wirksam und könnten helfen, das Coronavirus dann unschädlich zu machen.
Harald Prüß, einer der Studien-Autoren

Noch dieses Jahr Studien zum passiven Impfstoff

Prüß schätzt, dass eine aktive Impfung Monate bis Jahre immun machen kann - die passive biete dagegen "vier bis acht Wochen Schutz", so Prüß. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schätzt den Zeitraum des Schutzes etwas optimistischer ein - auf rund drei Monate. "Die passive Impfung ist deshalb nicht geeignet, die Pandemie weltweit in den Griff zu bekommen", so der Wissenschaftler. Sie sei zudem vergleichsweise teuer.

Noch dieses Jahr sollen klinische Studien dazu anlaufen. Die Forschenden arbeiten mit dem weltweit agierenden Unternehmen Miltenyi Biotec aus Bergisch Gladbach zusammen.

Schnelle Hilfe bei Risikogruppen und Infektionsherden

Prüß hält einen Einsatz des passiven Impfstoffs bei Risikogruppen, Kontaktpersonen und Erkrankten für sinnvoll. "Wenn beispielsweise jemand aus einem Seniorenheim positiv auf das Virus getestet wurde, könnte den anderen Bewohnern, die somit gefährdet sind, der passive Impfstoff gespritzt werden." Auch bei nachgewiesenen Infektionsherden, etwa nach Großveranstaltungen, könnte die Impfung schnellen Schutz bieten.

In der Studie zeigten Hamster, die zuvor infiziert waren, nach Gabe der Antikörper lediglich milde Symptome. Bei präventiver Gabe der Antikörper erkrankten die Tiere gar nicht. Das lässt die Forschenden auf eine ähnliche Wirkung beim Menschen hoffen.

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