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Demenzkranke in der Corona-Krise pflegen

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Herausforderung für Angehörige - Demenzkranke in der Corona-Krise pflegen

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Viele Demenzkranke werden von ihren Angehörigen gepflegt - eine oft belastende Situation. Entlastung bieten Tagespflege-Einrichtungen, doch die sind wegen Corona geschlossen.

Archiv: Eine alte und demenzkranke Frau am 29.11.2012
Viele Demenzkranke werden von ihren Angehörigen gepflegt
Quelle: dpa

"Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst der Nation", sagt Andreas Sauder, Leiter der Landesfachstelle Demenz im Saarland. Rund 23.000 Demenzkranke gibt es allein im Saarland, 75 Prozent werden zu Hause gepflegt. Nicht selten gehen Angehörige dabei bis an die Grenzen der Belastbarkeit.

Verunsicherung, Angst, Aggressivität

Umso wichtiger sind Tagespflege-Einrichtungen wie sie etwa der Demenzverein Saarlouis betreibt. In Gruppen verbringen Demenzpatienten den Tag. Gemeinsame Mahlzeiten, Musik, Gesellschaftsspiele, Bewegungstherapie - all das sind Bausteine, die den Kranken soziale Kontakte ermöglichen und die Lebensqualität steigern. Gleichzeitig werden ihre Familien entlastet.

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"Wann macht ihr wieder auf?": Diese Frage stellen Angehörige momentan am häufigsten, erzählt Andreas Sauder. Seit dem 18. März ist die Tagespflegeeinrichtung des Demenzvereins geschlossen.

Viele Patienten verstehen nicht, warum sie morgens nicht mehr abgeholt werden, um den Tag in ihrer gewohnten Gruppe zu verbringen. Verunsicherung, Angst, Aggressivität können die Folge sein. Damit sehen sich Angehörige bei der Pflege zuhause konfrontiert.

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Angehörige fühlen sich überfordert

Die Beratungshotline des Demenzvereins ist aktuell sehr gefragt. Erik Leiner, Leiter der Beratungsstelle, berichtet, dass die Telefone kaum noch still stehen. Viele Angehörige fühlen sich überfordert.

Zeit haben und Zuhören seien daher genauso wichtig wie konkrete Tipps. Demenzkranke brauchen strukturierte Abläufe, um sich sicher zu fühlen. Rituale sind wichtig.

So sollten Mahlzeiten stets zur gleichen Uhrzeit stattfinden. Ebenso sollte es feste Termine für den Spaziergang draußen oder die Gymnastik drinnen geben. Wenn möglich sollten die Erkrankten an kleinen Hausarbeiten beteiligt werden.

Singen, Vorlesen oder Spiele sind nicht nur Zeitvertreib, sie helfen, das Wohlbefinden zu steigern. Gleiches gilt für das Blättern in Fotoalben, Erinnerungen aktivieren das Langzeitgedächtnis.

Freistellung vom Job möglich

Auf der Homepage der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sind Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus im Zusammenhang mit Demenz aufgelistet. Wie kann ich die Zeit zuhause leichter machen? Was passiert, wenn sich die Erkrankten nicht an die Ausgangsbeschränkung halten? Was kann ich für mich selbst tun?

Viele Angehörige, sagt Erik Leiner, wissen nicht, dass sie sich kurzzeitig vom Arbeitgeber freistellen lassen können. Daher weisen er und sein Team auf entsprechenden Regelungen im Familienpflegezeitgesetz hin.

Zu den Angeboten des Demenzvereins Saarlouis gehört im Bedarfsfall auch eine stundenweise häusliche Betreuung. Denn Angehörige können nicht rund um die Uhr für die Erkrankten da sein. Mitarbeiter des Vereins machen daher Hausbesuche - mit Mundschutz und unter Beachtung aller Hygienevorschriften.

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