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Experten warnen vor zweiter Corona-Welle

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Demos trotz Beschränkungen - Experten warnen vor zweiter Corona-Welle

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Ob in Minneapolis, Hongkong oder Berlin: Trotz der Corona-Beschränkungen finden derzeit weltweit Massenproteste statt. Jetzt warnen Epidemiologen vor einer zweiten Corona-Welle.

Warnungen vor zweiter Coronawelle wegen Massenkundgebungen
Demonstranten marschieren gegen den gewaltsamen Tod von George Floyd in Washington, D.C.
Quelle: epa

In Atlanta, wo die Proteste gegen Polizeigewalt wie in anderen US-Städten weiter aufbranden, hat die Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms eine klare Botschaft an die Demonstranten: "Wenn Sie gestern Abend protestierend auf der Straße waren, dann sollten Sie diese Woche wohl einen Covid-Test machen."

Epidemiologen fürchten, dass solche Massenansammlungen einer zweiten Corona-Welle Vorschub leisten. Abstandsregeln sind hier meist nicht einzuhalten oder werden einfach ignoriert. Viele Demonstranten tragen keinen Mund-Nasen-Schutz. "Ob sie aufgebracht sind oder nicht - das schützt sie nicht vor dem Virus", sagt Bradley Pollock von der University of California, Davis.

Spence Ingram in Atlanta ist sich der Gefahr bewusst. Doch sie habe keine andere Wahl, meint die schwarze Frau.

Es ist nicht ok, dass wir hier mitten in einer Pandemie auf die Straße müssen und unser Leben riskieren. Aber ich muss immerzu für mein Leben protestieren und um mein Leben kämpfen.
Spence Ingram

Coronavirus betrifft Schwarze öfter

Bürgermeisterin Bottoms hat bei ihrer Warnung auch die besondere Corona-Gefährdung vieler Schwarzer im Blick: "Die Pandemie in den USA, die schwarze Menschen in größerer Zahl tötet, hält an." Statistiken zufolge sind Afroamerikaner überproportional betroffen, wegen sozialer Benachteiligung und höherer Tendenz zu Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes.

"Ich war niemals davon überzeugt, dass es jetzt vorbei wäre", sagt die schwarze ehemalige Kongressabgeordnete Donna Fern Edwards. Rassismus und Vorurteile begleiteten nach wie vor den Alltag selbst privilegierter Afroamerikaner.

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4 min
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Die Demonstrationen in Minnesota und quer durch die USA entzündeten sich an tödlicher Polizeigewalt gegen den Schwarzen George Floyd vor einer Woche. Die Proteste würden nahezu sicher mit steigenden Corona-Zahlen einhergehen, warnen die Gesundheitsbehörden von Minnesota. Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis sagt:

Wir haben hier zwei aufeinandergeschichtete Krisen, wie bei einem Sandwich.
Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis

Auch in zahlreichen anderen Ländern teilt man die Virus-Bedenken, darunter in Deutschland, wo angesichts der sogenannten Hygiene-Demos vor einer Neu-Befeuerung der Epidemie gewarnt wird. In solchen Situationen spiele der Zufall eine große Rolle, sagte der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk von der Martin-Luther-Universität in Halle. Mit Glück komme man unbescholten davon.

Es kann sein, dass zufällig kein Infizierter unter den Demonstranten war. Oder dass ausgerechnet der infizierte Teilnehmer nicht viel Kontakt auf der Demo hatte.
Rafael Mikolajczyk
In Stuttgart demonstrierten zahlreiche Menschen gegen die Corona-Beschränkungen und für Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit.

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Demo in Paris wegen Gesundheitsrisiken nicht genehmigt

In Hongkong dürfen bis zum 4. Juni, dem Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Tiananmen-Proteste in Peking, eigentlich nur acht Menschen zusammenkommen. In den vergangenen Wochen demonstrierten aber trotz der Corona-Beschränkungen Tausende gegen das so genannte Sicherheitsgesetz, von dem sie starke Einschnitte in die Autonomie der chinesischen Sonderverwaltungszone befürchten.

Auch in Paris ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die in großer Zahl dem Aufruf von Gewerkschaften gefolgt waren. Die Kundgebung war nicht gestattet gewesen - wegen "der Gesundheitsrisiken, die eine solche Veranstaltung vermutlich darstellt", wie die Behörden erklärten.

Vor einem Liniendiagramm steht der Großbuchstabe R. Im Hintergrund sind zwei große, gezeichnete Viren zu sehen.

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