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Politiker für kürzere Quarantänezeit

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Corona-Fälle - Politiker für kürzere Quarantänezeit

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Gesundheitspolitiker fordern eine auf fünf Tage verkürzte Corona-Quarantänezeit. SPD-Experte Lauterbach hofft so auf mehr gesellschaftliche Akzeptanz und weniger Lebenseinschnitte.

Corona-Infizierte müssen aktuell für zehn Tage isoliert sein. Auf Anregung des Berliner Virologen Drosten soll nun geprüft werden, ob diese Zeit gekürzt werden kann.

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Mehrere Gesundheitspolitiker aus unterschiedlichen Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Fällen zu verkürzen.

"Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen", sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der "Welt". Das ganze Leben wäre weniger unterbrochen, weil Menschen schneller an den Arbeitsplatz und in die Schulen zurückkehren könnten.

Lauterbach: Größerer Effekt durch kürzere Quarantäne?

"Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist", so Lauterbach weiter. Mit einer verkürzten Quarantänezeit würde der gleiche Effekt für die öffentliche Gesundheit erreicht werden wie bislang, sagte Lauterbach.

Möglicherweise wäre der Effekt sogar größer, weil sich mehr Menschen an die Quarantänezeit hielten.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Drosten will Akzeptanz der Isolation erhalten

Um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten, hatte der Berliner Virologe Christian Drosten dafür plädiert, unter bestimmten Bedingungen die Dauer der Isolation von Infizierten zu verkürzen - von bisher zehn Tagen auf fünf Tage. (siehe Anm. der Red. am Ende dieses Textes)

Mit diesem Vorschlag gehe er "bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie", sagte er in seinem NDR-Podcast. Er regte zudem an, die fünf Tage nicht für Tests zu "verschwenden", sondern erst nach Ablauf zu testen, ob die Betroffenen noch infektiös sind.

Aufatmen bei Familien – die für dieses Wochenende geplanten Feiern können stattfinden. Für risikofreudige Reisende wird es allerdings unbequemer. Der Corona-Test wird kostenpflichtig und die Einhaltung der Quarantäne kontrolliert.

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AfD sieht ihre Einschätzung der Corona-Politik bestätigt

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sprach sich ebenfalls für eine lediglich fünftägige Quarantäne aus. Damit erhöhe man die Akzeptanz in der Bevölkerung und entziehe "zugleich den Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern den Boden", sagte sie der "Welt".

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche sagte: "Für die breite Masse der Bevölkerung kann es sinnvoll sein, bei Verdacht auf einen Kontakt mit einer infizierten Person zunächst in eine verkürzte Quarantäne zu gehen und diese mit einem negativen Test abzuschließen."

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Detlev Spangenberg, sieht durch Drostens Aussage die Meinung der AfD bestätigt, "dass die bisherigen Maßnahmen überhastet und nicht ausgewogen angesetzt wurden".

Verkürzte Quarantäne: Studien sollen helfen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, verwies auf eine Prüfung zu dem Thema: Bund und Länder hätten das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut damit beauftragt, "die vorhandene Studienlage zur Quarantäne auszuwerten - und dann im Austausch mit den europäischen Partnern einen Bericht vorzulegen". Auf dieser Basis werde dann entschieden, ob eine verkürzte Quarantäne angeraten werden könne.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir irrtümlicherweise berichtet, dass der Virologe Christian Drosten dafür plädiere, die Quarantäne von Corona-Verdachtsfällen auf fünf Tage zu verkürzen. Er hatte jedoch angeregt, die Isolation von Infizierten zu begrenzen.

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