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"Frauen werden in der Krise allein gelassen"

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Kitas nach dem Lockdown - "Frauen werden in der Krise allein gelassen"

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Die Öffnung der Kitas bleibt bis mindestens 3. Mai ein Flickenteppich. Das kritisiert Ricarda Lang, Vizeparteichefin der Grünen. Die Corona-Krise sei für Frauen ein Rückschritt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf einem guten Weg. Es sei gelungen, von einem dynamischen Anstieg der Infektionszahlen zu einem linearen zu kommen, so Spahn.

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ZDFheute: Bund und Länder wollen am 3. Mai ein Konzept vorlegen, ob und wann die Kitas wieder öffnen. Bis dahin macht jeder seins. Wie bewerten Sie das?

Ricarda Lang: Es ist bedauerlich, dass keine bundesweit einheitliche Lösung für die Ausweitung der Notbetreuung gefunden werden konnte. Wir dürfen Familien - und vor allem Frauen und Kinder - nicht im Regen stehen lassen.

ZDFheute: Warum stehen sie denn im Regen?

Lang: Bei vielen Familien besteht eine große Unsicherheit. Wie soll eine Alleinerziehende planen, die ab Montag hinter der Kasse eines Ladens, der wieder öffnet, stehen soll, die aber keinen Zugang zur Notfallbetreuung oder einer Kita hat? Dieses Problem trifft insbesondere Frauen. Und die werden von der Regierung in dieser Krise allein gelassen. Ihre Perspektive kommt kaum vor.

ZDFheute: Warum trifft die Krise mehr Frauen als Männer?

Lange: Kinderbetreuung und Sorgearbeit werden kurzweg wieder zu privaten Angelegenheiten erklärt, um die sich dann in meisten Fällen eben Frauen kümmern müssen. Dadurch droht ein großer gleichstellungspolitischer Rückschritt. Um den Rückfall in alte Rollenmuster zu verhindern, müssen wir Kinderbetreuung und die Unterstützung von Familien zur politischen Priorität machen.

In einem offenen Brief fordern 44 Wissenschaftlerinnen, man solle die „jüngsten Kinder nicht pauschal im Lockdown verharren lassen“. Die Mitinitiatorin Prof. Rauch sagt: „Kleine Kinder sind darauf angewiesen, andere Kinder zu sehen und brauchen Kontakt.“

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ZDFheute: Wie zum Beispiel?

Lang: Alleinerziehende müssen bundesweit Zugang zur Notfallbetreuung bekommen. Mit dem Corona-Elterngeld können Eltern davor bewahrt werden, sich zwischen Überlastung und finanzieller Unsicherheit entscheiden zu müssen. Und in Bezug auf Kitas können wir nicht einfach bei einem ganz oder gar nicht stehen bleiben. Wir müssen Lösungen finden, die Infektionsschutz, die Entlastung von Eltern und den Schutz von kleinen Kindern in Einklang bringen.

Das Interview führte Kristina Hofmann.

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