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Antigen-Erfassung - Schnelltests: Hoffnung für den Corona-Winter?

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Neue Antigen-Schnelltests auf Corona liefern schnelle Ergebnisse und sind relativ preisgünstig. Doch sind sie auch sicher? Wer bekommt sie zuerst? Fragen und Antworten.

Eine Hand mit Gummihandschuh zeigt einen Covid-19-Schnelltest
Derzeit gelten Antigen-Schnelltests als weniger sicher als PCR-Tests.
Quelle: dpa

Wie funktioniert ein Antigentest - was soll er leisten?

Der Schnelltest funktioniert relativ simpel, nämlich über einen Nasen- bzw. Rachenabstrich, heißt es beim Hersteller R-Biopharm aus Darmstadt, einer der ersten Hersteller des neuen Tests. Anders als bei sogenannten PCR-Tests wird mit den Antigentests kein Erbgut des Virus erkannt, sondern ein Protein des Virus. Der Vorstands-Chef von R-Biopharm, Christian Dreher, erklärt das Prinzip:

Einfach gesagt, kann man das mit einem Schwangerschaftstest vergleichen. Das heißt, die Probe müssen Sie auf einen Streifen geben und der Streifen liefert Ihnen dann über eine Sichtkontrolle ein Ergebnis.
Christian Dreher

Bereits nach 15 bis 30 Minuten soll das Ergebnis eines Antigentests vorliegen, ganz ohne Labor. 

Wann ist der Test einsatzfähig, was wird er kosten und wer bezahlt?

Die Tests sollen schon in den kommenden Wochen im größeren Umfang verfügbar sein. Die Kosten pro Test sollen sich laut Händlern zwischen 10 und 20 Euro bewegen, mit fallender Tendenz. Ob die Krankenkassen die Kosten erstatten, ist noch unklar, soll aber bis Mitte Oktober entschieden sein.  

Wer soll die Tests als erstes bekommen?

Mehrere Politiker und Virologen sehen Alten- und Pflegeheime sowie Schulen als wichtigste Bereiche für die ersten Schnelltests, und zwar für die Pflegekräfte sowie Lehrerinnen und Lehrer. Strittig ist, ob jetzt auch schon die Besucher und Besucherinnen von Pflegeheimen in den Genuss kommen können, solange es noch nicht genügend Tests gibt. 

Wie sicher ist der Test?

Wie genau die Tests Auskunft über eine Corona-Infektion geben, wird derzeit noch in einigen Laboren überprüft. Derzeit gelten Antigen-Schnelltests als weniger sicher als PCR-Tests. Die Qualität des Ergebnisses ist auch abhängig davon, wie gut die Probenentnahme ist. Das Risiko besteht, dass ein falsch angewendeter Test eine Sicherheit vorgaukelt, die nicht gegeben ist.

Daher sei der Test auch nichts für den Privatgebrauch, so Virologe Prof. Bodo Plachter von der Universität Mainz. So sieht man es auch beim Hersteller R-Biopharm.

Die Tests sind ganz klar für Professional Use. Das heißt, kann man wirklich sagen: für Labore. Und eben für Gruppen, die medizinisch geschult sind.
Christian Dreher

"Das heißt, beispielsweise auch in Gesundheitsämtern oder eben auch in Seniorenheimen", erklärt Christian Dreher. Nach einem positiven Befund muss zusätzlich ein PCR-Test durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Eine Hand mit Gummihandschuh zeigt einen Corona-Schnelltest

Virologin Eckerle - "Schnelltests können großen Beitrag leisten" 

Corona-Schnelltests sollen Labore entlasten. Kontaktnachverfolgung beschleunigen. Und unbesorgte Altenheimbesuche ermöglichen. Virologin Eckerle spricht sich klar für sie aus.

Lassen sich mit dem Test wieder Großveranstaltungen durchführen?

Großveranstalter hoffen darauf, mithilfe von Schnelltests am Eingang bald wieder ein größeres Publikum einlassen zu können. Doch das ist zurzeit nicht realistisch, sagt Prof. Bodo Plachter.

Wenn man sich vorstellt, 10.000 Leute wollen abends in einen Konzertsaal, da kann man sich vorstellen, wie viel Stunden vorher man da Vorlauf braucht, damit das überhaupt funktioniert. Also für die Zwecke ist es wohl eher nicht geeignet.
Bodo Plachter

Ist der Test irgendwann "massentauglich" oder zu kompliziert?

Gesundheitsminister Spahn ist optimistisch, dass es Antigentests irgendwann als "Heimtest" geben wird. Wann allerdings, ist offen. Ob der Test einmal ohne medizinisches Fachpersonal, als einfacher Selbsttest, funktionieren könnte, untersucht das Bundesland Hessen gerade in einer Studie.

Rund 1.000 Lehrerinnen und Lehrer nehmen daran teil. Eine davon: Sandra Flory, Lehrerin am Gymnasium Taunusstein. Alle zwei Tage macht sie den Schnelltest: "Unterrichten in Corona-Zeiten ist schon eine Herausforderung. Und da ist es dann schon gut zu wissen, kann man in die Schule gehen oder nicht gehen? Habe ich mich vielleicht angesteckt?" Doch da muss sie sich in Geduld üben. Die Ergebnisse dieser Studie sollen erst am Ende des Jahres vorliegen.  

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