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Wie es zurück in die Schule geht

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Die Regeln der Bundesländer - Wie es zurück in die Schule geht

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Bald klingelt es wieder zum ersten Schultag, doch wie wird der aussehen? Präsenzunterricht, Maskenpflicht, Aufteilung in Gruppen - wie die Bundesländer den Schulbeginn regeln.

Jungen und Mädchen melden sich bei ihrer Einschulungsfeier in der Grundschule Lankow am 01.08.2020
Das neue Schuljahr startet mit Präsenzunterricht in allen Bundesländern - mit unterschiedlichen Corona-Konzepten.
Quelle: dpa

Die Sommerferien enden in den nächsten Tagen und Wochen für ein Bundesland nach dem anderen. Die meisten wollen dann zum Regelunterricht zurückkehren, wenn auch mit Einschränkungen wie Maskenpflicht oder Unterricht in festen Gruppen. "Das gesellschaftliche Leben hat sich wieder ein Stück weit normalisiert. Und das muss auch für den schulischen Bereich gelten", sagt Henning Henn, Sprecher des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden und auf Schulhöfen ausgesprochen.

Viele Bundesländer sind auch auf weitere Szenarien vorbereitet, falls das Infektionsgeschehen wieder zunimmt, wovor das Robert-Koch-Institut vergangene Woche warnte. Welche Regelungen nach heutigem Stand in welchem Bundesland gelten, hier im Überblick.

Wie die Bundesländer die Schule starten wollen

Mecklenburg-Vorpommern: Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern am Montag zurück in den regulären Schulbetrieb gestartet. Das Bildungsministerium hat die Schüler jahrgangsmäßig in Gruppen eingeteilt. "Die verschiedenen definierten Gruppen sollen sich einander nicht bzw. möglichst nur unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m begegnen", heißt es in einem Brief an die Schulleitungen.

Bundesweit wird über eine Maskenpflicht an Schulen diskutiert.

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Hamburg: Kurz vor dem Beginn des Schuljahres am 6. August wurde für die Schulen der Hansestadt eine Maskenpflicht verfügt. Der Mund-Nasen-Schutz muss demnach mit Betreten des Schulgeländes getragen werden. Nur im Unterricht darf er abgelegt werden. Ausgenommen von den Regelungen sind Grundschüler. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verteidigte wenige Tage vor dem Schulstart den geplanten Vollbetrieb gegen Kritik von besorgten Eltern und Gewerkschaften. In dieser Situation sei es sehr vertretbar, jetzt mit dem Schulunterricht wieder zu beginnen. Alle Hamburger Lehrer und anderen Beschäftigten der Schulen können sich mehrfach kostenlos auf Corona testen lassen.

Schleswig-Holstein: Das Schuljahr beginnt am 10. August und auch in Schleswig-Holstein ist eine Aufteilung der Schüler in feste Großgruppen nach Jahrgangsstufe geplant. Innerhalb der Jahrgänge fällt die Abstandsregel, dafür sollen Kontakte zwischen den Jahrgängen möglichst vermieden werden. Im Infektionsfall soll dann nur die entsprechende Kohorte in Quarantäne geschickt werden, ohne dass die ganze Schule zugemacht werden muss. Großflächige Corona-Tests für Lehrer sind im Norden nicht geplant. Das Bildungsministerium in Kiel empfiehlt dringend, zunächst in den ersten zwei Wochen in den Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, auch während des Unterrichts. Die Jahrgangsstufen eins bis sechs sind davon ausgenommen. Eine Maskenpflicht in der Schule wird aber als nicht verhältnismäßig und nicht verfassungskonform abgelehnt.

Berlin: In der Hauptstadt beginnt die Schule ab 10. August, hier ist wieder "durchgehender Unterricht" in "vollem Umfang" für alle geplant. Die Lehrer sollen zu Beginn den Lernstand der Schüler überprüfen und dann entsprechende Konzepte zur Unterrichtsgestaltung und eventuelle Fördermaßnahmen festlegen. Sport-, Musik- und Theaterunterricht darf wieder stattfinden. Gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen ist nicht gestattet. Körperkontakt soll vermieden werden. Im Schulgebäude gilt auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette Maskenpflicht. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten.

Brandenburg: Auch in Brandenburg müssen Schüler und Lehrer zum Schulbeginn ab 10. August Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Die Pflicht soll für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen sowie beim Anstehen in der Mensa gelten. Alle Lehrer können sich in der Zeit zwischen Anfang August und Ende November sechs Mal auf Kosten des Landes freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Dagegen ist nur eine einmalige Test-Stichprobe bei einem Prozent der Schüler (also bei 2.900) vorgesehen. Sollte es zu einem Corona-Ausbruch kommen, sollen möglichst nur einzelne Klassen in den Heimunterricht geschickt werden. Es soll nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden. Bis zum Ende des ersten Halbjahres sollen für alle Schüler mobile Endgeräte zur Verfügung stehen.

Der Präsident des Lehrerverbandes Meidinger fordert regelmäßige, kostenlose Corona-Tests an Schulen für Lehrer. Eine Maskenpflicht im Klassenzimmer hält er für sinnvoll.

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Nordrhein-Westfalen: Im bevölkerungsreichsten Bundesland beginnt das Schuljahr am 12. August. Mit seinen 5.500 Schulen und rund 2,5 Millionen Schülern gelten die vorerst strengsten Regeln: Im neuen Schuljahr muss an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch im Unterricht eine Maske getragen werden - das gilt zunächst zum 31. August. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. An Grundschulen müssen die Jahrgänge 1 bis 4 im Schulgebäude und auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen - nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Die Beschäftigten von Schulen und Kitas in NRW können sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig und kostenlos auf Corona testen lassen.

Rheinland-Pfalz: Der für das neue Schuljahr ab dem 17. August weiterentwickelte Hygieneplan sieht kein Abstandsgebot mehr vor. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) plant je nach Entwicklung der Corona-Infektionen mit zwei weiteren Szenarien: Das bisherige Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht sowie temporäre Schulschließungen bei einem größeren Ausbruch. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: "Wenn es zu einem Infektionsfall kommt, werden alle anderen in Quarantäne geschickt und es wird umfassend getestet - und die Schule im Zweifel temporär geschlossen." Das Vorgehen sei mit Gewerkschaften, Lehrerverbänden, Eltern- und Schülervertretern besprochen.

Saarland: Der Unterricht soll ab 17. August in festen Gruppen innerhalb eines Jahrgangs stattfinden, "um eine Durchmischung mit den anderen Jahrgängen nach Möglichkeit zu vermeiden". Ziel sei es, dass bei Infektionsfällen für die nicht betroffenen Personen der Präsenzunterricht weiterlaufen könne. Im Hygieneplan des Landes für die Schulen wird außerdem empfohlen, Musikunterricht - wenn gesungen wird - bei gutem Wetter im Freien abzuhalten. Schüler, die zur Risikogruppe gehören, können mit ärztlichem Attest vom Schulbesuch befreit werden, müssen aber an Prüfungen teilnehmen. Dafür stellen die Schulen separate Räume zur Verfügung.

Hessen: In Hessen wird ab 17. August der Mindestabstand in den Klassenräumen und beim Sportunterricht aufgehoben, er besteht jedoch weiterhin beispielsweise bei Konferenzen. Im Musikunterricht ist gemeinsames Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten nur im Freien erlaubt. Die Schulleitung kann für die Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung anordnen. Jede Lehrkraft kann sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage kostenlos auf Corona testen lassen.

Corona-Studie aus Sachsen -
Keine Infektionswelle nach Schulöffnungen
 

Studie zu Corona-Antikörpern bei sächsischen Schülern: Nach Schulöffnungen im Mai stiegen Fallzahlen nicht an. Symptomfreie Infektionen bei Kindern sind seltener als angenommen.

von Nils Metzger
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Bremen: Das kleinste Bundesland will ab dem 27. August "möglichst viel Normalität und einen Regelbetrieb unter den Auflagen des Hygieneplans erreichen". Vorgesehen sind laut dem "Rahmenkonzept Schuljahr 2020/2021" möglichst feste Klassenteams. Leitmotiv aller Entscheidungen sei das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe. Falls es pandemiebedingt doch zu Einschränkungen des Schulbetriebs kommen sollte, sollen Grundschüler und Schüler, die zu Hause keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen haben, bevorzugt mit Präsenzzeiten versorgt werden.

Niedersachsen: Niedersachsen will nach Angaben des Kultusministeriums ab 27. August ein Maximum an Bildung und Betreuung anbieten. Das Land starte nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb mit möglichst festen Lerngruppen, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am 4. August in Hannover. Für das neue Schuljahr wurden - je nach Infektionslage - drei Szenarien entwickelt. Im Moment wird vom "eingeschränkten Regelbetrieb" ausgegangen. Masken sollen auf den Fluren getragen werden.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt gilt für den Schulstart am 27. August die Anweisung, dass alle Schulen sich auf die Rückkehr in den Regelbetrieb vorbereiten sollen. Das Bildungsministerium weist aber auch darauf hin, dass die Gesundheitsbehörden weiterhin lokale Schulschließungen vornehmen könnten. Für diesen Fall sollen die Schulen "kurzfristig wieder Distanzunterricht anbieten können". Die konkreten Planungen für den Schulalltag laufen, ein aktualisierter Hygieneplan soll noch vorgelegt werden. Das Bildungsministerium empfiehlt "allen schulischen Akteuren" die Nutzung der Corona-Warn-App.

Sachsen: "Die Schülerinnen und Schüler werden wie gewohnt in ihren Klassen und Kursen unterrichtet", hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) für Sachsen ab dem 31. August angekündigt. Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt nicht mehr. Die Schulleitungen können selbst festlegen, wann und wo eine Maske zu tragen ist. Wer die Schule betritt, muss sich die Hände waschen oder desinfizieren. Täglich wird dokumentiert, wer in der Schule war, um Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Thüringen: In Thüringen ist für den Schulbeginn am 31. August der Regelbetrieb geplant. Das Bundesland hat für die Schulen ein Ampel-Konzept mit abgestuften Sicherheitsmaßnahmen vorgelegt: Grün bedeutet Normalbetrieb, Gelb eingeschränkter Regelbetrieb, wenn beispielsweise ein Infektionsfall an der Schule auftritt, die Kontaktpersonen aber bekannt sind und nach Hause geschickt werden können. Bei Gelb werden die Infektionsschutzmaßnahmen an der Schule verschärft. Wenn der Kontakt nicht nachzuvollziehen ist, tritt Stufe Rot in Kraft und es kann zu einer vorübergehenden Schulschließung kommen. In den Schulen muss überall dort eine Maske getragen werden, wo nötige Abstände zwischen Schülern nicht eingehalten werden kann, nicht aber im Unterricht, so Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Klassenfahrten sollen wieder möglich sein. Ab Mitte August sind freiwillige, kostenlose Corona-Tests für Lehrer geplant.

Bayern: In Bayern gilt im neuen Schuljahr ab 8. September eine Maskenpflicht an Schulen - auch an Grundschulen. Der Mund-Nasen-Schutz soll bis zum Platz im Klassenzimmer getragen werden. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch eine Maskenpflicht während des Unterrichts möglich, sagt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Für die Schulen wurde ein entsprechender Vier-Stufen-Plan entwickelt. Die Hygieneregeln werden je nach Infektionsgeschehen stufenweise verschärft bis hin zum Distanzunterricht zu Hause. Der Freistaat will zudem auch Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium einsetzen, um Stammlehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören und nicht an die Schule können, zu unterstützen. Für Lehrer sollen zu Beginn des Schuljahres einmalige Reihentests angeboten werden.

Baden-Württemberg: Der Unterricht soll ab 14. September in möglichst festen Gruppen ablaufen, so dass sich die Schüler möglichst wenig durchmischen, erklärt Christine Sattler, Sprecherin des Kultusministeriums. Auf dem Schulgelände soll eine Maskenpflicht gelten - nicht aber im Unterricht. Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos melden. Dann müssen die Kinder aber aus der Ferne mitlernen. Alle Mitarbeiter an Schulen und Kitas können sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Schwerpunkt im neuen Schuljahr solle es sein, Inhalte zu wiederholen und zu vertiefen, sagt Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Die Schließung von Schulen und Kitas war eine der frühen Maßnahmen, die in Deutschland getroffen wurde, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Neue Ergebnisse der Universitätsklinik Ulm deuten darauf hin: Kinder sind keine Virenschleudern.

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