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Bundesländer nicht einheitlich - Nach Lockdown: Schulen öffnen mal so, mal so

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Schule in Corona-Zeiten bleibt ein Flickenteppich. Bund und Länder wollten zwar einheitliche Regelungen erreichen. Gelungen ist das nicht: Die Spanne reicht von Montag bis 11. Mai.

Nordrhein-Westfalen war vorgeprescht, Bayern hatte gebremst: Fast schon "ein Wunder", konstatierte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend, sei die Einigkeit zwischen Bund und Ländern bei der Bekämpfung des Corona-Virus. Zumindest die Schulen schließt dieses Wunder nicht ein. Denn von Einheitlichkeit bei den Daten, wann welche Schüler wieder unterrichtet werden, kann keine Rede sein.

Sachsen und NRW vorn, Bayern und Saarland hinten

In mindestens sechs Bundesländer beginnen am Montag lediglich die Abiturprüfungen. Richtiger Unterricht oft erst eine Woche später. Nur die Abiturienten in Sachsen bekommen ab Montag wieder richtigen Unterricht, ab Donnerstag auch die Abiturienten in Nordrhein-Westfalen. Für die meisten Prüflinge anderer Abschlussklassen geht es am 27. April wieder los.

Baden-Württemberg und das Saarland lassen sich noch länger Zeit: Dort fängt der Unterricht nicht vor 4. Mai an. Und während die einen, wie Niedersachsen etwa, schon recht detailliert sagen können, wann, welche Jahrgangsstufen stufenweise folgen sollen, wissen andere Bundesländer noch gar nicht, wie sie es machen. Jedenfalls nicht offiziell.

Die letzten werden diesmal vermutlich die Bayern sein: Dort soll der reguläre Unterricht erst am 11. Mai wieder losgehen, ab 27. April dürfen erst einmal nur die Schüler von Abschlussklassen kommen. "Wir gehen davon aus, dass der Fahrplan für die Abiturprüfungen nicht weiter geändert wird", sagt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Das werde derzeit aber noch geprüft.

Wo die Schulen wann öffnen

  • Baden-Württemberg: 4. Mai alle Abschlussklassen; danach schrittweise weitere Jahrgangsstufen.
  • Bayern: 27. April Abschlussklassen; ab 11. Mai weitere Jahrgänge und Schulen, welche genau wird bis 30. April geklärt.
  • Berlin: 20. April Abiturprüfungen; 27. April: 10. Klassen; 4. Mai: 11. Klassen an Gymnasien, 9. und 12. Klassen Sekundarschulen, 6. Klassen an Grundschulen.
  • Brandenburg: 20. April Abiturprüfungen; 27. April: 10. Klassen; 4. Mai: letzte Grundschulklasse, Abschlussklassen und qualifikationsrelevante Jahrgänge der allgemeinbildenden sowie berufsbildenden Schulen, die im nächsten Schuljahr ihre Prüfungen ablegen.
  • Bremen: Gibt Details erst morgen bekannt.
  • Hamburg: 20. April Abiturprüfungen; weitere Details für andere Klassen gibt es heute.
  • Hessen: 20. April Nachschreibetermin für Abiturienten; 27.April Abschlussklassen Haupt- und Realschulen, Berufsschulen, 12. Klassen Gymnasien, 4. Klasse Grundschulen; danach in nächsten vier Wochen gestaffelt alle Schüler.
  • Mecklenburg-Vorpommern: 27. April Abschlussklassen und Abiturienten, ab 4. Mai weitere Jahrgangsstufen.
  • Niedersachsen: 27. April Abschlussklassen; 4. Mai: 4. Klassen; ab 11. Mai 12. Klassen, ab 18. Mai die Jahrgänge 3, 9 und 10.
  • Nordrhein-Westfalen: 23. April Abschlussklassen (freiwillig für Abiturienten, da Unterricht eigentlich abgeschlossen); ab 4. Mai: 4. Klasse Grundschule und 11. Klassen.
  • Rheinland-Pfalz: 27. April Abschlussklassen; 4. Mai Abschlussjahrgänge 2021 und 4. Klassen der Grundschulen.
  • Saarland: 4. Mai Abschlussklassen und 4. Klassen; ab 11. Mai 11. Klassen an Gymnasien und 12. Klassen an Gemeinschaftsschulen.
  • Sachsen: 20. April Abiturienten; 22. April alle Abschlussklassen.
  • Sachsen-Anhalt: 23. April Abschlussklassen; ab 4. Mai schrittweise Aufnahme des Schulbetriebs.
  • Schleswig-Holstein: 21. April Abiturprüfung; 22. April andere Abschlussprüfungen; ab 4. Mai vierte Klassen und Abschlussklassen 2021.
  • Thüringen: 27. April Abiturienten; ab 4. Mai alle Abschlussklassen; bis 2. Juni in allen Schulen wieder Präsenzunterricht.

Vieles vor Schulstart nicht organisiert

150.000 Schüler sollen im ersten Schritt in Hessen, 148.000 Schüler in Nordrhein-Westfalen wieder zum Unterricht dürfen. Ein "Normalbetrieb", sagt NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sei allerdings nicht zu erwarten. Kleinere Klassen werde es geben, vermutlich weniger Lehrer, neue Hygiene-Regeln. "Das wird eine Herausforderung." Verhandlungen mit den Schulträgern, oft die Kommune oder Landkreise, über mehrfache Reinigung der Klassenräume beginnen oft erst jetzt. Schulbusfahrer, die in Kurzarbeit geschickt wurden, müssen erst wieder zum Dienst geholt werden. Ein Sprecher des Kultusministeriums in Hessen sagt:

Dass es am Anfang knirschen wird, bleibt nicht aus.
Sprecher Kultusministerium Hessen

Egal, welche Konzepte sich die einzelnen Schulen nun ausdenken: "Es wird kein Zurück zum Davor bis zum Ende des Schuljahres geben", sagt Felix Knothe, Sprecher des Kultusministeriums in Thüringen. Vermutlich werde es einen Mix aus Präsenz- und Lernphasen daheim geben. "Eltern", sagt Knothe, "werden weiter mit Zumutungen leben müssen." Das Ziel der meisten Bundesländer ist ohnehin bescheiden: Alle Kinder und Jugendlichen sollen bis zu den Sommerferien mal wieder selbst ihre Schule von innen gesehen haben. "Der persönliche Kontakt ist wichtig", sagt Ministerin Gebauer.

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