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Das sagen die Lehrer zu den Schulöffnungen

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Ende der Corona-Ferien - Das sagen die Lehrer zu den Schulöffnungen

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Schüler sollen schon bald wieder in den Unterricht. Viele Lehrer können diese Entscheidung nachvollziehen – doch sie haben auch Bedenken. Ein Pro und Contra.

Bis Ende April soll es ein Konzept der Kultusminister geben, wie Schulen Hygienestandards einhalten können. Wichtig seien vor allem die Themen Masken und Desinfektion.

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Ab dem 4. Mai sollen die Schulen in Deutschland teilweise wieder öffnen. Die genauen Zeitpläne variieren zwischen den Bundesländern. Lehrerverbände und Gewerkschaften begrüßen die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Maßnahmen – doch viele Fragen sind noch offen.

Die Organisation der Schulöffnungen sowie die Einhaltung von Hygienemaßnahmen gegen das Coronavirus stellen die Schulen vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es gute Gründe, die für die Entscheidung sprechen. Ein Überblick:

Pro: Bildung der Schüler profitiert

Im Präsenzunterricht lernen Schüler in der Regel besser – insbesondere neue Lerninhalte. "Zu Hause kann nur Üben, Wiederholen, Vertiefen stattfinden", erklärt Stefan Wesselmann, Schulleiter und Landesvorsitzender des Verband für Bildung und Erziehung (VBE) Hessen. Digitale Möglichkeiten seien in vielen Haushalten begrenzt. Schüler aus sozial schwächeren Familien könnten abgehängt werden.

Contra: Hygiene ist kaum zu kontrollieren

Das gilt insbesondere für Grundschulkinder. Ein Beispiel ist die Georg-Büchner-Grundschule in Gießen: Für 150 Kinder gebe es insgesamt drei Toiletten. "Ich kann überhaupt nicht gewährleisten, dass sich alle Kinder die Hände waschen", so die Rektorin der Schule, Harriet Kühnemann. Gleiches gelte für den Pausenhof oder den Schulweg. Abstandsregelungen in Förderschulen seien schlicht nicht möglich, so Rektor Stefan Wesselmann.

Auch wenn der 4. Mai angepeilt ist: Bis der Unterricht wieder richtig losgeht, dürfte es dauern. Die Schulen haben jetzt erstmal einen Berg an Hausaufgaben zu erledigen.

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Pro: Eltern werden entlastet

Homeoffice, Kinderbetreuung und dann auch noch Nachhilfelehrer: Die geschlossenen Schulen und Kitas stellen viele Eltern auf eine Belastungsprobe. Eine Wiedereröffnung der Schule sei besonders für Eltern mit vielen Kindern und wenig Platz zu Hause dringend notwendig, berichtet Harriet Kühnemann, die an einer Brennpunktschule arbeitet.

Contra: Räumliche Mängel

Gegen die möglichst schnelle Öffnung der Schulen sprechen die "völlig unterschiedlichen räumlichen Voraussetzungen", sagt Rektor Wesselmann. In vielen Klassenräumen gebe es keine Waschbecken. Außerdem verfügten Schulen häufig weder über warmes Wasser, noch über ausreichend Seifenspender oder Papierhandtücher.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die geplante schrittweise Öffnung von Schulen - fordert dafür aber ein umfassendes Hygienekonzept: "Geld darf jetzt keine Rolle spielen", so die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe.

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Auch die Reinigungsfrage sei noch ungeklärt: "Es ist unwahrscheinlich, dass ab nächster Woche täglich umfangreich desinfiziert wird, wo bisher nicht mal täglich oder gar gründlich gereinigt wurde", so Wesselmann.

Pro: Schüler brauchen den sozialen Kontakt

Ob Grundschule oder weiterführende Schulen: Viele Schüler leiden unter der Isolation und vermissen ihre Freunde und Mitschüler.

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern zur schrittweisen Wiederöffnung der Schulen beginnt die konkrete Planung. Lehrerverband und Gewerkschaften pochen auf strenge Hygienekonzepte.

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Archiv: Eine Schülerin beobachtet ihre Mitschüler am 24.10.2013 auf dem Pausenhof in einer Schule in Hamburg
Viele Schüler leiden unter den Corona-Maßnahmen.
Quelle: dpa

Außerdem sind Schulen für viele Kinder und Jugendliche ein Zufluchtsort: "In angespannten häuslichen Situationen, in denen krisenbedingt Geldnot und Existenzängste die Anspannung weiter verschärfen, steigen die Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen", berichtet Wesselmann.

Contra: Viele Lehrer gehören zur Risikogruppe

Eine Rückkehr zur Normalität könnte Lehrkräfte gefährden. Geschätzt gehört ein Viertel der Lehrer zur Risikogruppe, so Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes. Zudem gehören viele Schüler zur Risikogruppe, wie Asthmatiker oder Behinderte. "Wenn wir sie vom Unterricht ausschließen, ist das das Gegenteil von Inklusion", sagt Rektor Wesselmann.

Fazit: Es fehlen die Konzepte

"Es ist ambivalent", schlussfolgert Harriet Kühnemann, Rektorin der Georg-Büchner-Grundschule in Gießen. Die Kultusministerkonferenz ist nun gefordert, "schnell Konzepte für die Öffnung zu entwickeln", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe.

Werden die Schulen wieder geöffnet? Sehen Sie die Statements der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Dreyer und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Hubig im Video.

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Bei allen Maßnahmen müssten der größtmögliche Infektionsschutz und die bestmögliche Hygiene für alle Beschäftigten und Schüler die Messlatte sein, erklärte Tepe.

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