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Kommt die Rückkehr zum Regelbetrieb?

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Schule nach Sommerferien - Kommt die Rückkehr zum Regelbetrieb?

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Schulen nach den Ferien wieder auf, Abstandsregel weg - so der Plan der Kultusministerkonferenz von vergangener Woche. Doch nicht alle sind damit nun so ganz zufrieden.

Schülerinnen und Schüler beim Betreten des Schulgebäudes
Kehren alle nach den Ferien zurück in die Schule?
Quelle: dpa

Neue Lockerungen zum Wochenstart: Grundschüler in Hessen und Bremen haben ab heute wieder Präsenzunterricht - wenn auch mit Einschränkungen. Nach den Sommerferien sollen sogar bundesweit alle Schüler wieder wie gewohnt in die Schule gehen. Darauf hatten sich die Kultusminister der Länder am Donnerstag verständigt:

  • Zur Gewährleistung des Rechts auf Bildung strebe man einen "regulären Schulbetrieb nach geltender Stundentafel" im Klassenverband oder in einer festen Lerngruppe an, heißt es in einem gemeinsamen Beschluss.
  • "Die Länder stimmen dabei überein, dass hierfür die Abstandsregelung von 1,5 Metern entfallen muss, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt", heißt es weiter.
  • Die Hygienemaßnahmen "für alle an Schule Beteiligten" vor Ort sollten angepasst werden.

Gegenwind für Rückkehr zum Regelbetrieb

Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten hatten die Kultusminister vergangene Woche noch Rückendeckung für ihren Plan bekommen. Ganz so optimistisch zeigen sich nach dem Wochenende nicht mehr alle. Kritische Stimmen kommen aus Stuttgart und Berlin:

  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält in seinem Bundesland eine Rückkehr zum Regelbetrieb für unrealistisch. "Unser Kernproblem ist die hohe Zahl der Lehrkräfte und Erzieher, die sich zu den vulnerablen Gruppen zählen. In den Schulen sollen das bis zu 20 Prozent sein", sagte Kretschmann den "Stuttgarter Nachrichten". "So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen."
  • Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plädiert für einen Mix aus Präsenz- und Distanzunterricht statt Regelbetrieb. "Wir leben mitten in der Pandemie", sagte sie in der ZDF-Sendung Berlin direkt. "Und die Pandemie ist natürlich auch nach den Sommerferien nicht vorbei." Ein regelmäßiger Schulbetrieb sei die Aufgabe, "die wir jetzt zu lösen haben", damit auch bei neuen Infektionsherden weiter unterrichtet werden könne.

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei Berlin direkt.

Beitragslänge:
4 min
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Eltern und Lehrer über Rückkehr zum Normalunterricht skeptisch

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisierte die Rückkehr zum Normalunterricht. Der Vorsitzende Udo Beckmann sagte: "Es wird auf absehbare Zeit keinen kontinuierlichen und flächendeckenden regulären Schulbetrieb geben." Das verhindere schon "der von der Politik zu verantwortende Personalmangel". Der werde verschärft durch die mit einem entsprechenden Attest freigestellten Lehrer, die Risikogruppen angehören.

Skeptisch äußert sich auch die im Zusammenhang mit Corona gegründete Gruppe "#elterninderkrise", in der sich 14.000 Betroffene organisiert haben. Sprecher Önder Balkaya kritisierte, dass es am Ende jeder Schule selbst überlassen bleibe, wie sie den Wiedereinstieg in den Normalbetrieb organisiert: "Warum werden nicht regelmäßig Schüler auf Corona getestet? Dann wüssten wir, woran wir sind, auch für die Zeit nach den Ferien."

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