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"Frust bei Schülern und Eltern enorm"

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Schulen in der Corona-Krise - "Frust bei Schülern und Eltern enorm"

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Das Coronavirus torpediert den Unterricht. Einige Schulen müssen bereits am ersten Tag schon wieder schließen, weil es den Verdacht auf Corona oder bestätigte Fälle gibt.

Schulunterricht am 17.08.2020 in Budenheim unter Corona-Bedingungen
Wie hier in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Budenheim torpediert Corona bundesweit den Schulunterricht.
Quelle: dpa

Auf "normalen Unterricht" hatten Schüler, Eltern und Lehrer nach den Sommerferien gehofft, doch kaum geöffnet, müssen viele Schulen bereits wieder schließen oder zumindest ganze Klassen nach Hause in Quarantäne schicken. Weil es entweder bestätigte Covid-19-Krankheitsfälle unter Schülern oder Lehrern gibt - oder zumindest den Verdacht darauf.

Das Virus macht nicht an den Schultoren halt

Wegen einzelner Covid-19-Infektionen sind allein in circa 100 rheinland-pfälzischen Schulen mehr als 400 Schüler und 50 Lehrer amtlich als Verdachtsfälle eingestuft worden. Die Gesamtzahl der betroffenen Schulen soll sich bundesweit inzwischen auf mehrere Hundert belaufen.

Wir erleben, dass Schulen zum Teil schon am ersten Schultag wieder schließen müssen – der Frust bei Schülern und Eltern ist enorm
Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats

Schüler zurück im Unterricht. Nur wie soll der unter den Corona Schutzmassnahmen aussehen? Jede Schule geht ihren eigenen Weg. Erstaunlich, dass es bislang keine systematische Erfassung von Corona-Fällen an Schulen gibt.

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Sorge, dass Corona Schulen in "Tiefschlaf" versetzt

Die aktuelle Lage an vielen Schulen beschreibt Wassmuth als "unübersichtlich und unruhig". Er kritisiert, dass es häufig mehrere Tage dauere, bis Covid-19-Testergebnisse kommuniziert würden. "Bis dahin wird wieder alles in Tiefschlaf versetzt", so Wassmuth.

Viele Gesundheitsämter ordnen bei Verdachtsfällen ohnehin vorsorglich 14 Tage Quarantäne an. Vor dem Rechner daheim sollen sich die Schüler währenddessen geistig fit halten. Die Bildungsministerien der Länder verweisen durch die Bank weg auf enorm gestiegene Investitionen in verlässliche digitale Unterrichtsangebote.

Elternvertreter: Bildung darf nicht zu "Glücksspiel" verkommen

Der Bundeselternrat kritisiert allerdings noch "viele Lücken" in den Konzepten. "Da hat man die Ferienzeit nicht wirklich genutzt, um etwas voranzubringen", sagt Wassmuth und fordert, dass die Bundesregierung nun stärker "mitspielen" müsse, um Bildung in Deutschland nicht zum "Glücksspiel" verkommen zu lassen.

Tatsächlich hat der Bund während der Schaltkonferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer am heutigen Donnerstag angekündigt, den Ausbau digitaler Lehr-, Lern- und Kommunikationsmöglichkeiten in allen Bundesländern mit weiteren 500 Millionen Euro zu unterstützen.

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen gelten besonders strenge Corona-Regeln. Doch bei der Umsetzung hapert es offenbar gewaltig. In einem Brandbrief an Ministerpräsident Armin Laschet kritisieren die Schulleiter die Maßnahmen nun als realitätsfern.

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Probleme bei Digitalisierung: Schulleiter verfassen Brandbrief

Viele Schulen kritisieren indes den Unterschied zwischen Schein und Sein. In einem aktuellen Brandbrief beklagt etwa die Schulleitungsvereinigung Nordrhein-Westfalens, dass Schulträger zum Teil nicht einmal in der Lage seien, "die bereitgestellten Mittel abzurufen, da keine Zuständigkeiten in den Schulverwaltungen vorhanden sind".

Die bisherigen Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten stimmen die Direktoren wenig optimistisch: "Einzig von Beschaffungsansätzen für Hardware ist die Rede, wobei man auch hier mit hohen Millionenbeträgen agiert wird. Bei der Umsetzung für betroffene Schülerschaft und das lehrende Personal vor Ort sind jetzt schon massive Verzögerungen festzustellen."

Schleswig-Holstein führt die Maskenpflicht an Schulen ein. Ausgenommen von der Regelung sind nur die Klassenzimmer.

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Bund will Zahlung von Kinderkrankentagegeld ausweiten

Die Politik verweist indes darauf, dass bislang "Enormes geleistet" worden sei und man gemeinsam hingearbeitet habe, "einen positiven Aufbruch in ein neues Schuljahr" zu gestalten, wie es etwa die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) jüngst in einem Schreiben an Schülereltern formuliert hat.

Die Bundesregierung sieht die Lage inzwischen weniger optimistisch und sorgt deshalb mit einer weiteren Maßnahme vor: Für den Fall, dass Schulen geschlossen werden müssen oder Quarantänemaßnahmen Eltern dazu verpflichten, ihre Kinder daheim zu betreuen, will der Bund nach heutigen Informationen die gesetzlichen Grundlagen so ändern, dass das Kinderkrankentagegeld für gesetzlich Krankenversicherte in diesem Jahr für jedes Elternteil für fünf zusätzliche Tage und für Alleinerziehende für zehn zusätzliche Tage gewährt wird.

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