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Söder für nationale Produktion - Globaler Kampf um Masken heizt sich auf

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Bayerns Ministerpräsident Söder sieht einen verstärkten Einsatz von Schutzmasken in Deutschland als wahrscheinlich. Im globalen Geschacher um Masken geht es oft skrupellos zu.

Auszubildende Einzelhandelskauffrau Selina Schmidt steht am Morgen vor Ladenöffnung in einem Supermarkt in Dresden und trägt eine Schutzmaske.
Schutzmasken wie diese, getragen von der auszubildenden Einzelhandelskauffraz Selina Schmidt, könnten bald in ganz Deutschland Pflicht werden. Doch der internationale Wettkampf ist hart.
Quelle: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder rechnet mit einem verstärkten Einsatz von Atemschutzmasken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. "Ich bin kein Gegner der Maskenpflicht, vieles spricht dafür. Wir werden sicher auch zu einem verstärkten Einsatz von Masken kommen", sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag".

Doch im internationalen Geschacher um Gesichtsmasken und anderen medizinischen Bedarf ist sich derzeit jeder selbst der Nächste. Davon profitieren einige teils zwielichtige Anbieter, die mittlerweile Fabelpreise aufrufen.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Wild-West-Methoden beim Maskenhandel

Das Feilschen um Gesichtsmasken und andere medizinische Ausrüstung ist in der Corona-Krise zu einem echten Problem geworden.

Das merkte jüngst auch die Bundeshauptstadt, als 200.000 Schutzmasken für die Berliner Polizei aus Asien plötzlich weg waren. Innensenator Andreas Geisel (SPD) warf den USA vor, sie konfisziert zu haben.

Das ist ein Akt moderner Piraterie. Das sind Wild-West-Methoden.
Innensenator Andreas Geisel

In den USA etwa versuchen sogar die einzelnen Staaten, sich im Bieterwettstreit gegenseitig auszustechen, um an Masken zu kommen. Auch einzelne Gesundheitsdienstleister mischen mit. Verantwortliche berichten von zwielichtigen Mittelsleuten, nie aufgetauchten Lieferungen und drastisch gestiegenen Preisen.

US-Präsident fordert Dank von den Gouverneuren

Welcher Staat oder welche Krankenhäuser Masken, Beatmungsgeräte und Einmalhandschuhe von der Bundesregierung bekommen, wird streng reglementiert und hängt mitunter auch davon ab, ob sich die Gouverneure mit Präsident Donald Trump gut stellen. Der sagte am Samstag, er würde vom New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo und anderen gerne ein deutlicheres "Danke" hören.

Steigende Preise, unseriöse Händler

Masken und Beatmungsgeräte kosten mittlerweile zehnmal so viel wie normal. Und viele versuchen, über Umwege an das begehrte Gut zu kommen. Der Besitzer des Football-Teams New England Patriots, Robert Kraft brachte auf Bitten von Massachusetts Gouverneur Charlie Baker eine Million Masken mit dem Team-Flugzeug aus China.

Die Kontakte in den Ländern, aus denen die Masken kommen, sind auch nicht immer ganz koscher. "Jeder kennt jemanden, der jemanden in China kennt", sagt Aubrey Layne, der als Finanzminister von Virginia die Anbieter überprüfen soll.

Alle Zahlen und Grafiken zum Coronavirus

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von Simon Haas, Robert Meyer

US-Krankenhäuser stehen im Wettstreit

In den USA stehen auch die einzelnen Krankenhausbetreiber, die ihre eigenen Mitarbeiter ausstatten wollen, im Wettstreit. Dies führt unter anderem zu steigenden Preisen.

Medizinische Masken vom Typ N95 hätten früher weniger als einen Dollar pro Stück gekostet, sagt Daniel Durand, Arzt und Innovationsbeauftragter des Krankenhausverbundes LifeBridge Health in Maryland . Mittlerweile seien sie nirgendwo mehr für unter 3,70 Dollar zu finden - und das sei noch ein Schnäppchen. Es gebe genügend Käufer, die bereit seien, bis zu 10 Dollar pro Stück auf den Tisch zu legen.

Trump denkt nicht an zentralen Einkauf

Wegen dieser Zustände wird der Ruf in den USA immer lauter, die Käufe zu zentralisieren. Doch Trump machte bisher keine Anstalten in diese Richtung.

Politik | Länderspiegel -
Debatte um Maskenpflicht
 

Jena führt im April als erstes die Maskenpflicht ein. Dabei herrscht bereits in der medizinischen Versorgung akuter Mangel an Schutzkleidung. Politiker fordern einen raschen Ausbau der inländischen Produktion, viele Betriebe rüsten bereits um.

Videolänge
3 min

Heimische Notproduktion als Alternative

Einige Staaten schaffen in der Not bereits ihre eigenen Produktionsstätten. Durands Unternehmen hat ein Gebäude im Großraum Baltimore zu einer Fabrik umfunktioniert. Durand, eigentlich ein Onkologe, brachte 40 Kollegen bei Masken zu nähen.

In Deutschland hat das Präsidium des Deutschen Städtetages die Bundesregierung aufgefordert, in der Corona-Krise eine flächendeckende Versorgung mit medizinischen Geräten und Hilfsmitteln sicherzustellen.

Söder: Brauchen nationale Notfallproduktion

Markus Söder sagte, für die bessere Ausstattung mit Schutzmaskenbedürfe es einer "nationalen Notfallproduktion".

Es ist auf Dauer nicht akzeptabel, dass wir uns auf dem Weltmarkt gegen die Wildwest-Methoden einiger Länder beim Aufkaufen von Schutzausrüstung zur Wehr setzen müssen.
Ministerpräsident Markus Söder

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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