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Keine Maskenpflicht - Schweden hält weiter an Corona-Sonderweg fest

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Schweden hatte in der ersten Pandemie-Welle eine der höchsten Sterberaten in Europa, doch die Strategie bleibt: Eigenverantwortung der Bürger statt strenge Einschränkungen.

Menschen an einer Bushaltestelle im Zentrum von Uppsala (Schweden), aufgenommen am 21.10.2020
In Stockholm sind Busse und Straßen trotz Corona voll. Eine Maskenpflicht gibt es nicht.
Quelle: AP

Während in Deutschland und einer Reihe anderer europäischer Länder die Corona-Restriktionen zur Eindämmung der zweiten Infektionswelle derzeit verschärft werden, geht Schweden weiterhin seinen viel diskutierten Sonderweg. In dem skandinavischen Land gilt weiter keine Maskenpflicht, von Maßnahmen wie einer nächtlichen Ausgangssperre ist keine Rede.

Dabei nimmt auch in Schweden die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen seit Mitte September zu. Vergangenen Donnerstag meldeten die Behörden mit 1.614 Neuansteckungen binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit Juni.

Viele Tote bei erster Corona-Welle

Gegen Schwedens Strategie spricht auch, dass das Land während der ersten Pandemie-Welle eine der höchsten Sterberaten in Europa hatte. In dem 10,2-Millionen-Einwohner-Staat starben bereits mehr als 5.930 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Angesichts der zweiten Infektionswelle nehmen die Behörden jetzt Anpassungen vor. Seit Anfang vergangener Woche wird den Bewohnern der Universitätsstadt Uppsala angesichts deutlich gestiegener Infektionszahlen zu Semesterbeginn geraten, öffentliche Verkehrsmittel und physische Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts zu meiden.

Keine landesweiten Einschränkungen

Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell warnt aber entschieden vor landesweiten Corona-Restriktionen.

Die Leute können sich an so strenge Anweisungen nur eine begrenzte Zeit lang halten und das Timing ist entscheidend. Wir dürfen nicht zu früh anfangen und auch nicht zu lange warten.
Anders Tegnell, Epidemiologe

In der Hauptstadt Stockholm scheint das Leben trotz Corona seinen normalen Gang zu gehen. Mehrere Umfragen ergaben allerdings, dass 80 Prozent der Schweden ihr Verhalten geändert haben. Sie scheinen den Aufforderungen der Behörden zu folgen, verstärkt im Homeoffice zu arbeiten, ihre persönlichen Kontakte einzuschränken und sich öfter die Hände zu waschen.

Lockerungen für Senioren

Tatsächlich sind die Schweden für ihre Disziplin beim Einhalten von Regeln für das Miteinander bekannt. Diese Regeln kommen ab und an auf den Prüfstand.

Am Donnerstag verkündete die Regierung Einschränkungen für Nachtclubs und nahm zugleich überraschend die seit Beginn der Pandemie geltende Empfehlung zurück, Menschen ab 70 Jahren sollten zu Hause bleiben. Als Grund wurde das Risiko genannt, dass die Senioren wegen ihrer Isolation Gesundheitsprobleme wie Depressionen bekommen.

Die Statuen am Hauptbahnhof in Helsinki tragen Masken

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Corona-Regeln müssten langfristig durchsetzbar sein

Gerade zu Beginn der Pandemie warfen viele Kritiker Schweden vor, mit ihrer Corona-Politik eine Art Russisch Roulette zu spielen und hohe Opferzahlen insbesondere bei alten Menschen in Kauf zu nehmen.

Aus Sicht der schwedischen Behörde für öffentliche Gesundheit, zeige das Hin und Her bei Lockdown-Maßnahmen in anderen Ländern aber, dass dieses Vorgehen kein "Weg ist, dem man folgen sollte". Auch die Regierung in Stockholm betont, dass die Corona-Maßnahmen langfristig durchsetzbar sein müssen. Schließlich sei der Kampf gegen die Pandemie "ein Marathon".

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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